Papst Franziskus spricht mit Beratergruppe (Archivbild)
Papst Franziskus spricht mit Beratergruppe
Verlassen den Kardinalsrat: Kardinal George Pell
Verlassen den Kardinalsrat: Kardinal George Pell
Kardinal Francisco Errazuriz Ossa
Kardinal Francisco Errazuriz Ossa
Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya
Kardinal Laurent Monsengwo Pasinya

12.12.2018

Papst entpflichtet drei seiner Berater aus Kardinalsrat Die Anzahl der Ratgeber wird kleiner

Der Kardinalsrat schrumpft ein wenig: Papst Franziskus hat drei Mitglieder seines engsten Beraterkreises entpflichtet. Es handelt sich um die Kardinäle George Pell, Laurent Monsengwo Pasinya und Francisco Javier Errazuriz Ossa. Was sind die Gründe?

Das vatikanische Presseamt teilte die Entscheidung der Entpflichtung von den Kardinälen George Pell, Laurent Monsengwo Pasinya und Francisco Javier Errazuriz Ossa am Mittwoch mit. Die drei gehörten seit 2013 einer Gruppe von anfangs acht, dann neun Kardinälen an, die den Papst bei Leitungsaufgaben und einer Kurienreform unterstützen sollten. In dem Gremium sitzt auch der deutsche Kardinal Reinhard Marx. Der Rat tagte von Montag bis Mittwoch in Rom.

Nachnominierungen vorerst nicht vorgesehen

Vatikansprecher Greg Burke sagte, Papst Franziskus habe dem Wunsch der drei Kardinäle nach Entpflichtung bereits Ende Oktober entsprochen und ihnen für ihren Einsatz über die vergangenen fünf Jahre gedankt. Als Grund für die Verabschiedung aus dem Beratergremium verwies der Papst demnach auf das fortgeschrittene Alter der drei. Nachnominierungen seien vorerst nicht vorgesehen.

Pell bleibt aber Leiter des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, einer der einflussreichsten Einrichtungen der römischen Kurie.

Derzeit verteidigt sich Pell in seiner Heimat Australien vor Gericht gegen den Vorwurf, in den 1990er Jahren gegen männliche Jugendliche in Melbourne sexuell übergriffig geworden zu sein. In dem Zusammenhang ist er seit Juni 2017 von seinen Aufgaben im Vatikan beurlaubt.

Vorwürfe gegen Errazuriz

Errazuriz hatte bereits früher angekündigt, seinen Posten im Kardinalsrat aufgeben zu wollen. Gegen ihn liegen in Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in Chile Anzeigen wegen Meineids und Falschaussage vor. Missbrauchsopfer werfen Errazuriz vor, als Erzbischof von Santiago von 1998 bis 2010 die Strafverfolgung eines später wegen Missbrauchs verurteilten Geistlichen jahrelang verhindert zu haben. Er selbst weist die Anschuldigungen zurück.

Der Kongolese Monsengwo, einziger afrikanischer Kardinal im Beraterkreis, hatte zuletzt nur unregelmäßig an den Treffen teilgenommen. Anfang November nahm der Papst seinen altersbedingten Rücktritt vom Amt als Erzbischof von Kinshasa an.

Vatikansprecher Burke hatte im Juni erklärt, die Mitgliedschaften im Kardinalsrat sollten voraussichtlich auch über die übliche vatikanische Ämterfrist von fünf Jahren hinaus bestehen bleiben. Franziskus kündigte hingegen wenig später einige personelle Erneuerungen an.

Vatikan berät über Einsparungen

Neben den Personalien wurden nun auch Inhalte des jüngsten Treffens des Kardinalsrates bekannt. Der Vatikan will demnach mehr Ausgaben einsparen. Möglichkeiten der Kostenreduzierung in der römischen Kurie standen im Mittelpunkt der jüngsten Beratungen des Kardinalsrats um Papst Franziskus. Vor allem Kardinal Reinhard Marx warb für eine Senkung der laufenden Ausgaben, insbesondere beim Personal.

Weitere Themen waren laut Vatikan ein für Feburar geplantes Gipfeltreffen zu Missbrauch und Prävention sowie eine neue Kurienordnung, die das Vorgängerdokument von 1988 ablösen soll. 

Wie der Kardinalsrat betonte, sollen Entlassungen zur Kosteneinsparung weiterhin vermieden werden. Stärker geprüft werden sollen hingegen Möglichkeiten von Versetzungen und vorzeitiger Pensionierung. Marx schlug den Angaben zufolge eine längerfristige Haushaltsplanung über fünf bis zehn Jahre vor, um einen genaueren Blick auf die Finanzlage und einen größeren Planungshorizont zu haben.

Keine Bilanzen für den Heiligen Stuhl vorgelegt

In den vergangenen beiden Jahren legte der Vatikan keine Bilanzen mehr für den Heiligen Stuhl und die Verwaltung des Vatikanstaats vor.

Presseanfragen nach den betreffenden Zahlen blieben unbeantwortet. Beobachter sehen darin einen Hinweis auf ein gravierendes Defizit. Das nächste, 28. Treffen des Kardinalsrats ist für den 18. bis 20. Februar in Rom geplant.

(KNA)

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