Papst will Gläubige mehr stärken
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Die Stimme der Gläubigen ist wichtig
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Papst Franziskus spricht zu Bischöfen
Papst Franziskus spricht zu Bischöfen

18.09.2018

Papst stärkt Mitwirkung von Gläubigen bei Leitung der Kirche "Auf das Volk Gottes hören"

Papst Franziskus will die Mitwirkung von Gläubigen bei der Leitung der Weltkirche stärken. Dazu hat er eine neue Ordnung für Bischofssynoden erlassen. Experten und Betroffene sollen stärker in Beratungsprozesse eingebunden werden.

Die Bischofssynode müsse "immer stärker ein besonderes Mittel werden, auf das Volk Gottes zu hören", heißt es in einer neuen Ordnung, die am Dienstag im Vatikan vorgestellt wurde. Am 3. Oktober beginnt im Vatikan eine dreiwöchige Synode zum Thema Jugend. Diese werde nach den neuen Vorgaben ablaufen, die ab sofort in Kraft seien, so der Generalsekretär der Synode, Kardinal Lorenzo Baldisseri, bei der Vorstellung des Dokuments im Vatikan.

Bischofssynoden werden flexibler

Mit der neuen Apostolischen Konstitution "Episcopalis communio" (Die Bischöfliche Gemeinschaft) macht der Papst die Bischofssynode flexibler. Sowohl bei der Vorbereitung wie bei der Umsetzung sollen Bischöfe stärker Priester wie Laien einbeziehen. Bereits bei den Familiensynoden 2014/2015 und der jetzt anstehenden Jugendsynode gab es weltweite und nationale Umfragen oder örtliche Beratungen.

Auch sind künftig sogenannte vorsynodale Versammlungen möglich, bei denen Erfahrungen gesammelt und Einschätzungen ausgetauscht werden.

Diese Ergebnisse fließen dann in die eigentliche Synode ein. Auch Laienorganisationen wie Einzelpersonen können vor einer Synode Anregungen und Eingaben machen.

Experten und Frauen mehr einbinden

Zudem sollen Experten und Betroffene, auch Frauen, stärker eingebunden werden. Schon jetzt vertreten sogenannte Auditoren das Thema einer Synode. Sie diskutieren mit, stimmen aber nicht ab. Als Synodenmitglieder mit Stimmrecht, die sogenannten Synodenväter, sind Frauen bislang nicht vorgesehen.

Allerdings haben einzelne Obere von Männerorden zur Jugendsynode bereits keine Priester mehr entsandt, sondern einfache Ordensbrüder.

Ob auf diesem Wege irgendwann auch Ordensfrauen und andere Frauen als "Synodenmütter" mitentscheiden können, wollte Baldisseri nicht komplett ausschließen. Zunächst verwies er auf die Experten und Auditoren.

Neben den bisherigen Formen einer ordentlichen, außerordentlichen sowie einer Sondersynode sieht die neue Konstitution weitere Formen vor, die der Papst frei gestalten kann. Mit ihnen etwa könnte die Beteiligung anderer Kirchen gestärkt werden, um etwa ökumenische Themen zu beraten.

Bischofssynoden erst nach dem Zweiten Vatikanum

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) hatte Papst Paul VI. das Instrument der Bischofssynode eingerichtet. Damit sollte die katholische Kirche nicht mehr exklusiv auf den Papst ausgerichtet sein und die Kollegialität der Bischöfe untereinander gestärkt werden.

Nach nunmehr gut 50 Jahren reformiere die neue Konstitution die Bischofssynode, tue dies aber in der Tradition der frühen Kirche, in der solche Synodalität viel stärker ausgeprägt war, so Dario Vitali, Dogmatiker an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom.

"Episcopalis communio" ersetzt das Motu proprio "Apostolica Sollicitudo" Pauls VI. vom September 1965 sowie ergänzende Bestimmungen Benedikts XVI. von 2006. Die neue Konstitution besteht aus einem lehrmäßigen und einem juristischen Teil. In diesem werden in 27 Artikeln Ablauf einer Synode sowie die Zusammensetzung der beteiligten Gremien geregelt.

(KNA)

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