Papst mit chilenischen Bischöfen
Papst mit chilenischen Bischöfen

04.05.2018

Papst erweitert Beratungskreis zur Missbrauchskrise in Chile Auch emeritierte Bischöfe sollen kommen

Weitet Papst Franziskus den Kreis der Bischöfe, die an den Beratungen im Vatikan über den Umgang mit sexuellem Missbrauch in Chile teilnehmen sollen, aus? Laut eines Berichtes sollen auch die emeritierten Bischöfe des Landes partizipieren.

Anders als ursprünglich geplant habe Papst Franziskus neben den 31 amtierenden Bischöfen und einem Apostolischen Vikar jetzt ebenso die 19 im Ruhestand befindlichen Bischöfe zu dem Treffen gebeten, hieß es im Vatikan-Blog "Sismografo"(Freitag) unter Berufung auf eigene Informationen. Zu diesem Kreis gehören der 84 Jahre alte Kardinal Francisco Javier Errazuriz und der 91 Jahre alte Kardinal Jorge Medina Estevez.

Kardinal enger Berater von Franziskus

Errazuriz wird von Missbrauchsopfern beschuldigt, den später verurteilten Priester Fernando Karadima vor Strafverfolgung geschützt zu haben. Der Kardinal gehört dem engsten Beraterkreis um Papst Franziskus an. Medina Estevez hatte früher zu einem der Vergehen Karadimas erklärt, ein 17-jähriger Jugendlicher wisse, was er tue. Es handele sich also nicht um sexuellen Missbrauch.

Nach einer Kontroverse um die Mitwisserschaft des chilenischen Bischofs Juan Barros im Fall Karadima und nach Ermittlungen durch zwei vatikanische Sondergesandte im Februar hatte Franziskus in einem Brief an die Bischöfe schwere Fehleinschätzungen der Situation eingeräumt. Dafür machte er eine nicht wahrheitsgemäße und ausgewogene Information verantwortlich. Mit demselben Schreiben berief er sie nach Rom, um über Konsequenzen aus der Krise zu beraten. Das Treffen wird für den 14. bis 17. Mai erwartet.

Opfer kommen zu Wort

Vergangene Woche hatte Franziskus drei Opfer Karadimas mehrere Tage im Vatikan zu Gast, um deren Erfahrungen und Vorschläge zu hören.

Einer der Beteiligten, Juan Carlos Cruz, sagte anschließend vor Journalisten, Franziskus habe sich als "Teil des Problems" bezeichnet. Einer gemeinsamen Erklärung der drei Männer zufolge bat der Papst persönlich und im Namen der Kirche um Entschuldigung und lud sie zu einer Fortsetzung der Konsultationen ein.

(KNA)

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