Sterbebegleitung
Symbolbild Sterbebegleitung
Papst Franziskus
Papst Franziskus

16.11.2017

Papst über ethische Fragen zum Lebensende Keine Therapie um jeden Preis

Todkranke Menschen müssen laut Papst Franziskus nicht "um jeden Preis" medizinisch behandelt werden. Es sei moralisch vertretbar, auf therapeutische Mittel zu verzichten, wenn diese in keinem Verhältnis zum erhofften Ergebnis stünden.

Es gehe in solchen Fällen nicht darum, den Tod herbeizuführen, sondern zu akzeptieren, dass man ihn nicht verhindern kann. Das schreibt der Papst in einem Grußwort an die Teilnehmer einer internationalen Konferenz zum Lebensende, die am Donnerstag im Vatikan begann.

Die Einstellung oder Unterlassung solcher Therapien sei deutlich von Sterbehilfe zu unterscheiden, die "nach wie vor unerlaubt ist, da sie das Leben unterbricht und zum Tod führt", stellt der Papst klar. Franziskus räumt ein, dass es im klinischen Alltag und angesichts komplexer Fälle nicht immer leicht zu entscheiden sei.

Menschenwürde achten

Es reiche nicht, nur allgemeine Regeln anzuwenden: "Immer muss es eine Unterscheidung geben, die die Moral, die Umstände und die Absichten aller Beteiligten berücksichtigt." Die Menschenwürde dürfe dabei nicht zu kurz kommen. Ebenso wichtig sei es, Kranke niemals allein zu lassen: "Auch wenn wir wissen, dass wir nicht bei jeder Krankheit Heilung garantieren können, können und müssen wir uns um diese Menschenleben kümmern."

Allen demokratischen Gesellschaften gab der Papst mit, dass sie hier Lösungen finden sollten. Es müssten sowohl die verschiedenen Weltanschauungen dazu angehört werden wie auch die ethischen Überzeugungen der Religionen.

Ethische Fragen zum Lebensende

Im Vatikan beraten internationale Experten noch bis Freitag über medizinische und ethische Fragen zum Lebensende. Dabei soll es auch um das brisante Thema assistierten Suizids gehen, wie der Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Vincenzo Paglia, im Vorfeld ankündigte. Die Akademie organisiert das Treffen gemeinsam mit der europäischen Sektion der "World Medical Association" (WMA).

Insgesamt geht es um den Austausch unterschiedlicher Erfahrungen und Sichtweisen zu juristischen, medizinisch-pflegerischen und ethischen Aspekten. Dazu sind auch Vertreter anderer Religionen geladen, die aus Sicht ihres Glaubens über das menschliche Leben, Lebensende und Tod referieren.

(KNA)

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