Junge mit kolumbianischer Flagge
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Papst Franziskus
Papst Franziskus

22.06.2017

Kolumbiens Kirche fordert endgültigen Waffenstillstand Papst will die Allerärmsten besuchen

Vor dem Besuch von Papst Franziskus in Kolumbien Anfang September drückt die Kirche im Friedensprozess aufs Tempo. Ein Waffenstillstand soll weiteres Blutvergießen beenden. Derweil gibt es neue Details zur Papstreise.

Zwölf Kamerateams und mehrere Dutzend Journalisten, darunter viele aus dem Ausland: Zweieinhalb Monate vor dem Besuch von Papst Franziskus in Kolumbien war die politische Spannung über dem Land in Bogota greifbar, als die Tageszeitung "El Tiempo" und die Kolumbianische Bischofskonferenz bei einem gemeinsamen Forum informierten.

Schwerpunkte: Versöhnung, Vergebung, Armut und Teilhabe

Der Papst aus Argentinien wird seinem Besuch nach Einschätzung von Vatikanbotschafter Erzbischof Ettore Balestrero vor allem vier Schwerpunkte geben: Versöhnung, Vergebung, Armut und Teilhabe.

Franziskus habe sich bislang stets für Reisen an die Ränder der Gesellschaft entschieden. Daher reise er eben nach Paraguay oder nach Albanien und nicht nach Deutschland oder Frankreich, wo er bislang nur die EU-Institutionen in Straßburg besucht habe. Franziskus wolle ein Zeichen setzen und in der Touristenmetropole Cartagena die Häuser der Ärmsten besuchen, sagte Balestrero. 

Hoffnung auf deeskalierende Wirkung des Papstbesuchs

Bogotas Kardinal Ruben Salazar hofft auf eine deeskalierende Wirkung des Papstbesuchs, um den Friedensprozess weiter voranzubringen. Er wünsche sich sehr, dass es Franziskus gelinge, die Polarisierung zwischen Regierung und linken Rebellen aufzubrechen. Franziskus besuche zu einer historischen Zeit das Land, in dem sich die FARC-Guerilla gerade erst bereiterklärt habe, die Waffen abzugeben.

Vor allem in Villavicencio, dem geografischen Tor zum Amazonas, wird Franziskus nach Worten des Erzbischofs den Blick auf Frieden und Versöhnung richten. Das sei aber nur ein erster Schritt. Wirklichen Frieden kann es nach Worten Salazars nur geben, wenn die soziale Ungleichheit überwunden wird. Franziskus werde die Kolumbien-Reise auch nutzen, um sich mit dem Lateinamerikanischen Bischofsrat CELAM zu treffen. Dessen Sitz ist Bogota, der Vorsitzende Salazar selbst.

Kolumbiens Vizestaatspräsident Oscar Naranjo, der für die Planung des Papstbesuchs zuständig ist, erklärte, Franziskus komme nicht, um entsprechende Einladungen anzunehmen, sondern an der Seite der Menschen zu sein. Er werde wie immer großen Wert auf bescheidenes Auftreten legen: kein Luxushotel, keine Nobelkarosse, keine Prunktermine, sondern ganz nah bei den einfachen Kolumbianern. Das habe der Papst zur Vorgabe für die Planungen gemacht.

Fünfte Lateinamerika-Reise seiner Amtszeit

Der Kolumbien-Besuch von Franziskus (6. bis 11. September) ist die fünfte Reise des Papstes nach Lateinamerika. Er wird nach bisherigen Planungen die Hauptstadt Bogota sowie Villavicencio, Medellin und Cartagena ansteuern. Franziskus ist nach Paul VI. (1968) und Johannes Paul II. (1986) der dritte Papst, der nach Kolumbien kommt.

Bischöfe fordern sofortigen Waffenstillstand

Unterdessen wurde die kolumbianische Kirche auch auf einem anderen Parkett aktiv. In einem Schreiben fordern die Spitzen der Bischofskonferenz von der Regierung und der zweitgrößten Rebellengruppe des Landes, der ELN-Guerilla, einen sofortigen Waffenstillstand, um weiteres Blutvergießen zu verhindern.

Zwar laufen nach dem Muster der erfolgreichen Gespräche mit der FARC derzeit Verhandlungen in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Doch in verschiedenen Teilen des Landes kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen der Armee und der marxistisch orientierten Guerilla. Ein solcher Waffenstillstand sei nur möglich, wenn die ELN ihre Attacken auf die Zivilbevölkerung einstellt, sagte der Verhandlungsführer der Regierung, Juan Camilo Restrepo, am Mittwoch. Zurzeit sorgt der Fall zweier entführter niederländischer Journalisten für Aufsehen. Sie sollen sich in der Gewalt der ELN befinden.

Tobias Käufer
(KNA)

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