Papst Franziskus während einer Messe
Papst Franziskus während der Messe

29.05.2016

Papst Franziskus würdigt Arbeit der Diakone "Unterschiede nicht verwischen"

Papst Franziskus hat das Wirken Ständiger Diakone in der katholischen Kirche gewürdigt. Am Sonntag feierte er mit Diakonen aus aller Welt und deren Familien einen festlichen Gottesdienst auf dem Petersplatz.

Papst Franziskus hat das Wirken Ständiger Diakone in der katholischen Kirche gewürdigt. Am Sonntag feierte er mit Diakonen aus aller Welt und deren Familien einen festlichen Gottesdienst auf dem Petersplatz. Die Messe bildete den Abschluss eines internationalen Treffens von Diakonen, das der Vatikan aus Anlass des Heiligen Jahres organisiert hatte.

In seiner Predigt ermahnte der Papst dazu, den Unterschied zwischen Diakon und Priester nicht zu verwischen. Die Güte müsse eine der Tugenden des Diakons sein, so Franziskus. "Wenn der Diakon gütig ist, ist er Diener und spielt nicht vor, die Priester 'nachzuäffen'."

Keine Messe, keine Beichte 

Diakone unterstützen in der Regel den Pfarrer und dürfen beispielsweise taufen und predigen, nicht aber die Messe feiern oder die Beichte hören. Die Diakonweihe ist die erste der drei Weihestufen in der katholischen Kirche. Danach können die Priester- und Bischofsweihe folgen. Ständige Diakone, die verheiratet sein und einen Zivilberuf ausüben dürfen, gibt es seit 1968. In der katholischen Kirche wirken nach jüngsten Angaben (2014) rund 45.000 Ständige Diakone. Das aus dem Altgriechischen stammende Wort "Diakon" bedeutet "Diener".

Weiter rief der Papst die Diakone zum vorbehaltlosen Dienst am Mitmenschen auf. Sie dürften nicht "Sklave des Terminkalenders" sein und müssten stets offen bleiben für das "Unvorhergesehene, an dem es nie fehlt und das oft die tägliche Überraschung Gottes ist", so Franziskus. Wer Gott und den Mitmenschen dienen wolle, müsse seine Zeit und seine Räume auch für den öffnen, "der zur Unzeit anklopft". Dies gelte auch auf die Gefahr hin, dass man dann «die verdiente Ruhe unterbrechen» müsse.

Gott nachahmen 

Franziskus hatte vor zwei Wochen mit der Ankündigung Aufsehen erregt, die Zulassung von Frauen zum Diakonat durch eine Studienkommission prüfen zu lassen. Damit löste er eine breite Debatte über Aufgaben und Amtsverständnis von Diakonen in der katholischen Kirche aus. Dazu äußerte er sich am Sonntag nicht.

Weiter sagte der Papst, die Begriffe 'Apostel' und 'Knecht' seien zwei Seiten einer Medaille. Wer den Glauben verkünde, müsse dies auch im Dienen zum Ausdruck bringen. Umgekehrt gelte: wer diene, verkünde dadurch den Glauben. Das Dienen bestehe für einen Christen darin, "Gott nachzuahmen im Dienst an den anderen", erklärte der Papst.

Zahl um ein Drittel gestiegen 

Seit 2005 ist die Zahl der Diakone um ein Drittel gestiegen. Den größten Zuwachs verzeichnet Europa, wo demnach 15.000 Ständige Diakone wirken. In Deutschland gibt es derzeit (2014) gut 3.200 Ständige Diakone. In der römischen Kirche der ersten Jahrhunderte wirkten Diakone in der Armen- und Krankenpflege oder als Gehilfen des Bischofs in der Gemeindeverwaltung und beim Gottesdienst. Seit dem fünften Jahrhundert verlor das Amt in der römischen Kirche an Bedeutung. Es wurde zu einer Durchgangsstufe für die Priesterweihe. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) wertete das Amt theologisch auf und führte das Ständige Diakonat ein.

 

 

(KNA)

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