Irmentraud Kobusch
Irmentraud Kobusch begrüßt...
Papst Franziskus
...Papst-Ankündigung zum Frauen-Diakonat

13.05.2016

KFD begrüßt Papst-Ankündigung zum Frauen-Diakonat "Kirche braucht ein geschlechtergerechtes Gesicht"

Als "hoffnungsvolles Zeichen für die Geschlechtergerechtigkeit" bezeichnet die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands die Papst-Ankündigung, die Zulassung von Frauen zum Diakonenamt zu überprüfen. Entsprechend äußert sich die stellvertretende Bundesvorsitzende im Interview.

domradio.de: 1994 hatte Papst Johannes Paul II. die Debatte über Weiheämter für Frauen in der katholischen Kirche für "endgültig beendet" erklärt - jetzt hat Franziskus angekündigt, die Zulassung von Frauen zum niedrigsten dieser Weiheämter - also zum Diakon - neu diskutieren zu lassen. Was bedeutet das in Ihren Augen?

Irmentraud Kobusch (Stellvertretende Bundesvorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands): Schon 1974 hat die Würzburger Synode die deutschen Bischöfe gebeten, sich beim Papst dafür stark zu machen, dass die Frage nach dem Diakonat noch einmal neu geprüft wird. Denn viele Theologinnen und Theologen sind überzeugt, dass das Verbot der Priesterweihe nicht automatisch auf das Diakonat zu übertragen ist. Und von daher ist für viele von uns seit Jahrzehnten die Frage nach dem Diakonat immer noch offen und immer noch ein Punkt, von dem wir glauben, die Kirche hätte die Möglichkeit, das Diakonat der Frau einzuführen. Und darum freuen wir uns jetzt so sehr, dass der Papst dieses Gespräch eröffnet und bereit ist, eine Kommission einzusetzen, um die Frage zu prüfen.

domradio.de: Sie selbst engagieren sich ja schon lange für eine Zulassung von Frauen als Diakoninnen - im Netzwerk "Diakonat der Frau". Schöpfen Sie jetzt neue Hoffnung?

Kobusch: Ich glaube schon, dass wir Hoffnung schöpfen können. Wir verknüpfen mit dieser Hoffnung aber natürlich den nachdrücklichen Wunsch, dass wir das sakramentale Diakonat der Frau erwarten. Wir wären nicht zufrieden, wenn es ein Diakonat gäbe, das nicht Teil des Weiheamtes ist. Das würde uns nicht reichen. Wir wünschen uns, dass Frauen, die sich dazu berufen fühlen, als Diakoninnen der Kirche Ihre Charismen einbringen und dass Frauen als geweihte Diakoninnen an der Seite der Armen von diesem wunderbaren Amt Zeugnis abgeben, das das Diakonenamt eigentlich ist.

domradio.de: Noch ist ja völlig unklar, was für konkrete Schritte aus der Äußerung des Papstes folgen werden. Naheliegend wäre ja die Einberufung einer Kommission, die sich damit beschäftigt, welche Rollen und Ämter Frauen im frühen Christentum hatten und welche Konsequenzen daraus für heute zu ziehen sind. Wen sollte der Papst in Ihren Augen in eine solche Kommission berufen?

Kobusch: Es sollten Theologinnen und Theologen sein, die sich klar und seit langem intensiv mit der Frage nach dem Diakonat der Frau beschäftigt haben. Das betrifft nicht nur seine Geschichte. Wir können an eine Geschichte anknüpfen. Aber auch andere Ämter haben sich im Lauf der Kirchengeschichte weiterentwickelt. Wir brauchen auch darin Menschen, die dogmatisch und ekklesiologisch, also was das Wesen der Kirche angeht, nach vorne und in Richtung Zukunft denken wollen. Und ich denke, wir brauchen Frauen in dieser Kommission, damit nicht nur Männer – Wissenschaftler, Theologen – über dieses Thema reden. Da gibt es viele kompetente Frauen. Und ich wünsche mir – aus Sicht des Netzwerkes "Diakonat der Frauen" - dass die Erfahrungen, die wir mit Frauen gesammelt haben, die ihrer Berufung zum Diakonenamt nachgespürt haben, hier mit einfließen können.

Es wird ja oft gesagt: "Man müsste noch mal überlegen, wie das Diakonat der Frau aussehen kann." Wir haben vom Netzwerk 23 Frauen Fähigkeiten vermittelt, die aus unserer Sicht eine Diakonin der Zukunft braucht. Diese Frauen leben eine Berufung, sehnen sich nach Bestätigung ihrer Berufung und haben natürlich längst Erfahrungen gesammelt, ehrenamtlich, überall da, wo sie in der Kirche aktiv sind. Und dieses Erfahrungswissen, diese Lebenszeugnisse der Frauen geben der Forderung nach dem Diakonat der Frau jetzt schon ein Gesicht. Ich wünsche mir, dass es eine Möglichkeit geben wird, dass diese Erfahrungen in dem Suchprozess fruchtbar gemacht werden können, den der Papst jetzt einleiten will.

domradio.de: Die Mühlen der Kirche mahlen sehr langsam – und selbst, wenn die Kommission wirklich kommt, ist ja noch lange nicht gesagt, dass die sich am Ende für ein Diakonat der Frau ausspricht und dann tatsächlich Frauen zu Diakoninnen geweiht werden können. Was glauben Sie, wie der Prozess jetzt vorankommt?

Kobusch: Ich wünsche mir, dass der Prozess zügig vorangeht. Denn die Situation der Kirche und die Glaubwürdigkeit der Kirche fordert es. Sie fordert es, weil wir ein geschlechtergerechteres Gesicht der Kirche brauchen. Sie fordert es aber auch, weil wir ein diakonischeres Gesicht der Kirche brauchen. Und für uns verbinden sich ja diese beiden Visionen für die Zukunft der Kirche im Diakonat der Frau – Geschlechtergerechtigkeit und eine deutliche Option für die Armen. Das sagt der Papst auch immer wieder. Von daher wünsche ich mir, dass das nicht zu lange geht – zumal die Argumente eigentlich alle auf dem Tisch sind. Man braucht sie nur zusammenzuführen. Die Sachen sind eigentlich längst klar. Die katholische Kirche hätte die Möglichkeit, Frauen zu Diakoninnen zu weihen.

domradio.de: Werden wir das noch erleben?

Kobusch: Ich hätte vor ein paar Wochen gesagt: "Ich weiß es nicht!" – Mit dem, was wir gestern vom Papst erfahren haben, habe ich Hoffnung, dass ich es vielleicht doch erleben werde.

Das Interview führte Uta Vorbrodt.

(DR)

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Aktuell: Statement zur Missbrauchs-Studie.

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

DOMRADIO in Berlin und Brandenburg

Ab sofort auf DAB+ auch in Berlin und Brandenburg: Das Kölner DOMRADIO!

Mit Willibert in die Heilige Stadt

Im November 2019 ist es soweit: Erkunden Sie das ehrwürdige Rom auf dieser Pilgereise mit dem Rom-Kenner Willibert Pauels, Karnevalsfreunden und DOMRADIO.DE Besuchern auch bekannt als "ne Bergische Jung"!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 19.09.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Versteigerung Kardinal Meisners Nachlass
  • Kompromiss im Fall Maaßen?
  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Korea-Gipfel: Kim und Moon unterzeichnen Vereinbarung
  • Verwandlung: Blutwunder in Neapel
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kongress im Vatikan: Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus
  • Der Wunsch nach Frieden: Konzert im Kölner Dom
  • Vier Tage - drei Länder: Am Samstag reist der Papst ins Baltikum
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Kongress im Vatikan: Gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus
  • Der Wunsch nach Frieden: Konzert im Kölner Dom
  • Vier Tage - drei Länder: Am Samstag reist der Papst ins Baltikum
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" - Wohnungslosigkeit in Städten wie Köln
  • Bücherplausch: Von einer Marinetaucherin und dem Erwachsenwerden
  • Kongress gegen Fremdenfeindlichkeit im Vatikan
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Lukasevangelium
    20.09.2018 07:50
    Evangelium

    Lk 7,36–50

  • Reims: Glasfenster von Wolfgang Knoebel
    20.09.2018 09:10
    Anno Domini

    Kathedrale in Flammen

  • Matthäusevangelium
    21.09.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 9,9–13

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen