Yasuní-Nationalpark
Yasuní-Nationalpark
Bärbel Höhn
Bärbel Höhn

07.07.2015

Grünenpolitikerin Höhn zum Umweltschutz in Ecuador Papstbotschaft für Indigene

Trotz Protesten Indigener fördert Ecuador Öl im Yasuni-Nationalpark. Aus Anlass des Papstbesuchs blickt die Umweltausschuss-Vorsitzende Bärbel Höhn auf die Lage in Yasuni. Ecuadors Regierung verweigerte ihr 2014 die Einreise.

domradio.de: Was war im Dezember 2014 los als Sie den Yasuni-Nationalpark besuchen wollten?

Bärbel Höhn (Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt im Deutschen Bundestag): Zum einen ist es so, dass wir aus Deutschland eine Menge Projekte im Yasuni fördern. Wir haben lange mit der ecuadorianischen Regierung gemeinsam dafür gestritten, dass kein Öl im Yasuni abgebaut wird. Wir wollten eigentlich, dass ein Fonds gebildet wird, dass die Regierung Geld bekommt und als Gegenleistung dieses Öl nicht fördert. Leider ist das Geld nicht zusammen gekommen und deshalb hat Deutschland für einzelne Projekte Geld gegeben. Diese Projekte wollten wir uns ansehen. Ich kann die Absage nur so verstehen, dass es sehr viel Stress um die Frage gibt, dass der Präsident ja früher selber das Öl nicht abbauen wollte und dass es jetzt natürlich großen Widerstand gegen seine jetzige Politik gibt, Öl trotzdem abzubauen.

domradio.de: Was wissen Sie über den IST-Zustand im Yasuni-Park? Welche Schäden hat die bisherige Förderung schon verursacht?

Höhn: Erst einmal ist das ein sehr sehr großes Gebiet. Man wird diese Ölarbeiten, die da stattgefunden haben, jetzt erst einmal nicht stoppen können. Das war auch nicht unsere Absicht. Das wäre ja ein Eingriff in die Souveränität von Ecuador gewesen. Die Projekte, die wir uns ansehen wollten, sind auch nicht genau dort, wo das Öl gebohrt wird. De facto hätte die Regierung sehr viel souveräner mit unserem Ansinnen umgehen können, aber sie hat wirklich absolut überzogen reagiert.

Man muss allerdings dazu sagen, dass momentan der Ölpreis sehr gesunken ist und deshalb die Ölreserven aus dem Yasuni sich nicht mehr so rechnen, weil sie teurer sind als z.B. das Erdöl in Saudi-Arabien zu fördern. Sie sind da schon am Limit dessen, was sie noch verdienen können. Von daher hätte sich jetzt sogar ein anderer Weg abgezeichnet, gerade wenn man mit dem Öl nicht mehr so viele Gewinne machen kann, auch da hätten wir vielleicht auch helfen können, eine andere Initiative zu ergreifen. Die Regierung ist da momentan so unter Druck der Opposition, dass sie nicht souverän genug ist, solche Pläne zu beraten.

domradio.de: Papst Franziskus hat erst vor kurzem seine Umweltenzyklika veröffentlicht, welchen Wert könnte das haben, wenn er sich klar auf die Seite der Indigenen aus dem Yasuni-Park und der Umweltschützer stellen würde?

Höhn: Ich glaube, dass er das für ein einzelnes Projekt nicht machen kann. Das, was er jetzt auch als erste Botschaft in Ecuador gemacht hat, war ja schon ein klares Zeichen dafür, dass man den Schwächsten helfen muss und sie unterstützen muss. Das sind ja gerade in Lateinamerika die Indigenen.

Insofern hat er indirekt auch Correa, den Präsidenten von Ecuador, darauf hingewiesen, etwas anderes zu machen. Dass er sich direkt für dieses Projekt Yasuni einsetzt, das wird er nicht tun. Er muss natürlich versuchen, ein Stück über allem zu schweben.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(dr)

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