15.04.2017

Botschaften zu Ostern Bischöfe ermutigen zum Einsatz für den Frieden

Die beiden großen Kirchen in Deutschland haben zum Osterfest an Konflikte und religiöse Verfolgung in aller Welt erinnert - und zugleich auf die ermutigende Osterbotschaft verwiesen.

Es gehe an Ostern nicht um Illusion oder eine Verdrängung der harten Realität, sagte der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki im Kölner Dom. Es gebe dem Leben "mitsamt seinem Kreuz und Leid einen ungeheuren Tiefgang und Sinn", dass der gekreuzigte und auferstandene Jesus die Menschen in seine Lebensgemeinschaft aufnehme. Das Mitgefühl der Christen gelte tausenden Flüchtlingen und jenen Kopten in Ägypten, die am Palmsonntag ihr Leben verloren hätten.

Es gehe darum, die österliche Perspektive des neuen Lebens und des Aufbruchs ernst zu nehmen, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, laut Redemanuskript am Ostersonntag im Münchner Liebfrauendom. Sie gehöre zur christlichen Identität und inspiriere damit auch Europa. Der Erzbischof von München und Freising nannte es eine zentrale Aufgabe, die "Kultur der Freiheit" nicht zu verspielen: "Wir können und dürfen dafür etwas tun!"

Ermutigung und Stärkung

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erklärte, angesichts von Terror, Krieg und Krankheit seien Ermutigung und Stärkung in diesen Tagen besonders wichtig. Ostern wolle den Menschen Mut machen, betonte der bayerische Landesbischof. Kern der Osterbotschaft sei, "dass am Ende nicht Hass und Tod siegen werden, sondern das Leben". Dies sei keine Vertröstung auf das Jenseits, "sondern Beginn einer neuen Realität". Ostern erinnere daran, "dass diese Welt nicht so bleiben wird, wie sie ist".

An verfolgte und bedrohte Christen weltweit erinnerte auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. "Beten wir, damit sich der Glaube ausbreiten darf und dass alle Christen in Frieden, Freude und Freiheit leben können", sagte er im Bamberger Dom. Von der Taufe solle eine Dynamik ausgehen, die Resignation und Pessimismus überwinde - auch im Hinblick auf die Zukunft der Kirche, so Schick.

Anstrengungen für den Frieden

Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck rief die Christen zu besonderen Anstrengungen für den Frieden auf. Öffentliche Stimmungsmache mache die Gesellschaft unsicherer. Christen müssten sich deshalb für das Leben sowie gegen Missgunst und Lügen einsetzen. Es brauche "den Aufstand für Vergebung und nicht für Vergeltung", so Overbeck in der Osternacht im Essener Dom.

Der Hamburger Erzbischof Stefan Heße bezeichnete Ostern als "Begründung und Einladung dafür, die Kultur des Humanen zu bewahren und zu stärken". Aus der Siegesfeier des Lebens über den Tod entstehe auch der Auftrag, "hier und heute dem zu dienen, was Leben fördert", sagte Heße in seiner Osterbotschaft. Eine Perspektive, die die Wahrung der Menschenwürde in den Mittelpunkt rückt, sei weder Luxus noch naiv.

(KNA)

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