01.04.2013

Zollitsch regt ökumenische Pilgerreise zum Reformationsjubiläum 2017 an Möglichst nahe bei Jesus

Die Ökumene ist in den vergangenen Jahren ins Stocken geraten. Erzbischof Robert Zollitsch betont nun den Wunsch nach mehr Gemeinsamkeit. Sein evangelischer Bischofskollege Heinrich Bedford-Strohm sieht nach der Papstwahl neue Chancen.

Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, hat zum Reformationsjubiläum 2017 eine ökumenische Pilgerreise angeregt. Im Deutschlandfunk schlug er den evangelischen Bischöfen am Ostersonntag vor, im Jubiläumsjahr gemeinsam mit ihren katholischen Kollegen ins Heilige Land aufzubrechen, "um möglichst nahe bei Jesus, bei der Heiligen Schrift zu sein".

Die evangelische Kirche feiert in vier Jahren den Beginn der Kirchenreformation durch Martin Luthers (1483-1546) legendären Thesenanschlag an die Wittenberger Schlosskirche. Beim derzeitigen Stand der Jubiläums-Vorbereitungen ist noch nicht klar, in welcher Weise die katholische Kirche in das Reformationsgedenkjahr einbezogen sein wird.

Zollitsch sagte, er wünsche sich im Blick auf die Ökumene mit der evangelischen Kirche wieder mehr Gemeinsamkeit. In ethischen Fragen etwa habe man sich leider in den letzten Jahren nicht aufeinander zubewegt, sondern verschiedene Positionen vertreten, sagte der Freiburger Erzbischof und verwies auf die Biomedizin. Wichtig sei auch, dass die beiden großen Kirchen "atmosphärisch" besser zusammenfänden.

Für das Anliegen von konfessionsverschiedenen Ehepaaren, gemeinsam Gottesdienst und Eucharistie zu feiern, äußerte Zollitsch Verständnis. Eine Anerkennung des evangelischen Sonntagsgottesdienstes als vollwertig für katholische Gläubige lehnte er jedoch ab. Dabei handele es sich um eine so zentrale theologische Frage, dass sie nicht nur mit Barmherzigkeit zu regeln sei. "Wir sind an der Frage dran", betonte er. Es gebe großes und ehrliches Interesse an einem gemeinsamen Weg.

Hoffnung auf ökumenischen Aufbruch

Der bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm sieht unterdessen Anzeichen für eine neue ökumenische Annäherung. Es gebe eine große Hoffnung für "spürbare Schritte auf dem Weg zur Einheit der Kirche", sagte er am Ostersonntag in München. Dass sich der "mächtigste Mensch in der römisch-katholischen Kirche" Franziskus nenne, drücke einen Willen zur Veränderung im Katholizismus aus mit neuen Chancen für die Ökumene. Ein ökumenischer Aufbruch zu einer Kirche, die den Menschen nahe sei, könne helfen, dass sich "Osterfreude wirklich in den Herzen ausbreitet".

Der badische Landesbischof Ulrich Fischer warb dafür, Frauen und Männer bei der Bekleidung von Ämtern in allen christlichen Kirchen gleichzustellen. Dies entspreche "dem biblischen Befund", schrieb Fischer in einem Gastbeitrag für die "Badischen Neuesten Nachrichten"
(Wochenendausgabe) in Karlsruhe. Jesus habe sich "unterschiedslos Männer und Frauen zugewandt und sie in seinen Dienst" gerufen. Die erste und wichtigste Zeugin der Auferstehung sei eine Frau gewesen, Maria Magdalena.

Er hoffe daher, dass in der katholischen Kirche die vieldiskutierte Zulassung der Frauen zum Diakonat "schon bald Wirklichkeit wird", schrieb Fischer, der auch Medienbischof der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) ist. In der katholischen Kirchen dürfen bislang nur Männer als Diakone den Priester bei der Verkündigung und der Feier der Sakramente unterstützten.

(epd)

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