Kardinal Schönborn ruft zu Einsatz gegen Kinderarbeit auf
Kardinal Schönborn ruft zu Einsatz gegen Kinderarbeit auf
Papst Franziskus (Archiv)
Papst Franziskus (Archiv)
Der Wiener Kardinal Schönborn
Christoph Kardinal Schönborn

12.06.2021

Papst und Kardinal Schönborn rufen zu Einsatz gegen Kinderarbeit auf Jeder Einzelne in der Pflicht

Kinder als die Zukunft der Menschheitsfamilie seien zu fördern, schreibt Papst Franziskus auf Twitter zum Weltkindertag. Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn fordert mehr Kampf gegen Kinderarbeit und nimmt dafür die Politik und jeden Einzelnen in die Pflicht.

Zum Welttag gegen Kinderarbeit an diesem Samstag hat sich Papst Franziskus mit einem Tweet zu Wort gemeldet. "Die Kinder sind die Zukunft der Menschheitsfamilie", schrieb das Kirchenoberhaupt und fügte hinzu: "Wir alle haben die Aufgabe, ihr Wachstum, ihre Gesundheit und ihren inneren Frieden zu fördern!"

Der Welttag gegen Kinderarbeit wurde 2002 von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) ins Leben gerufen und findet jährlich am 12. Juni statt. Aktuellen Schätzungen zufolge sind mehr als 150 Millionen Jungen und Mädchen von Kinderarbeit betroffen.

Klare rechtliche Vorgaben für Lieferketten

"Kinderarbeit ist uns näher, als uns oft bewusst ist. Sie versteckt sich in vielen Produkten unseres Alltags: in Kleidern, Schokolade, Mobiltelefonen", betont der Wiener Erzbischof in seiner Wochenkolumne in der Zeitung "Heute". 

Viele Unternehmen kümmerten sich wenig um die Lieferketten. Hier brauche es klare rechtliche Vorgaben, die Unternehmen stärker in die Verantwortung nehmen, sowie mehr Aufklärung.

Alarmierende Zahlen

Schönborn äußerte sich zum Welttag gegen Kinderarbeit (Samstag, 12. Juni). Die Zahlen seien alarmierend: Weltweit sind 160 Millionen Jungen und Mädchen betroffen, Tendenz steigend. Geschätzt 79 Millionen Kinder arbeiteten unter extrem schwierigen Bedingungen, so der Kardinal. Sie würden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet. "Ihre Gesundheit ist gefährdet, ihre Entwicklung behindert. Die meisten können nicht zur Schule gehen.

Sie arbeiten im Goldbergbau, in Tunneln und engen Minenschächten, oft unter Lebensgefahr, in Teeplantagen und Steinbrüchen, im Tourismus und als Teppichknüpfer. Die Liste ist lang!"

Die rechtliche Lage sei klar: Kinderarbeit sei an sich verboten. Doch Not und Armut würden vielen Kindern keine andere Wahl lassen, so Schönborn: "Sie tragen bei zum Überleben der Familie und sind dabei oft willkürlicher Ausbeutung ausgeliefert."

(KNA)

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