Lebkuchenherzen auf dem Oktoberfest
Lebkuchenherzen auf dem Oktoberfest

03.09.2020

Eine spannende Event-Serie für Wiesn-Freunde und andere "Oktoberfest 1900" - Der Kampf um das größte Volksfest der Welt

Die Wiesn-Wirte haben sich schon aufgeregt. "Rufschädigend" sei die Serie. Die Zuschauer könnten glauben, dass es heute noch immer so brutal zugehe. Eine bessere Werbung hätten sich die Macher wohl nicht wünschen können.

Die Männer mit ihren Federn und Baströcken am Isar-Strand verwirren einen am Anfang etwas. Eine Rückblende in die Zeit der Bajuwaren? Nein, die schauten nicht so aus wie diese "Wilden" aus der Südsee, aus Deutsch-Samoa. Was das mit der Wiesn zu tun hat? Viel. Denn ab 1875 wurden dort Völkerschauen mit Menschen aus aller Welt immer populärer, die letzte fand übrigens 1959 statt. Solche "Kannibalen" gaben einem das Gefühl, was Besseres zu sein, und zuzutrauen war ihnen eh alles, selbst ein Mord am ehrwürdigen Giesinger Gasthof- und Brauereibesitzer Ignatz Hoflinger (Francis Fulton-Smith).

"Oktoberfest 1900" heißt die an historische Gegebenheiten angelehnte Eventserie, für die Alexis von Wittgenstein das Konzept entwickelt hat. Ab 15. September wird sie an drei Abenden jeweils mit Doppelfolgen im Ersten ausgestrahlt. Unter der Regie von Hannu Salonen spielt eine Riege von erstklassigen Schauspielern mit. Geht es nach Maximilian Brückner, der einen korrupten, reichen Bierbrauer namens Anatol Stifter verkörpert, sollte man sich das nicht entgehen lassen: "Ein Thriller, ein Drama, eine Komödie - da ist alles drin." Noch dazu, wo in diesem Jahr das größte Volksfest der Welt coronabedingt ausfallen muss.

Die Handlung

Hoflinger ist das erste Opfer des aus Nürnberg stammenden Aufsteigers Curt Prank (Misel Maticevic). Mit seiner Tochter Clara (Mercedes Müller) ist er nach München gezogen, um seinen Traum von der "Bierburg" für 6.000 Gäste zu verwirklichen. 20 Mal so groß wie die sonst üblichen Bierbuden auf dem Oktoberfest soll sie sein. Dafür braucht er die entsprechende Stellfläche; um diese zu kriegen, ist ihm jedes Mittel recht. Kommt er mit Bestechung nicht weiter, hilft ihm sein Mann fürs Grobe (Martin Feifel). Den Gastronom gab es tatsächlich. Er hieß Georg Lang, und in seiner Bierhalle erklang auch erstmals das Trinklied "Ein Prosit auf die Gemütlichkeit".

Die Hoflinger-Witwe (Martina Gedeck) kämpft derweil ums Überleben der Deibel-Brauerei und um das ihre Familie voraussichtlich sanierende Wiesn-Geschäft. Die Hoffnung möge weiterleben in ihren beiden Söhnen und in "ihrem guten Bier", hat ihr der Pfarrer bei der Trauerfeier gewünscht. In diese Nebenrolle ist sogar ein echter Priester mit Erfahrung als Wiesn-Kellner geschlüpft: Rainer Maria Schießler.

Auch starke Frauen sind vertreten

Wie aus einem kraftvollen Sud für ein süffiges Märzenbier haben die Macher aus dem Vollen geschöpft. In den Prager Studios wurde ein München zur Prinzregentenzeit geschaffen mit düsteren Ecken samt farbenprächtigem Oktoberfest, das nichts von der Bussi-Stadt hatte. Dafür gab es eine Schwabinger Boheme mit Kandinsky, Thoma und Gräfin Reventlow. Als diese Künstler beim "Oiden Deibel" im Arbeiterviertel Giesing zu Gast sind, treffen zwei Welten aufeinander. Mittendrin Wirtssohn Ludwig, der als Zeichner für den "Simplicissimus" entdeckt wird und dessen damals noch strafbare Homosexualität ihn erpressbar macht.

Das Bierkartell mag eine Sache der Männer sein, die unter sich die Regeln ausmachen. So gilt seit der Jahrhundertwende, dass nur das Bier von Münchner Brauereien auf der Wiesn ausgeschenkt werden darf. Doch es gibt auch starke Frauen in diesem Mehrteiler. Brigitte Hobmeier spielt das Biermadl Colina Kandl, das mit List zur Anstandsdame von Pranks Tochter wird. Als sie später in ihren Job als Bedienung zurückkehrt, weiß der Wirt die rothaarige Schöne auf Plakaten zu vermarkten, die sie Bierkrüge tragend auf einem Fass zeigen wie die Schützenliesl. Sie wiederum nutzt ihre Bekanntheit, um für sich und ihre Kolleginnen per Streik bessere Löhne auszuhandeln.

Vielseitige Serie

Liebe, Intrige, Gewalt und Humor - die Serie nimmt einen mit in eine andere Zeit und lässt in Abgründe blicken. Die Wiesn-Besucher kriegen von all dem, was im Hintergrund abgeht, nichts mit. Sie wollen nur - so wie heute auch - für einige Stunden dem Alltag entfliehen.

Deshalb ein Prost auf dieses Fernsehevent. Den verärgerten Wiesn-Wirten sei geraten: "Schwoabts es obe!" (Spült es runter) - am besten mit einem kühlen Wiesn-Bier, das es zumindest im Handel auch dieses Jahr geben soll.

Barbara Just
(KNA)

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