69. Berlinale
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Berlinale 2020: Regisseur Mohammed Rassulof
Berlinale 2020: Regisseur Mohammed Rassulof

29.02.2020

Preis der Kirchen bei Berlinale für Film zu Todesstrafen im Iran "Es gibt kein Böses"

​Der Film "Es gibt kein Böses" des iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof hat auf der Berlinale den Hauptpreis der Ökumenischen Jury der Kirchen erhalten. Der Film zeigt eine Kritik der Todesstrafe und des repressiven iranischen Systems.

Den Preis in der Sektion Panorama erhielt "Otac" ("Vater") von Srdan Golubovic; "Saudi Runaway" von Susanne Regina Meures erhielt in der gleichen Kategorie eine lobende Erwähnung. In der Sparte Forum wurde "Seishin 0" ("Zero") von Kazuhiro Soda ausgezeichnet, wie die Jury am Samstag in Berlin mitteilte. 

Kritik an der Todesstrafe

Laut Jury ist "Es gibt kein Böses" herausragend erzählt, von großer filmischer Qualität und mit überzeugenden darstellerischen Leistungen. Der Film zeige "eine grundsätzliche Kritik der Todesstrafe im Allgemeinen und des repressiven iranischen Systems im Besonderen". Der Episodenfilm dreht sich um die Wichtigkeit des Gewissens in den Geschichten von vier jungen Männern, die die Todesstrafe vollstrecken sollen, und ihres Umfelds.

Dem Preisträger "Otac" bescheinigte die Jury eine "vorbildliche Haltung der Beharrlichkeit und eines Gerechtigkeitsstrebens, welches trotz der prekären Situation nicht auf Kosten anderer geht". In dem auf eine wahre Begebenheit basierenden Roadmovie werde der Vater, der 300 Kilometer zu Fuß wegen eines Sorgerechtsstreit zu seinen Kindern läuft, zu einem Helden, ohne sich selbst je als Held zu sehen.

"In herausragender Weise ins Bild gesetzt"

"Seishin 0", der den Einsatz eines Psychiaters für seine Patienten zum Inhalt hat, beeindruckte die Jury mit einer "scheinbaren Einfachheit". Menschliche Würde und Mitgefühl würden "in herausragender Weise ins Bild gesetzt", hieß es. Es handle sich um einen bewegenden Beitrag über den Wert menschlicher Fürsorge in einer Gesellschaft, in der Menschen sozialem und wirtschaftlichem Erfolgsdruck ausgesetzt seien.

Zur lobenden Erwähnung von "Saudi Runaway" heißt es, Susanne Regina Meures als Regisseurin und Muna als Protagonistin ließen miteinander mehr als einen Film entstehen. Das mit Handy-Videos zusammengesetzte Werk handelt von der bevorstehende Ehe Munas und ihrem von der Familie ausgesuchten Bräutigam sowie der geplanten Flucht aus Saudi-Arabien. "Sie fügen den Smartphone-Bildern eine Version des Feminismus hinzu und profilieren die Würde der Frauen nicht trennend, sondern als Brücke."

Ökumenischer Preis für Filme seit 1992

Die Auszeichnungen in den Kategorien Panorama und Forum sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Seit 1992 sind die internationalen Filmorganisationen der evangelischen und der katholischen Kirche - Interfilm und Signis - durch eine aus sechs Mitgliedern bestehende gemeinsame ökumenische Jury vertreten. Sie zeichnet Filme aus, in denen ein menschliches Verhalten oder Zeugnis zum Ausdruck kommt, das mit dem Evangelium in Einklang steht, oder die dem Publikum spirituelle, menschliche und soziale Werte vermitteln.

 

(KNA)

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