Ist Kirche systemrelevant?
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Glasfenster in St. Maurice Wallis, Schweiz
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St. Georg, Reichenau - Oberzell
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Hospitalkirche Stuttgart
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Wallfahrtskirche Kapelle St. Eusebius, Brigels
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08.02.2020

Andreas Keller sammelt im Netz tausende Fotos von Kirchen "Augen aufmachen!"

Seit fast zehn Jahren fotografiert Andreas Keller leidenschaftlich Kirchen und Kapellen - rund 7.000 Fotos von Kirchen hat er schon ins Netz gestellt. Auch um andere zu motivieren, offen zu sein und richtig hinzuschauen, sagt Keller im Interview.  

DOMRADIO.DE: Mehr als 7000 Fotos von Kirchen haben sie schon auf ihre Seite www.kirchen-online.com ins Netz gestellt. Woher kommt diese Begeisterung für Gotteshäuser?

Andreas Keller (Kirchenfotograf): Ich muss ein bisschen ausholen. Meine Begeisterung hat ihren Ursprung eigentlich bei Johann Sebastian Bach. Das mag sie verblüffen. Mein Vater war Musikwissenschaftler, Organist und Pianist, Rektor der Musikhochschule in Stuttgart. Natürlich habe ich auch Musik und Musikwissenschaft studiert und bin dann über den Bärenreiter-Verlag zur Internationalen Bach-Akademie in Stuttgart gekommen. Dort war ich 30 Jahre lang Indendant und habe in dieser Funktion zahllose Konzerte logistisch verantwortet.

Wenn man Bach musiziert, ist man natürlich primär in Kirchen. Die Aufgabe dort heißt immer: Wie bekomme ich ein Ensemble von vierzig bis hundert Leuten zur Aufführung in eine Kirche hinein. Da geht es um logistische Fragen, um Licht, WCs, Umkleiden etc. Aber immer bleibt ein Punkt, an dem man sagt: Wo bin ich denn hier?

Dieses Interesse für den Raum, in dem wir musiziert haben, hat sich dann in den Ruhestand gerettet und auf die Fotografie verlagert. Das ist jetzt seit gut zehn Jahren mein großes Hobby oder schon fast mein zweiter Beruf. Nach dem Motto des alten Kinderspiels "Ich sehe was, was du nicht siehst", sage ich also: "Ich sehe was, weil ich mir die Zeit nehme. Und ich möchte es Dir zeigen."

DOMRADIO.DE: Wenn Sie in einer Kirche sind und sich Zeit nehmen, schießen Sie ja tatsächlich teilweise bis zu 800 Fotos, nehmen am Ende aber nur eins. Warum ist es Ihnen so wichtig, sich richtig reinzufühlen in ein Gotteshaus?

Andreas Keller: Ich habe die Freude und Gnade, Zeit zu haben. Wenn ich in eine Kirche gehe, setze ich mich erstmal einfach hin und tue nichts - schaue und spüre. Irgendwann spricht dieses Gotteshaus zu mir. Dann fange ich an, ganz langsam herumzugehen und nur zu schauen.

Wenn mich das anspricht - und meistens tut es das - komme ich wieder mit einer relativ großen Kameraausrüstung und einem Tag Zeit. Dann schaue ich nach allem, was ich sehe. Natürlich arbeite ich sehr viel mit Teleobjektiven. Denn viele Dinge sind so weit weg, dass man sie sonst nur mit dem Fernglas sehen würde. Zu Hause bin ich dann am Computer ein paar Wochen beschäftigt: Sortieren, auswählen, genauer schauen, Literatur lesen, merken: Was hab ich übersehen? Auch historisch ist es dann oft sehr spannend, wenn man in die alten Quellen geht.

DOMRADIO.DE: Man findet auch ganz viele tolle Detailaufnahmen von Ihnen: Fenster, Heilige, Glocken, Inschriften. Sie machen diese Fotos ja den Menschen übers Internet zugänglich. Was wollen Sie damit erreichen?

Andreas Keller: Ich möchte andere an meiner Begeisterung teilhaben lassen. Ich möchte etwas von diesem Reichtum weitergeben und die Leute - wenn möglich - motivieren, selbst zu kommen und zu schauen. Schön ist auch, wenn sie durch ein solches Beispiel in ihre eigene Kirche um die Ecke reingehen - nicht "nur" zur Messe oder zum Gottesdienst, sondern, um mal richtig zu schauen. Also: Augen aufmachen! Sie entdecken in jedem Raum tolle Dinge. Sie müssen nur offen sein und hinschauen. 

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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