Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Gelehrter im Studierzimmer, 1634, Öl auf Leinwand, Nationalgalerie Prag
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Gelehrter im Studierzimmer, 1634, Öl auf Leinwand, Nationalgalerie Prag
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Selbstbildnis als Zeuxis, um 1662, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto RBA Köln
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Selbstbildnis als Zeuxis, um 1662, Öl auf Leinwand, Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud, Foto RBA Köln
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Hl. Bartholomäus, 1661, Öl auf Leinwand, J. Paul Getty Collection, Los Angeles
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Hl. Bartholomäus, 1661, Öl auf Leinwand, J. Paul Getty Collection, Los Angeles
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Saskia van Uylenburgh, 1634-40, Öl auf Holz, National Gallery of Art, Washington, Widener Collection
Rembrandt (Harmensz. van Rijn), Saskia van Uylenburgh, 1634-40, Öl auf Holz, National Gallery of Art, Washington, Widener Collection

31.10.2019

Wallraf-Richartz-Museum zeigt Werke von Rembrandt und Gefährten Das Leben des niederländischen Barockmalers in allen Facetten

Rembrandt gilt als einer der größten Maler des Barocks. Seine Werke reichen von monumentalen Ölbildern bis zu winzigen Miniaturen. Eine Auswahl präsentiert das Wallraf-Richartz-Museum Köln in einer neuen Ausstellung.

"Inside Rembrandt. 1606-1669" heißt eine Ausstellung, die ab Freitag im Kölner Wallraf-Richartz-Museum zu sehen ist. Gezeigt werden 63 Werke des niederländischen Barockmalers Rembrandt van Rijn (1606-1669) sowie Arbeiten seiner Weggefährten und Schüler, wie Jan Lievens, der sich ab 1625 mit Rembrandt eine Werkstatt in Leiden teilte, und Gerrit Dou der dort beim Meister lernte.

Der konkrete Anlass der Ausstellung ist schnell gefunden: Am 4. Oktober jährte sich Rembrandts Todestag zum 350. Mal. Doch "Inside Rembrandt" will mehr sein als eine bloße Jubiläumsschau. "Wir wollen eine Vorstellung Rembrandts schaffen, die abseits der klischeehaften Anekdoten und Bilder liegt", erklärt Kuratorin Anja Sevcik am Mittwoch. Auch weniger bekannte Facetten seines Lebens und seines Schaffens sollen durch die Exponate dargestellt werden.

Auch Arbeiten vieler deutlich weniger bekannter Künstler 

"Das Bild von Rembrandt kann nicht nur mit Blick auf ihn selbst komplettiert werden", meint Sevcik. Deswegen solle es auch nicht verwundern, dass sich neben Rembrandts eigenen Werken auch Arbeiten vieler deutlich weniger bekannter Künstler aus seinem Umfeld finden.

Neben Lievens und Dou zählen Govert Flinck, Ferdinand Bol und Rembrandts letzter Schüler Aert de Gelder dazu. Gut erkennbar tritt bei allen von ihnen der Stil des Meisters hervor, sei es durch die Farbwahl oder die Motive. Als Lehrmeister delegierte Rembrandt viele Arbeiten an seine Schüler und verkaufte sie, teilweise auch mit seiner eigenen Signatur.

Rembrandt fokussierte sich auf den Menschen

Die Ausstellung folgt einem chronologischen Aufbau. Nach einer kurzen Bestandsaufnahme der bildenden Kunst zum Zeitpunkt von Rembrandts Kindheit widmet sie sich zunächst dem Beginn seines künstlerischen Schaffens. Eindrucksvoll zeigt hier die Radierung "Die Beschneidung Christi" von 1625, wie der junge Rembrandt sich ausprobierte. Zwar wirkten die Formen noch recht steif, allerdings werde das Ansinnen des Malers schon deutlich, kommentiert Sevcik. "Rembrandt fokussierte sich auf den Menschen. Er wollte größtmögliche Bewegung erfassen."

Aus der gemeinsamen Zeit von Rembrandt und Lievens in ihrem Atelier in Leiden zeugen Bilder von Menschen in exotischer, orientalischer Gewandung. Nach dem Umzug des Meisters nach Amsterdam 1632 ist es dann vor allem die bürgerliche Gesellschaft, die ihm Modell stand.

"Der Gelehrte im Studienzimmer"

Aus dieser Zeit stammt auch eines der Herzstücke der Ausstellung, das Bild "Der Gelehrte im Studienzimmer" (1634) aus der Staatsgalerie in Prag. Für seine späte Schaffenszeit prägend sind besonders die Selbstbildnisse des Künstlers, etwa das "Selbstporträt als Zeuxis" (1662/63). Die Identifikation mit dem antiken Maler, der vor Lachen über eine als Modell posierende alte Frau gestorben sein soll, lässt dabei viele Rückschlüsse auf das Selbstbild des betagten Meisters zu:

Es zeigt letztlich die Mischung zwischen Tragik und Komödie, in der Rembrandt sich selbst gefangen sah. Und wenn es schon um Komik geht: Ein besonderes Merkmal der Ausstellung sind die grünen Froschfüße, die vor einigen Exponaten auf dem Boden aufgeklebt sind. Sie verweisen auf das Kinderprogramm zur Ausstellung mit dem Titel "Rembrandt und der Frosch". Darin wird das Schaffen des Künstlers kindgerecht in einem Hörspiel und mit einem Comic aufgearbeitet. Aber was hat es mit dem Frosch auf sich? Er findet sich - kaum sichtbar - in der unteren rechten Ecke des Bildes "Das Bad der Diana" (1634), das die entsprechende Szene aus der griechischen Mythologie zeigt. "Das Werk wirkt wie ein märchenhaftes Wimmelbild, wie man es aus Bilderbüchern kennt", erklärt Sevcik. "Deswegen haben wir den Frosch als Inspiration für das Kinderprogramm genommen."

Johannes Senk
(KNA)

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