Raum 18 (Ostkabinett) des Kunstmuseums Kolumba mit Chris Newmans "Bedroom Jesus / Bathroom Jesus / Selfprotrait" und Paul Theks "Fishman"
Raum 18 (Ostkabinett) des Kunstmuseums Kolumba mit Chris Newmans "Bedroom Jesus / Bathroom Jesus / Selfprotrait" und Paul Theks "Fishman"
Ausstellung "Pas de deux" in Kolumba
Ausstellung "Pas de deux" in Kolumba
Stefan Kraus
Stefan Kraus

14.09.2018

Warum es keine neue Ausstellung im Kölner Kunstmuseum Kolumba gibt "Wir brauchen Denkräume"

Das Kunstmuseum Kolumba des Erzbistums Köln verzichtet auf eine neue Jahresausstellung und verlängert die im September 2017 aufgelegte Schau "Pas de Deux" um ein weiteres Jahr. Museumsdirektor Stefan Kraus über die Hintergründe.

DOMRADIO.DE: Herr Kraus, warum haben Sie sich für zwei Jahre "Pas de Deux" entschieden?

Dr. Stefan Kraus (Leiter des erzbischöflichen Kunstmuseums Kolumba): Kolumba ist entwickelt worden als ein Museum der Nachdenklichkeit. Und wir haben uns auch immer ein klein bisschen gegenläufig zu Trends verhalten. Wenn wir den Besuchern einen Reflexionsraum, einen Raum der Nachdenklichkeit, bieten wollen, dann müssen wir darauf achten, dass wir nicht selbst in einen Zugzwang geraten, permanent Ereignisse produzieren zu sollen.

Es ist ganz sicher unser Markenzeichen, dass wir uns jedes Jahr in den letzten zehn Jahren neu erfunden haben und mit einem neuen Themenfokus das Haus völlig neu dargestellt haben, vorwiegen mit der eigenen Sammlung. Insofern ist es bemerkenswert, wenn wir dieses Markenzeichen dieses Jahr auslassen.

Wir verlängern die Ausstellung, weil die wunderbare Kooperation mit dem Römisch-Germanischen Museum einmalig ist und die gerade heute wichtige Frage stellt, wo kommen wir eigentlich her. Zum anderen wollen wir die eigene Glaubwürdigkeit in der Museumsarbeit nicht verlieren, die vorwiegend im Hintergrund stattfindet und die wir nicht zu kurz kommen lassen dürfen. Wir erleben doch alle, dass wir immer stärker von einer Vielzahl an zu erledigenden Aufgaben beansprucht werden. Und wir dürfen nicht das eigentliche Ziel aus den Augen verlieren, für die Menschen da zu sein, die Kolumba besuchen. Da tut es gut, innezuhalten und durchzuatmen, und darüber nachzudenken, welche Prioritäten wir setzen.

DOMRADIO.DE: Welche Museumsarbeiten fallen in Ihrem Haus an?

Kraus: Ich habe die vielen Aufgaben unserer Museumsarbeit in einer Liste von A bis Z zusammengestellt – sie beginnt mit der Adressdatenbankpflege, dann geht es unter anderem um Ankäufe, Atelierbesuche, Ausstellungsplanung, Begutachtung, Bilddatenbankpflege, Bibliothek, Controlling, Datensicherheit, und da bin jetzt erst bei D.

Es geht uns darum bewusst zu machen, dass die große Bühne, die die Museen in ihren Ausstellungen findet, voraussetzt, dass im Hintergrund mit Nachhaltigkeit, mit Ruhe und mit Tiefenwirkung an den Inhalten für die Ausstellungen gearbeitet wird. Und es ist ja kein Geheimnis, dass der Kulturbetrieb, ob das die Theater oder die Museen sind, ein kleines bisschen heiß gelaufen ist. Dass wir daran gemessen werden, was wir an Ereignissen produzieren. Und ich glaube, dass es für Kolumba jetzt wirklich ein guter Zeitpunkt ist, auch für die Kollegen und Kolleginnen anderer Kulturbetriebe, dies bewusst zu machen. Wir wissen doch alle, dass die Hintergrundarbeit eine ganz wichtige Voraussetzung dafür ist, dass die Ereignisse qualitativ gelingen.

Das Kunstmuseum des Erzbistums als Museum der Nachdenklichkeit ist eine einmalige Institution mit einem qualitativen wie nachhaltigen Museumskonzept, das mit keinem anderen Träger dieser Welt seit 27 Jahren leistbar wäre.

DOMRADIO.DE: Gibt es kleine Veränderungen in der verlängerten Ausstellung „Pas de Deux“?

Kraus: Wer Kolumba kennt, weiß, dass wir immer im Prozess sind und dass Konzeptverschiebungen zur Museumsidee dazugehören. Wir zeigen in drei Räumen die Einzelausstellung "Bewegliche Mythen" mit Werken des Ethnologen und Filmemachers Michael Oppitz, die im Juni eröffnet wurde und bis zum 3. Dezember zu sehen sein wird. Sie erweitert die zeitliche Spanne der Jahresausstellung von der Antike bis zur zeitgenössischen Kunst geographisch, indem sie sich mit dem Schamanismus Nepals beschäftigt. Und dann gibt es auch noch kleinere Verschiebungen, zum Beispiel durch zwei Arbeiten des Malers Heiner Binding im Nordturm, die mit den dort stehenden vier Grabsteinen eines römischen Familiengrabes in einen Dialog treten.

DOMRADIO.DE:  Also werden Besucher auch im zweiten Ausstellungsjahr die eine oder andere neue Entdeckung machen …

Kraus:  Das ist das Prinzip bei Kolumba, dass Besucher feststellen können, dieses Haus ist ein ästhetisches Labor, in dem fortwährend gearbeitet wird und kleine Veränderungen entdeckt werden können. Im Dezember gehen wir im Armarium zusammen mit der Berliner Akademie der Künste Berlin der Frage nach: „Wo kommen wir hin“ zur Vorbereitung einer großen Ausstellungsprojektes in Berlin. Und es wird auch eine Hommage zum 80. Geburtstag von Attila Kovacs geben.

DOMRADIO.DE: Also Sie sind guter Dinge, dann im kommenden Jahr wieder eine neue Ausstellung zu realisieren?

Kraus:  Kolumba war immer geplant als kleine Institution und wir haben gezeigt, dass wir mit einem kleinen Team sehr präzise und sehr nachhaltig arbeiten können. Wir arbeiten jetzt darauf hin, dass wir im nächsten Jahr am 14. September zum 12. Geburtstag von Kolumba in jedem Fall mit einer neuen Jahresausstellung überraschen werden.

Das Interview führte Birgitt Schippers.

(DR)

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