Familie spielt ein Gesellschaftsspiel
Familie spielt ein Gesellschaftsspiel

26.10.2017

Spieleentwickler zu religiösen Themen in Gesellschaftsspielen Bibelgeschichten spielend umgesetzt

Allen Spielkonsolen zum Trotz sind Gesellschaftsspiele nicht "out". Dies zeigt sich ab diesem Donnerstag wieder auf den 35. Internationalen Spieltagen in Essen. Religiöse Themen nehmen in den Spielen dabei nach wie vor einen großen Raum ein.

domradio.de: Sie haben das Spiel "Babylon" erfunden, das an diesem Donnerstag auf der Spielemesse in Essen vorgestellt werden soll. Was finden Sie so toll an der Geschichte vom Turmbau zu Babel? 

Channing Jones (Spieleentwickler beim Mücke-Verlag): Das ist eine interessante Geschichte, die jeder oder fast jeder kennt und, die offensichtlich mit dem Bauen eines hohen Turms zu tun hat. Deswegen haben wir das im Spiel übernommen. Es gibt andere Spiele, die heißen "Turmbau zu Babel", deswegen haben wir nicht "Babel" genommen, sondern das leicht abgewandelt: "Babylon."

domradio.de: Wie sind Sie auf die Idee des Spiels gekommen? Ist das ihre Lieblingsgeschichte aus der Bibel oder hat das ganz andere Hintergründe?

Jones: Das hat damit zu tun, dass mein Arbeitgeber, also der Mücke-Verlag, ganz viele Packungen übrig hatte. Dabei handelt es sich um Reste von einem Spiel namens "Alcazar" aus dem Jahr 2009 von Wolfgang Kramer. Es ist sein Geschäft, solche Spielreste aufzukaufen und wiederzuverwerten. Diese Packungen haben sich nicht gut verkauft. Meine Aufgabe war es, das irgendwie zu Geld zu machen. Dann hatte ich die Idee, daraus ein komplettes Spiel zu machen, das genau mit diesem Material auskommt, nicht mehr und nicht weniger. 

domradio.de: Wie funktioniert das Spiel und was ist Ziel des Spiels?  

Jones: Man baut zusammen einen Turm in der Mitte des Tisches. Ziel des Spiels ist es, seine Edelmänner möglichst hoch als Mehrheit pro Etage zu platzieren. Wenn man die Mehrheit der Edelmänner auf einer Etage hat, bekommt man dafür Punkte und zwar je höher desto mehr. 

domradio.de: Und Ziel des Spiels ist, wer als erstes oben angekommen ist?

Jones: Nein, wer die meisten Punkte macht. Es ist nicht unbedingt wichtig, möglichst hoch zu bauen oder möglichst hoch seine Edelmänner zu platzieren, sondern möglichst günstig zu platzieren. Das ist das Schwierige an dem Spiel. 

domradio.de: Die Erbauer des Turms in der biblischen Geschichte sind letztendlich die Verlierer. Spielt das für Sie eine Rolle?

Jones: Nein. Aber das Spiel und der Titel bieten einen sehr schönen Vergleich, wie man erst später herausgefunden hat, zur aktuellen Gesellschaft. Es geht darum, die Mehrheit auf möglichst hohem Niveau zu erringen und das kann man als Vergleich zur heutigen materialistischen, hierarchischen Gesellschaft sehen, wo es Machtkämpfe um die höheren Positionen gibt. 

domradio.de: Wie wird man eigentlich Spieleentwickler? Welche Stationen muss man durchlaufen? 

Jones: Spieleentwickler zu werden, ist nicht so schwer. Man muss anfangen, sich irgendwelche Spiele auszudenken. Dann baut man sich einen Prototyp. Das geht relativ leicht heutzutage mit Computer und Drucker. Dann muss man die Spiele testen. Mit seinen Freunden und Bekannten fängt man meistens an. Immer wieder testen und das Spiel weiter verbessern. Wenn man irgendwann ein Spiel so weit hat, dass man meint, dass es gut und ausgereift ist, kann man die Spielidee einem Verlag oder mehreren Verlagen schicken und denen vorstellen. Wenn diese die Idee auch gut finden, nehmen die das in ihr Verlagsprogramm auf und bringen das Spiel heraus. 

domradio.de: Wie sind Sie persönlich dazu gekommen, Spieleentwickler zu werden?

Jones: Das begann in meiner Kindheit als ich Jugendlicher war. Ich wollte immer sehr viele Brettspiele spielen, aber wir konnten uns nicht immer alles leisten, was ich haben wollte. Da habe ich die Spiele im Supermarkt gesehen. Damals wurden noch die Regeln auf der Rückseite des Kartons gedruckt. Während meine Mutter einkaufen gegangen ist, habe ich mir die Regeln auf der Schachtel durchgelesen und habe das Spiel dann zu Hause nachgebaut, damit ich das Spiel spielen konnte. Und irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, statt irgendwelche Spiele nachzubauen, selber welche zu entwickeln. Seitdem habe ich immer mal wieder Spiele entwickelt. 

domradio.de: Was haben Sie als nächstes vor? Haben Sie schon neue Spiele in Planung? 

Jones: Ja. Es gibt ein Spiel, das nennt sich "Gnomenparlament." Das wird gerade bei "Argentum" entwickelt. Ich habe noch etliche Prototypen hier und auch Etliches bei Verlagen liegen. Bei "Eggertspiele" liegt auch ein Prototyp von mir. Ich habe sozusagen noch einiges in der Pipeline.

Das Interview führte Michelle Olion.

(DR)

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