Via Dolorosa
Via Dolorosa

28.08.2016

Multimedia-Show als Vorläufer für neues Christentums-Museum 2017 Poppige Einstimmung für Jerusalem-Pilger

Jerusalem ist nicht arm an hochkarätigen Sammlungen über Kunst und Kultur des Vorderen Orients. Doch eine historische Präsentation des Christentums an seinem Ursprungsplatz fehlte bislang. 2017 soll es soweit sein.

Den Auftakt der Multimedia-Show bildet eine Sammlung von Kugeln - von der Größe eines Leichtathletik-Geräts bis zu der eines Fußballs: Steinkugeln, wie sie vor fast 2.000 Jahren von römischen Belagerungsmaschinen zur Zerstörung des Jerusalemer Tempels katapultiert wurden. Archäologen fanden sie auf dem mutmaßlichen Gelände der Burg Antonia, die wenige Meter vom Tempelberg entfernt lag. Diese Burg, über deren Trümmern heute eine arabische Schule steht, ist laut der Tradition auch der Ort der Verurteilung Jesu durch Pontius Pilatus. Hier beginnen fromme Pilger seit dem 14. Jahrhundert den Kreuzweg in Erinnerung an die Leiden Jesu auf der Via Dolorosa.

Museum zu den Wurzeln des Christentums

In diesem geschichtsträchtigen Umfeld entsteht derzeit das erste große Museum, das speziell den Wurzeln des Christentums und dem Erhalt der Heiligen Stätten gewidmet ist. Zwar ist Jerusalem nicht arm an hochkarätigen Sammlungen über Kunst und Kultur des Vorderen Orients. Aber eine historische und archäologische Präsentation des Christentums an seinem Ursprungsplatz fehlte bislang. Die Franziskaner, die seit 1348 im Auftrag des Papstes die Stätten Christi bewachen, haben dafür Klosterräume genau gegenüber der arabischen Schule ausgewählt. Bis 2017 sollen in drei Abteilungen die Stadtentwicklung Jerusalems und die Orte der Via Dolorosa dargestellt werden.

Infolge der derzeitigen Pilgerflaute haben bislang erst knapp 10.000 Besucher die im März eröffnete Mediashow gesehen, quasi den Auftakt zur künftigen Ausstellung. Das Projekt sei die "Einladung zu einer Zeitreise" durch die hiesige 2.000-jährige Geschichte des Christentums, so der zuständige Franziskaner-Archäologe Eugenio Alliata im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Der erste Teil links ist dem Ort selbst gewidmet, der Zone um die Burg Antonia, mit Relikten aus herodianischer und römischer Zeit: originale Mauerreste aus dem antiken Hadriansforum, Säulenstümpfe, Kapitelle, ein Türsturz, ein heidnischer Votivaltar, Gedenksteine mit Inschriften, die durch Lichteffekte wirkungsvoll präsentiert werden.

Ein anschließender Informationsblock schildert die wichtigsten Etappen der Stadtgeschichte Jerusalems. Beginnend mit der Zeit Jesu und seiner Kreuzigung im aufgelassenen Steinbruch Golgotha, führt die Zeitreise zum Zeloten-Aufstand und zur Zerstörung des Tempels durch den römischen Feldherrn Titus im Jahr 70. Es folgt der Neuaufbau unter Kaiser Hadrian als römische Musterstadt "Aelia Capitolina". Den über der Kreuzigungsstätte errichteten heidnischen Tempel lässt Kaiser Konstantin 180 Jahre später zerstören. Er erbaut die Grabeskirche und viele weitere Gotteshäuser und macht Jerusalem zu einer christlichen Stadt.

Zerstörung und Wiederaufbau

Es wechseln Zerstörung und Wiederaufbau. Um 614 richten die Perser schwere Verwüstungen an - während die einrückenden islamischen Heere 638 die Heiligen Stätten zunächst respektieren. Die schlimmste Verwüstung erlebt Jerusalem 1009 unter Kalif al-Hakim. Auch die Kreuzfahrer rücken 90 Jahre später mit einem Blutbad in Jerusalem ein. Sie bauen zahlreiche Kirchen; selbst die Aksa-Moschee auf dem Tempel-Areal wird christianisiert. Ihre Ära endet 1244 in Jerusalem und 1291 im gesamten Heiligen Land. Die architektonisch einschneidendste Veränderung danach: der Bau der heutigen Altstadtmauer unter Suleiman dem Prächtigen um 1540.

Die mit viel, mitunter zu lauter Musik unterlegte Präsentation geht behutsam mit archäologischen Zuordnungen um. Sie erinnert den Pilger, dass er in dem durch viele Traditionen gewachsenen Umfeld nicht sicher sein kann, genau auf den Fußspuren Jesu zu wandeln - dass er aber der Spur vieler Pilger folgt, die seit der Kreuzfahrerzeit hier an den Leidensweg Christi erinnern.

Auf diesen Weg will die 15-minütige Show, die einem in Israel gängigen poppigen Präsentationsstil folgt, den Pilger emotional einstimmen. Zum Abschluss gleiten Schattengestalten über eine angestrahlte Wand; aus dem Off ist Stimmengewirr zu vernehmen. Nur mit Mühe vernimmt man Pilgerberichte der frühchristliche Besucherin Ätheria, des Fra Ricoldo da Monte Croce aus der Kreuzfahrerzeit und zuletzt von Papst Benedikt XVI. 2009. Eine kurzweilige, aber informative Einstimmung in die Geschichte des christlichen Jerusalem.

Johannes Schidelko
(KNA)

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