Gottesdienstbesucher zünden Kerzen an
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24.09.2020

"Nacht der Mystik" zur Dreikönigswallfahrt im Kölner Dom Eine "unmittelbare Gotteserfahrung"

Nur die Bibel und die Lehre der Kirche? Es gebe noch einen anderen Weg zu Gott, sagt Wolfgang Dichans, nämlich die Mystik. Diesen "anderen Weg" können Pilger am Donnerstagabend im Kölner Dom am eigenen Leib erfahren.

DOMRADIO.DE: Worum geht es bei der "Nacht der Mystik"?

Wolfgang Dichans (Leiter der Arbeitsgruppe und Moderator der "Nacht der Mystik" im Rahmen der Dreikönigswallfahrt im Kölner Dom): Bei der "Nacht der Mystik" geht es im Kern darum, Menschen darauf hinzuweisen, dass es auch noch einen anderen Weg zu Gott gibt als über die Schrift und über die Lehre. Nämlich über die eigene Erfahrung. Unser Leitsatz von Karl Rahner lautet: "Der Fromme von morgen wird ein Mystiker sein, einer, der etwas erfahren hat – oder er wird nicht mehr sein."

Es ist der Hinweis darauf, dass Menschen eine Erfahrung in ihrem Innersten machen können, bei der sie Gott begegnen können. Man spricht auch vom Seelenfunken, der in jedem Menschen zu finden ist – wenn er ihn denn sucht.

DOMRADIO.DE: Wie ist die "Nacht der Mystik" mit der Wallfahrt verknüpft?

Dichans: Wir haben diesmal den Titel "Ein anderer Weg" gewählt, der auf die Ereignisse rund um die Anbetung der Heiligen Drei Könige an der Geburtsstätte Jesu zurückgeht. Es heißt im Matthäus-Evangelium: Die Sterndeuter, wie sie dort genannt werden, finden Jesus und huldigen ihm. Dann heißt es weiter: "Weil ihnen im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land."

Die Mystik ist ein anderer Weg. Die Mystik ist der Weg der unmittelbaren Erfahrung Gottes. Diese Erfahrung - das ist sehr wichtig zu realisieren - ist eine religionsübergreifende. Das macht Mystik zu einem Bindeglied zwischen den Religionen, was derzeit mit Sicherheit von besonderer Bedeutung ist.

DOMRADIO.DE: Es ist die elfte "Nacht der Mystik", und trotzdem ist es keine Routine in Corona-Zeiten. Müssen Sie da auch umplanen?

Dichans: Es ist geich in zweifacher Hinsicht "Ein anderer Weg". Es wird deutlich weniger Besucherinnen und Besucher geben. Im Dom ist nur jede zweite Bank besetzt und die nur jeweils mit zwei Personen. Es wird also leider ein deutlich geringeres Publikum geben als in den letzten beiden Jahren, in denen wir ja auch schon mit der "Nacht der Mystik" im Dom angetreten sind.

Ein weiterer Punkt ist, dass es diesmal keinen Chor geben wird, weil Chorgesang unter Corona-Bedingungen problematisch ist.

Der Titel heißt ja "Ein anderer Weg" und ich denke mir, dass da jeder von uns sofort bei der aktuellen Situation rund um Corona ist. Wir sehen ja, dass die alten Wege nicht mehr gangbar sind, sondern wir sie neu erfinden müssen. Man kann die Texte der "Nacht der Mystik" auch vor diesem Hintergrund hören.

Die Nacht besteht aus einer Gesamtkomposition aus Texten, aus Musik - aber ganz wichtig - auch aus Stille. Denn in der Stille kommt man zu sich selbst und dahin wollen wir die Menschen heute Abend führen.

DOMRADIO.DE: Im Kölner Dom wird dann eine ganz besondere Stimmung herrschen. Können Sie die beschreiben?

Dichans: Der Dom wird heute Abend, wie in den letzten Jahren, nur schwach beleuchtet sein. Der Schrein dagegen, der strahlt am Ende des Doms im Chorraum regelrecht auf. Heute Abend, mit viel weniger Leuten, wird das eine noch intimere Stimmung sein, als das in den letzten Jahren der Fall war.

Ich weiß, dass noch Plätze frei sind. Auf der Homepage der Dreikönigs-Wallfahrt gibt es einen Link, unterdem man sich anmelden kann. Ich denke mir, es lohnt sich. Wir haben spannende Musikerinnen und Musiker und natürlich spannende Texte wie zum Beispiel von Madeline Delbrêl, Hilde Domin, Angelus Silesius, einen wunderbaren Text von Elija, Tagore, Erich Fried. Das ist ein Mix, der aus ganz unterschiedlichen Perspektiven die drei Stufen beleuchtet, nach denen wir die Nacht aufgebaut haben.

Diese Stufen sind: "Aufbrechen", "Auf dem Weg sein" und "Ankommen". So funktioniert ein Weg. Wir haben auch eine wunderbare Cellistin, Elisabeth Coudoux, wir haben einen sehr, sehr guten Flötisten, Daniel Agi und wir haben mittelalterliche Gesänge und mittelalterliches Spiel von Sabine Lindner.

Das Interview führte Dagmar Peters.

(DR)

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