Die vier Domschweizerinnen
Die vier Domschweizerinnen

14.05.2019

Erste Domschweizerinnen am Kölner Dom stellen sich vor Weibliche Verstärkung

Sie werden das Gesicht des Doms prägen, meint der Kölner Dompropst Gerd Bachner. Erstmalig in der Geschichte konnten sich auf die Stelle als Domschweizer auch Frauen bewerben. Die ersten vier stellen sich nun vor.

"Die Formulierung 'Heute ist ein historischer Tag' sollte man nicht leichtfertig gebrauchen – aber auf den heutigen Tag trifft sie wirklich zu", so Dompropst Bachner auf der heutigen Pressekonferenz. An diesem Dienstag stellen sich die ersten vier Domschweizerinnen vor. Sie sollen künftig zusammen mit den 26 männlichen Domschweizern über die Ordnung in Deutschlands größter und bekanntester Kathedrale wachen.

Visitenkarte und zentrale Wegweiser 

Nach mehreren Jahrhunderten, in denen der Aufsichtsdienst am Kölner Dom ausschließlich von Männern, den sogenannten "Domschweizern" ausgeübt worden ist, bekleiden nun auch die ersten Frauen dieses Amt. "Wir möchten, dass der Dom als ein Ort des Willkommens und der Zuwendung wahrgenommen wird", so Bachner. "Die Domschweizer bereiten dafür das Entrée: Sie gelten als Visitenkarten und zentrale Wegweiser in unserer Kathedrale. Dass in diesem Amt nun auch Frauen im Einsatz sind, bereichert und erfrischt unseren Dom ungemein."

Bachner zeigte sich überzeugt, dass mit Claudia Drolshagen, Andrea Petzenhauser, Hedi Michels und Susanne Rückes vier Domschweizerinnen gefunden seien, die ihren Dienst mit großem Enthusiasmus und einem feinen Gespür für Menschen ausübten. "Alle vier bringen wertvolle Lebenserfahrung und viel Persönlichkeit mit an den Dom", so der Dompropst. "Für ihren Arbeitsbeginn wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen, viele erfüllende Momente und eine ordentliche Portion Gelassenheit."

Die Idee dazu hatte der Dompropst. Gegenüber DOMRADIO.DE sagte er: "Ich bin froh und dankbar, dass das Domkapitel diesem Vorschlag gefolgt ist und diese Türe geöffnet hat. Dass Frauen jetzt auch in diesen Kreis hineinkommen, das wird das Gesicht des Doms für die Menschen prägen". 

Erste Stellenausschreibungen vor einem Jahr

Aktuell gibt es am Kölner Dom 29 Domschweizerinnen und Domschweizer: 26 Männer und drei Frauen (die vierte Domschweizerin tritt ihren Dienst am 1. Juni an). Laut Bachner ist das Domschweizer-Amt der letzte Laiendienst am Dom gewesen, der nur von Männern ausgeübt wird. Küsterinnen und Lektorinnen gab es bereits. Das Domkapitel habe zuerst im Mai 2018 eine Anzeige geschaltet, die aber bislang nicht beachtet worden sei. Daraufhin wurde im Februar 2019 erneut eine Stellenanzeige veröffentlicht. 

Das Personal werde von Polizei und Sicherheitskräften geschult, um vor allem Auffälligkeiten, wie herrenlose Taschen, erkennen zu können. In den vergangenen Jahren hat sich der Altersdurchschnitt der Aufsichtskräfte am Dom auf 47 Jahre verjüngt, wie es hieß. Anliegen des Domkapitel sei es, dass sich dieser Wandel in den kommenden Jahren fortsetze.

Schweizerische Söldner

Die Domschweizer seien seit dem 17. Jahrhundert am Kölner Dom belegt, vermutlich habe es sie aber schon im Mittelalter gegeben, sagte der Sprecher des Doms, Markus Frädrich. Sie tragen lange rote Roben mit schwarzem Samtbesatz und schwarze Mützen. Ihren Namen haben sie daher, dass sich früher oft schweizerische Söldner als Wachpersonal bewarben.

Die wichtigste Aufgabe der Domschweizer ist es, den bis zu 30 000 Besuchern am Tag als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen. Außerdem müssen sie für Ruhe und Ordnung sorgen. Es gibt so einige Vorschriften für Besucher: Man darf keinen Hut tragen, keinen Hund mitbringen und im Sommer nicht nur mit einem Bikini bekleidet sein.

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