Das Bauhüttenwesen gehört jetzt zum Immateriellen Kulturerbe
Steinmetze der Dombauhütte Köln setzen einen erneuerten Stein in die Fassade des Michaelsportals ein

23.10.2017

Dombauhütten streben Anerkennung als immaterielles Kulturerbe an Handwerkliches Kulturgut

Die Dombauhütten Europas möchten ihr Handwerk von der Unesco als immaterielles Weltkulturerbe anerkennen lassen. Die Bewahrung von 800 Jahre alten Handwerkstechniken gelte es zu sichern, betonte die Europäische Dombaumeister-Vereinigung.

Die Steinmetzarbeit sei das erste Handwerk gewesen, in dessen Folge sich dann viele Zünfte entwickelt hätten, sagte deren Vorsitzender Wolfgang Zehetner am Montag in Wien.

Die Hütten bewahrten etwa die ursprüngliche Tradition, Figuren und Maßwerke mit Hand und Meißel aus dem Stein zu schlagen, so der Wiener Dombaumeister.

Kölner Dombauhütte involviert

Laut Zehetner müssen die rund 15 europäischen Dom- und Münsterbauhütten in den verschiedenen Ländern jeweils bei der nationalen Unesco-Kommission eine Anerkennung als immaterielles Kulturerbe erreichen.

Der Dombauhütte im französischen Straßburg sie dies bereits gelungen. In Deutschland bereiteten sich die Dombauhütten in Köln, Ulm und Freiburg gemeinsam darauf vor, einen entsprechenden Antrag zu formulieren.

Die Unesco fördert seit 2003 - zusätzlich zum materiellen Erbe wie etwa Baudenkmälern - den Erhalt von Alltagskulturen und lebendigen Traditionen, Wissen und Fertigkeiten. Inzwischen sind der entsprechenden UN-Konvention mehr als 170 Staaten beigetreten.

Drohender Verlust überlieferter Handwerkstechniken

Deutschland ist seit 2013 dabei. Fördergelder sind mit dem Welterbetitel aber nicht verbunden. Zehetner sieht mit dem Status bessere Möglichkeiten, gegenüber staatlichen Stellen die Bedeutung des traditionellen Handwerks in den Dombauhütten deutlich zu machen.

Die Dombaumeister kritisieren einen anhaltenden Rückgang öffentlicher Fördermittel. Es drohe ein Verlust der überlieferten Handwerkstechniken, so Zehetner.

(KNA)

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