Die Geburtskirche Jesu in Bethlehem
Die Geburtskirche Jesu in Bethlehem

08.07.2020

Christenführer befürchten weiteren Exodus aus Bethlehem "Schon jetzt wie ein offenes Gefängnis"

Mit einem eindringlichen Appell haben Kirchenführer aus der Region Bethlehem vor "katastrophalen" Folgen des Annexionsprozesses, insbesondere für die christliche Bevölkerung gewarnt. Sie befürchten noch mehr Emigration.

Die geplante Besetzung von noch mehr palästinensischem Land durch Israels Regierung schränke das Wachstum und die Entwicklung der Gemeinden noch weiter ein. "Bethlehem ist umgeben von Mauern und Siedlungen und fühlt sich schon jetzt an wie ein offenes Gefängnis", heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Appell.

Mit der Annexion würde dieses Gefängnis noch kleiner. Die größte Sorge sei, dass in der Folge noch mehr Menschen zur Emigration gedrängt würden.

Den "Landraub" stoppen

"Wir spüren die Last der Geschichte auf unseren Schultern, die Präsenz der Christen in dem Land zu erhalten, in dem alles begann", betonen die Kirchenvertreter. Im Vertrauen auf Gott appellieren sie an "die Führer der Welt, diese schwere Ungerechtigkeit zu stoppen".

Dies sei "Landraub". Es gehe um Land, das "größtenteils Privatbesitz ist, das unsere Familien besitzen, geerbt haben und seit Jahrhunderten landwirtschaftlich nutzen".

Wachstum der Gemeinden stark behindert

Die neuen Annexionspläne beträfen das Gebiet um Bethlehem in verschiedene Richtungen. Es gehe um das Kremisan-Tal, in dem Salesianer-Schwestern eine Schule führten. Im Osten von Bethlehem beträfe der US-Plan auch ein Gelände bei Beit Sahur, wo es seit Jahren Pläne für ein Kinderkrankenhaus gebe.

Die christlichen Geistlichen erinnern daran, dass Israel bereits nach dem Sechstage-Krieg 1967 in der traditionell von vielen Christen bewohnten Region von Bethlehem, Beit Dschalla und Beit Sahur rund 2.000 Hektar "für den Bau illegaler Siedlungen besetzt" habe.

Das habe ein Wachstum der Gemeinden stark behindert. Zudem sei das wichtige Kloster Mar Elias annektiert und erstmals in der 2.000-jährigen christlichen Geschichte des Heiligen Landes Bethlehem von Jerusalem getrennt worden.

Konkrete Schritte noch nicht klar

Israel plant die Eingliederung von bis zu 30 Prozent des besetzten Westjordanlandes, darunter den Großteil des Jordan-Tals sowie israelische Siedlungen. Erste Schritte stellte Israels Regierung für 1. Juli in Aussicht.

Der Termin ist unterdessen verstrichen, ohne dass konkrete Schritte umgesetzt wurden. Gestützt werden die Annexionspläne durch den sogenannten Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump.

(KNA)

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