Giacomo Dalla Torre teilt bei der Essensausgabe der Malteser Tafel aus
Giacomo Dalla Torre teilt bei der Essensausgabe der Malteser Tafel aus
Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto
Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto
Giacomo Dalla Torre bei der Essensausgabe der Malteser Tafel
Giacomo Dalla Torre bei der Essensausgabe der Malteser Tafel

19.10.2019

Malteser-Großmeister auf erstem offiziellen Deutschlandbesuch "Bin zutiefst beeindruckt"

Als Großmeister des souveränen Malteserordens steht Giacomo Dalla Torre auf einer Stufe mit den Staatschefs dieser Welt. Bei Besuchen der deutschen Maltesereinrichtungen nimmt der Italiener Kontakt zu Bedürftigen auf.

"Grazie! Dankeschön!" Die Stimme wird brüchig. Zum Ende seiner Begrüßungsrede gelingt es dem Großmeister des Malteserordens, Fra' Giacomo Dalla Torre (74), nur noch schwer, seine Rührung zu verbergen. Die Anwesenden in der Deutschlandzentrale des Malteserordens in Köln applaudieren ihrem geistlichen Oberhaupt.

Im Status eines Staatsoberhauptes

Sechs Tage lang absolviert der Großmeister des Ordens seinen ersten offiziellen Staatsbesuch in Deutschland. Da der Souveräne Malteserorden ein eigenes Völkerrechtssubjekt ist, kommt Dalla Torre im Status eines Staatsoberhauptes nach Deutschland. Dementsprechend will er Gespräche mit Vertretern des Staates führen, darunter mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Aber auch Begegnungen mit Ordensmitgliedern, ehrenamtlichen Helfern und nicht zuletzt auch mit denen, die die Malteser unterstützen, stehen auf dem Programm.

Der Zeitplan des Großmeisters ist eng gestrickt. Nach der Begrüßungszeremonie und den obligatorischen Gruppenfotos folgt umgehend ein Rundgang durch die Kölner Zentrale der Malteser, die sich in Deutschland auf rund 35.000 hauptamtliche und etwa 50.000 ehrenamtliche Mitarbeiter stützen können. Im Einzelnen wird Dalla Torre die Arbeit des Rückholdienstes erklärt, der sich um deutsche Staatsbürger kümmert, die wegen Krankheit oder Unfällen aus dem Ausland ausgeflogen werden müssen. In der Herbstferienwoche stehen gerade Einsätze in Pisa und Palermo an - also beliebte Urlaubsziele der Deutschen und keine allzu weit entfernte Orte.

Essenausgabe bei Malteser Tafel

Zwischendurch bleibt Zeit für ein kurzes Interview. Dalla Torre äußert sich über die Bekämpfung von Fluchtursachen, den Dialog mit dem Islam oder die Rolle der Frauen im Orden. Dann geht es auch schnell wieder weiter zur Malteser Tafel im benachbarten Pulheim.

Hier legt Dalla Torre selbst Hand an und verteilt Brot an die Bedürftigen. Ob man dort aufgeregt sei, wegen des hohen Besuchs? "Ob Mitarbeiter oder Großmeister, wir sind alle nur Menschen", meint Maria Thomas. Die 80-Jährige arbeitet ehrenamtlich bei der Essensausgabe der Tafel. Die Kühltheke mit Fleischwaren und Milchprodukten ist ihr Bereich. Es gehe bei der Tafel allerdings nicht nur um die Essensausgabe: "Viele ältere Menschen kommen hierhin, die wollen auch einfach nur mal ein privates Wort wechseln."

Wechsel nach Berlin

Nach zwei Tagen in Nordrhein-Westfalen folgt dann am Mittwoch der Wechsel nach Berlin. In Spandau spricht der Großmeister mit Bewohnern und Betreuern der Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Hier leben zur Zeit 213 Menschen in temporären Wohnungen. Einer davon ist Solomon Haile aus Eritrea. Der Familienvater flüchtete 2017 aus seinem Heimatland. Seit diesem Sommer ist er in der Gemeinschaftsunterkunft wieder mit seiner Frau und seinen fünf Kindern vereint. "Die Malteser sind stets eine große Hilfe für uns", versichert Haile, der selbst auch Christ ist, dem Großmeister.

Die 25 ehrenamtlichen Integrationshelfer der Malteser unterstützen die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft bei alltäglichen Aufgaben wie Behördengängen oder Schulanmeldungen. Besonders interessiert zeigt sich Dalla Torre am Projekt "Nähstube", das für geflüchtete Frauen ins Leben gerufen wurde. Als Andenken für seinen Besuch haben die Frauen ein besonderes Geschenk für ihn: einen roten Rucksack, selbstgenäht mit dem weißen Ordenskreuz darauf.

Diese Art humanitärer Arbeit der Malteser ist auch bei der Visite des Großmeisters beim Bundespräsidenten Thema. "Mit großem Respekt und Dankbarkeit sehen wir Ihr internationales Engagement in der Unterstützung und Hilfe für Flüchtlinge im Irak, in Syrien und in der Türkei", sagt Steinmeier. Zu seinem am Freitag beendeten Besuch zieht Dalla Torre eine durchweg positive Bilanz: "Das Spektrum der Aktivitäten und die Professionalität in Deutschland ist einzigartig in der Familie des Malteserordens auf der ganzen Welt."

Johannes Senk
(KNA)

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