Männer mit Kippa
Männer mit Kippa

07.05.2019

Bayern will sich stärker gegen Antisemitismus einsetzen "Das sicherste Land für Juden in Deutschland"

Der Freistaat Bayern positioniert sich klar gegen Antisemitismus: Als den Angaben zufolge erste Landesregierung in Deutschland übernimmt die Staatsregierung die internationale Definition von Antisemitismus – und hat noch so einiges vor.

Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag in München mit. Zudem wolle Bayern das sicherste Land für Juden in Deutschland werden.

Söder sprach von einer "historischen Sitzung", bei der mit Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, und Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, besprochen wurde, welche weiteren Maßnahmen gegen Antisemitismus ergriffen werden könnten.

Gedanken, Worte, Taten

So erfreulich es sei, ein "gemeinsames Zeichen" setzen zu können, so beschämend sei der Anlass, sagte Söder. Denn das Übel Antisemitismus greife um sich, was vor allem auch bei rechtspopulistischen Parteien zu sehen sei. Wenn bei einer Veranstaltung die erste Strophe des Deutschlandlieds gesungen werde, sei dies kein "technisches Versehen", sondern eine "geistige Haltung". Jüdisches Leben muss sich laut Söder frei entfalten können.

Er warnte davor, antisemitische Aussagen zu relativieren. Aus Gedanken würden Worte, und irgendwann folgten Taten. Deshalb gelte es, sich gegen "geistige Brandstifter" zu wehren. Laut der nun von Bayern anerkannten Definition ist Antisemitismus eine bestimmte Wahrnehmung von Juden, die sich als Hass gegenüber Juden ausdrücken kann.

Er richte sich in Wort oder Tat gegen jüdische und nichtjüdische Einzelpersonen und/oder deren Eigentum sowie gegen jüdische Gemeindeinstitutionen oder religiöse Einrichtungen. "Darüber hinaus kann auch der Staat Israel, der dabei als jüdisches Kollektiv verstanden wird, Ziel solcher Angriffe sein."

Schulen besonders gefordert

Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) zeigte sich besorgt. Schulen seien besonders gefordert, gegen Antisemitismus vorzugehen, indem präventive Arbeit geleistet werden müsse. Mit 300.000 Euro fördere Bayern den Schüler- und Lehreraustausch mit Israel.

Zudem stehe die Erinnerungskultur an erster Stelle. Der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung, Ludwig Spaenle (CSU), erinnerte daran, dass es seit 1. April mit RIAS Bayern ein neues Angebot gebe, antisemitische Übergriffe zu melden.

Juden fühlten sich in Bayern wohl, erklärte Schuster, auch wenn es manche Wolken am Himmel gebe. Wie ein Land mit seinen Minderheiten umgehe, erweise sich als Zeichen, wie gefestigt seine Demokratie sei.

Angesprochen darauf, wie Juden in Bayern Antisemitismus erlebten, erläuterte er, dass manchmal schon das Tragen eines T-Shirts mit dem Namen eines jüdischen Sportvereins für verbale Attacken sorge. Viele trauten sich auch nicht mehr, den Davidstern als Schmuckstück offen zu zeigen oder verdeckten ihre Kippa mit einer Baseballkappe.

Knobloch dankte dafür, dass mit der Annahme der Antisemitismus-Definition Klarheit geschaffen worden sei. Diese sei zwar nicht rechtlich bindend, biete aber vor allem für Lehrer und Polizisten eine Orientierung.

(KNA)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Mit Schwester Katharina durch die Osterzeit

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen durch die Fasten- und Osterzeit.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

Glockenkarte Kölner Dom

Verschicken Sie pünktlich zum Pfingsfest eine ganz besondere Grußkarte mit dem Geläut des Kölner Doms!

Team der Woche

Sie sind ein tolles Team? Sie tun etwas für andere Menschen? Dann werden Sie unser Team der Woche!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 24.05.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • 72-Stunden-Aktion der Katholischen Jugend läuft
  • Ökumenisches Netzwerk unterstützt "Fridaysforfuture"
  • Vor dem Pokalfinale: Fussball nur noch Kommerz?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Hinter den Kulissen: BDKJ 72-Stunden-Aktion - Wie organisiert man sowas?
  • "Fridays for Future" - Große Demo auf dem Roncalliplatz in Köln
  • "Die Zerstörung der CDU": Das Rezo-Video
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Hinter den Kulissen: BDKJ 72-Stunden-Aktion - Wie organisiert man sowas?
  • "Fridays for Future" - Große Demo auf dem Roncalliplatz in Köln
  • "Die Zerstörung der CDU": Das Rezo-Video
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • #nohatefamily: Streetart-Künstler gegen den Hass
  • Auf Augenhöhe: Ausstellung "Eye Contact" in Köln
  • Gemeinsam für Afrika: Kinderschuhe auf der Domplatte
16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • #nohatefamily: Streetart-Künstler gegen den Hass
  • Auf Augenhöhe: Ausstellung "Eye Contact" in Köln
  • Gemeinsam für Afrika: Kinderschuhe auf der Domplatte
18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • #nohatefamily: Streetart-Künstler gegen den Hass
  • "Die Zerstörung der CDU": Das Rezo-Video
  • Vor dem Pokalfinale: Fussball nur noch Kommerz?
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff