In Bayern gibt es Streit um das Kreuz
In Bayern gibt es Streit um das Kreuz
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer
Heinrich Bedford-Strohm
Heinrich Bedford-Strohm

21.05.2018

Kreuz-Debatte auch an Pfingsten "Etwas Kostbares"

In der Diskussion über den bayerischen Kreuz-Erlass von Ministerpräsident Markus Söder für bayerische Behörden haben sich auch am Pfingstwochenende Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche zu Wort gemeldet.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sagte am Samstag nach der dreitägigen Fußwallfahrt von Regensburg nach Altötting, das Kreuz sei "in unserer bayerischen Heimat ein vorstaatliches Fundament" und zudem "erfolgreichstes christliches Logo aller Zeiten". Er begrüße es, "wenn wir in der Öffentlichkeit unseres Lebens das Kreuz immer wieder vor Augen gestellt bekommen."

Bedford-Strohm: "Kreuz ist Zeichen unseres Herrn"

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, bezeichnete in seiner Pfingstbotschaft das christliche Kreuz als etwas Kostbares. Es sei in den momentanen Identitätsdebatten etwas so Wertvolles, "weil es für die Verwandlung der Logik der Gewalt und der Ausgrenzung in eine Logik der Liebe und der Gemeinschaft steht und genau darin Humanität ausstrahlt".

Bedford-Strohm betonte: "Für uns als Christen ist das Kreuz nicht Gegenstand des Streites unterschiedlicher politischer Überzeugungen, sondern für uns ist das Kreuz das Zeichen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus, der gekreuzigt, gestorben und begraben und am dritten Tage auferstanden ist von den Toten."

Lücking-Michel spricht von Missbrauch

Kritik an Söder kam von der Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Zdk), Claudia Lücking-Michel. Im Interview des Internetportals weltkirche.katholisch.de sagte sie: "Es wird auch einem Herrn Söder und der CSU-Politik nicht gelingen, weder die wahre Bedeutung des Kreuzes noch die vielen guten Ansätze der Kirche zu überdecken. Aber ärgerlich ist es in höchstem Maße, weil er natürlich besonders in seiner ersten Initiative das Kreuz missbraucht hat für seine wahlpolitischen Zwecke."

Söder habe behauptet, "das Kreuz sei ein kulturpolitisches Symbol und kein Symbol für eine bestimmte Religion. Dann muss man auf den Tisch hauen und sagen: 'Mein Lieber, dann nagel doch eine Lederhose an die Wand, aber missbrauche nicht unser Kreuz für deinen bayernpolitischen Wahlkampf!'." Lücking-Michel sieht einen Zwiespalt: "Auf der einen Seite muss man ja dafür kämpfen und sorgen, dass das Kreuz im öffentlichen Raum seinen Platz behält. Aber es war ja so offenkundig, dass Söder damit keinerlei religiöse Inhalte verbindet."

Forderung nach christlicher Politik

Es sei gut gewesen, dass auch aus kirchlichen Kreisen die Stimmen gekommen seien, die sagten: "Wer Kreuzesinhalte stark machen will, der muss eine christliche Politik machen und die steht auf der Seite der Ärmsten und Marginalisierten." Da könne man in Bayern noch einiges nachlegen, sagte Lücking-Michel.

(KNA)

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