Frau mit Kind im Jemen
Frau mit Kind im Jemen

27.04.2018

Vatikan drängt auf größere Beachtung für Konflikt im Jemen "Dummer Krieg"

Der Vatikan hat die Internationale Gemeinschaft zu mehr Beachtung des Konflikts im Jemen aufgefordert. Das Leben von Millionen im Land sei zerstört worden.

Der Krieg sei durch andere Auseinandersetzungen in der Region in den Schatten gestellt worden, erklärte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen, Erzbischof Bernardito Auza, laut Vatikanangaben am Freitag in New York.

Kampf um Macht und Einfluss

Das Leben von Millionen Jemeniten sei zerstört worden durch das, was UNO-Generalsekretär Antonio Guterres einen "dummen Krieg" genannt habe, sagte Auza bei einer Debatte über die Lage im Mittleren Osten. Sollten diese Geschehnisse "die größte humanitäre Katastrophe der Welt" darstellen, seien sie "komplett vom Menschen gemacht", so der Erzbischof.

Die politische Lage in dem ärmsten Staat der Arabischen Halbinsel ist verfahren. Bereits vor dem Eingreifen der von Saudi-Arabien angeführten Allianz kämpften bewaffnete Gruppen um Macht und Einfluss, darunter aus dem Norden stammende Huthi-Rebellen. Seit 2014 stehen sie Anhängern des früheren Präsidenten Ali Abdallah Saleh gegenüber. Saudi-Arabien wirft dem Iran vor, die Huthi zu unterstützen. Der Konflikt hat bislang mehr als 10.000 Todesopfer gefordert. Fast zehn Millionen Menschen waren oder sind auf Nothilfeleistungen angewiesen.

Zuletzt machte der Mord am politischen Führer der schiitischen Huthi-Rebellen Schlagzeilen, der bei einem Luftschlag getötet worden war.

 

Papst ruft immer wieder zum Frieden auf

Bereits in seiner Osterbotschaft hatte Papst Franziskus den Menschen im Jemen gedacht und zum Frieden in der Welt aufgerufen. "Wir Christen glauben und wissen, dass die Auferstehung Christi die wahre Hoffnung der Welt ist", hatte Franziskus betont. Die Kraft dieser Hoffnung erneuere die Welt und trage Früchte in der Geschichte.

In diesem Sinne bat er um "Früchte der Weisheit" für die politischen Verantwortungsträger, dass sie die Menschenwürde achten, für das Gemeinwohl arbeiteten sowie Entwicklung und Sicherheit ihrer Bürger gewährleisteten.

(KNA)

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