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Wahlplakat der AfD

22.02.2018

Diskussion um Verhältnis zwischen Kirche und AfD Abgrenzung oder Dialog?

Mti seiner Forderung nach einem Abgrenzungsbeschluss der katholischen Kirche zur AfD hat ZdK-Präsident Thomas Sternberg eine Diskussion ausgelöst. Warnungen vor einem Ende des Dialogs kommen von beiden Seiten.

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke spricht sich gegen einen Abgrenzungsbeschluss der katholischen Kirche zur AfD aus. "Wir müssen als Bischöfe positiv auftreten. Ich denke, verurteilend den Zeigefinger zu heben, ist nicht unbedingt der Weg", sagte Hanke dem Internetportal katholisch.de in Bonn (Mittwoch). Den Menschen müsse Mut gemacht werden, die wirklichen Werte des Christseins neu zu entdecken.

"Wir müssen sie dadurch mündig machen, sodass sie nicht irgendwelchen Predigern oder Lockvögeln hinterherlaufen, sondern selbst engagiert ihren Weg aus christlicher Verantwortung finden", so der gastgebende Bischof der Vollversammlung in Ingolstadt. In Ingolstadt wurde die AfD bei der Bundestagswahl 2017 mit 15 Prozent der Zweitstimmen zweitstärkste Partei.

"Rassistische Ausfälle unerträglich"

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Sternberg, hatte am Dienstag in der "Neuen Westfälischen" einen Beschluss der katholischen Kirche zur Abgrenzung von der Partei AfD für sinnvoll gehalten. Das Ausmaß rassistischer Ausfälle von AfD-Politikern sei unerträglich geworden, erklärte Sternberg.

Der AfD-Politiker Volker Münz hofft, dass sich das Verhältnis zwischen seiner Partei und der Kirche "normalisiert". Er verstehe sich als Brückenbauer und sei der Ansicht, «dass vor allem Christen miteinander reden können sollten», sagte der kirchenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion der katholischen Wochenzeitung "Die Tagespost" (Donnerstag) in Würzburg. Dies setze auf beiden Seiten Gesprächsbereitschaft voraus.

Einladung zum Katholikentag in Münster

Münz wird beim Katholikentag in Münster an einer Podiumsveranstaltung mitwirken, zu der die kirchenpolitischen Sprecher aller Fraktionen eingeladen sind. Beim Katholikentag in Leipzig vor zwei Jahren gab es, begleitet von einer kontroversen Debatte, noch keine solche Einladung an einen AfD-Politiker.

Der evangelische Abgeordnete sagte, ihm sei bewusst, dass man als Christ über Themen wie den Umgang mit Flüchtlingen "in unterschiedlicher Weise denken kann". Aus der Bibel sei nicht unmittelbar abzuleiten, "wie viele Flüchtlinge wir in Deutschland aufnehmen sollen". Eindeutig biblisch geklärt sei hingegen, "dass eine Ehe aus der Verbindung von Mann und Frau besteht".

"Durch christliche Überzeugung motiviert"

Münz deutete in dem Interview an, dass er die AfD verlassen müsste, sollten dort rassistische oder antisemitische Positionen vertreten werden. Er missbillige etwa, was der Thüringer AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke über Afrikaner und das Holocaust-Mahnmal in Berlin gesagt habe. Höcke sei aus seiner Sicht aber "kein Antisemit oder Rassist".

Sein Engagement in der AfD sei durch seine christliche Überzeugung motiviert, erklärte Münz. Er verstehe sich als konservativ, nicht als radikal. "Ich möchte, dass unser Land christlich geprägt bleibt, denn das Christentum ist eine wesentliche Basis unserer Kultur und unseres Rechtsstaates." Die ethnische Herkunft eines Menschen spiele für ihn keine Rolle. "Was mir aber wichtig ist, das ist die christlich-abendländische Leitkultur, die von allen, gleich welcher Herkunft sie sind, zu akzeptieren ist."

"Forderung unredlich"

Zuvor hatte bereits der kirchenpolitische Sprecher der rheinland-pfälzischen AfD-Landtagsfraktion, Michael Frisch, vor einem Ende des Dialogs zwischen der katholischen Kirche und seiner Partei gewarnt. Er wandte sich zugleich gegen Pauschalverurteilungen.

Die von Sternberg geäußerte Forderung nach einem Abgrenzungsbeschluss sei unredlich, erklärte Frisch. "Unter den Mitgliedern und Wählern der AfD gibt es viele überzeugte Christen, die der ZdK-Präsident mit seinen Bewertungen in die Nähe von Rechtsextremismus oder gar Nationalsozialismus rückt."

(KNA)

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