CSU-Klausur im Kloster Seeon
CSU-Klausur im Kloster Seeon
Der langjährige ZdK-Präsident Hans Maier
Der langjährige ZdK-Präsident Hans Maier

01.02.2018

CSU-Politiker erinnert seine Partei an christliche Ursprünge Botschaft Jesu als Basis

Der Familiennachzug wird nach Beschluss des Bundestages bis Ende Juli weiter ausgesetzt. Der CSU-Politiker und frühere ZdK-Präsident Hans Maier hält die Regelung für unzureichend - und erinnert an die christlichen Ursprünge der CSU.

DOMRADIO.DE: Ungefähr 60 Prozent der Abgeordneten im Bundestag haben dafür gestimmt, den Familiennachzug weiter auszusetzen. Wie hätten Sie denn abgestimmt?

Hans Maier (Ehemaliger bayrischer Kultusminister, ehemaliger Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, CSU): Auf jeden Fall großzügiger. Laut Auswärtigem Amt liegen bis Ende vergangenen Jahres aus Syrien und aus dem Irak über 50.000 Anfragen da, auch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung schätzt die Zahl möglicher Nachzügler auf 60.000. Da sind also diese kümmerlichen 1.000 pro Monat, noch dazu erst von August an, wirklich ein Minimum. Ich möchte sagen: Ein minimalistisches Minimum. 

DOMRADIO.DE: Sie haben in einem offenen Brief nach der CSU-Klausur im Kloster Seeon Anfang des Monats grundsätzlich die Einstellung der CSU in der Flüchtlingsfrage auch beim Familiennachzug kritisiert. Da steht der Satz drin: 'Wie kann sich eine Partei mit dem C im Namen gegen den Familiennachzug und damit gegen die Nächstenliebe stellen?' Haben Sie eine Antwort auf die Frage gefunden? 

Maier: Keine offizielle Antwort bis jetzt, aber sehr viele positive Zuschriften: Briefe und Mails. Da schreibt zum Beispiel eine ehrenamtliche Flüchtlingshelferin: 'Mein Vater war CSU-Kommunalpolitiker und hat die Partei in den Nachkriegsjahren mit aufgebaut. Wenn mein Vater noch leben würde, wäre er entsetzt, was aus seiner Partei geworden ist.' Solche Briefe habe ich wirklich viele bekommen, ungefähr hundert. Und daraus schließe ich, dass die CSU-Führung da keineswegs übereinstimmt mit den CSU-Mitgliedern. 

DOMRADIO.DE: Sie sind deutlich, Sie schreiben, dass es teilweise die Selbstverliebtheit in der Parteiführung ist und die falschen Themenschwerpunkte, die gesetzt werden. Sie waren selbst von 1970 bis 1986 Kultusminister in Bayern. Was hat sich denn Ihrer Meinung nach an der Mentalität der CSU seitdem geändert? 

Maier: Ich glaube, dass Einzelne aus der heutigen CSU-Führung die christlichen Ursprünge, aus denen die CDU und die CSU entstanden sind, ein wenig verdrängt haben. Und an diese christlichen Ursprünge wollte ich erinnern. Es ist ja kein Zweifel, dass die Zahl der Christen abgenommen hat. Sie sind vielleicht heute schon eine Minderheit, in Ostdeutschland auf jeden Fall. Das muss aber nicht bedeuten, dass man an die christlichen Grundsätze nicht mehr erinnert. Man muss sogar deutlicher und klarer daran erinnern. Die Treue zu den Ursprüngen macht ja eine Partei aus. Das gilt nicht nur für die Union.

DOMRADIO.DE: Sie sind bis heute noch Parteimitglied. Fällt man seiner eigenen Partei mit solchen Worten nicht auch ein bisschen in den Rücken? Wir sind ja gerade auch mitten in den Koalitionsverhandlungen.

Maier: Ich glaube, ich falle ihr nicht in den Rücken, sondern ich stärke ihr sogar den Rücken. Denn worauf will sich die Union berufen, wenn nicht auf die Zehn Gebote und die Botschaft Jesu?

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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