Antisemitische Kriminalität lässt nicht nach
Künftig soll ein Antisemitismusbeauftragter Judenhass vorbeugen
Der neue Antisemitismusbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz: Dieter Burgard
Der neue Antisemitismusbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz: Dieter Burgard

22.01.2018

Antisemitismus-Beauftragter für Rheinland-Pfalz über Aufgaben "Präventionsarbeit leisten"

Im Bundestag herrscht Einigkeit, dass es in Deutschland einen Antisemitismusbeauftragten geben soll. Das Bundesland Rheinland-Pfalz war schon schneller. Dieter Burgard startet im Mai - und erzählt, was er ausrichten kann. 

DOMRADIO.DE: Was machen Sie als Antisemitismusbeauftragter konkret?

Dieter Burgard (Antisemitisbeauftragter des Landes Rheinland-Pfalz): Ich bin fast acht Jahre Bürger- und Polizeibeauftragter und ich erlebe in einem Jahr über 400 Gespräche mit Bürgern und deren Anliegen. In der neuen Aufgabe ab Mai werde ich auch erstmal Ansprechpartner sein. Wo es Probleme vor Ort gibt, werde ich in Aktion treten und natürlich Präventionsarbeit leisten. Seit 1989 arbeite ich mit jüdischen Gemeinden und der Polizei in der Gedenkarbeit zusammen, daher habe ich reichliche Erfahrungen gesammelt. Schändungen von jüdischen Einrichtungen oder Friedhöfen sind kein neues Phänomen, aber der Bodensatz von 20 Prozent Antisemitismus in der Gesellschaft ist erschreckend. 

DOMRADIO.DE: Ab Mai treten Sie die neue Stelle an. Wie werden Sie darauf vorbereitet? Was machen Sie im Vorfeld?

Burgard: Der Beschluss kam am 19. Dezember im Kabinett, auf Vorschlag von der Ministerpräsidentin. Ich werde unmittelbar in der Staatskanzlei angesiedelt sein. Die ersten Anfragen kamen schon, die israelische Konsulin aus München, Sandra Simovich, war schon hier in Mainz. Es gibt eine Einladung zu einer Tagung in Jerusalem für die Beauftragten aus aller Welt. Heute habe ich zum Beispiel ein erstes längeres Gespräch in der Staatskanzlei, um mich danach dann länger vorbereiten zu können. 

DOMRADIO.DE: Wenn es dann auf Bundesebene diesen Beauftragten geben wird. Gibt es schon Anfragen, ob Sie assistieren oder beraten können?

Burgard: Ein guter Bekannter von mir ist Prof. Dr. Wolfgang Benz, die Koryphäe im Bereich der Antisemitismusforschung in Berlin. Es gibt eine breite Vernetzung, so dass ich auch in der Konstituierung der Fassung mitarbeite. Ich finde es auch wichtig, sich zu vernetzen und gegenseitig anzuregen. 

DOMRADIO.DE: Im Gegensatz zu Frankreich ist Deutschland ein bisschen spät dran mit dem Antisemitismusbeauftragten. Was denken Sie?

Burgard: Wir sind in der Tat etwas spät dran. Die ersten Diskussionen kamen 2011 auf, das Thema gibt es im Bundestag seit 2004. Es hat lange gedauert und wird natürlich im Prozess der Regierungsbildung jetzt nicht gerade beschleunigt. Der Bundestag hat ein sehr geschlossenes Bild abgegeben. Ich habe die Debatte verfolgt und das Anliegen ist bei allen Parteien gleich. Wobei man natürlich bei der AfD genauer hinschauen muss, was gesagt wurde. 

Das Gespräch führte Silvia Ochlast.

(DR)

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