Die Bundeswehr in Mali: Ein deutscher Blauhelmsoldat unterhält sich während einer Patrouille mit einem Kind
Die Bundeswehr in Mali: Ein deutscher Blauhelmsoldat unterhält sich während einer Patrouille mit einem Kind

28.11.2017

Evangelischer Militärbischof zum Bundeswehreinsatz in Mali "Das ist keine Trockenübung"

Der evangelische Militärbischof Sigurd Rink plädiert für Solidarität mit Bundeswehrsoldaten, die an der UN-Friedensmission Minusma in Mali beteiligt sind. "Die Beteiligung ist klar mandatiert, wichtig und nötig."

epd: Herr Militärbischof Rink, Sie waren auf einer fünftägigen Reise in Mali und haben dort die Bundeswehr besucht. Wie ist Ihr Eindruck vom Einsatz?

Rink: Im Feldlager Camp Castor in Gao arbeiten die deutschen Soldaten unter sehr schlichten Bedingungen. Die klimatischen Bedingungen des Landes sind sehr kräftezehrend: Lange Regenzeiten wechseln sich ab mit großer Hitze und Sandstürmen. Teilweise sind Wege nicht passierbar und ganze Gegenden abgeschnitten.

Mali ist ein sehr armes Land, die Infrastruktur ist schlecht. Ein großes Thema ist der Wassermangel. Die Soldaten sind deshalb angehalten, nicht länger als zwei Minuten zu duschen. Während meines Besuchs haben wir mit dem Militärpfarrer Thomas Hellfritsch einen 300 Meter tiefen Brunnen eingeweiht, der die tägliche Wasserversorgung der Soldaten - aber auch die der Zivilbevölkerung - sicherstellen soll.

epd: Die UN-Mission in Mali gilt als einer der gefährlichsten Einsätze von Blauhelmen. Wie blicken die Soldaten auf ihren Einsatz?

Rink: Konzentriert, weil die Lage in Mali trotz Friedenseinsatz alles andere als befriedet ist. Viele Kräfte, darunter Schleuser, Terroristen, Drogen- und Waffenschmuggler, fühlen sich von der Präsenz der Soldaten gestört, weil sie ihrem Geschäftsmodell nicht mehr unbeobachtet nachgehen können. Auch wenn die malische Regierung demokratisch legitimiert ist: Die staatlichen Institutionen sind schwach und vielerorten haben die Polizei und die Streitkräfte die Kontrolle verloren.

Erst am Freitag haben bei einem Anschlag im Nordosten des Landes vier Soldaten ihr Leben verloren, etliche sind schwer verletzt worden. Die Soldaten wissen: Das ist keine Trockenübung. Gleichzeitig stellen sie sich natürlich die Frage: Wie nachhaltig ist unser Einsatz in einem so instabilen Land? Die Begrenztheit der eigenen Einflussmöglichkeiten wird den Soldaten tagtäglich vor Augen geführt.

epd: Vor Kurzem hat der Bundestag über den Bundeswehreinsatz in Mali beraten. Das derzeitige Mandat ist bis zum 31. Januar 2018 befristet und soll um drei Monate verlängert werden. Im Dezember stimmen die Abgeordneten darüber ab. Welche Erwartungen haben Sie an die Politik?

Rink: Auch wenn alle Soldaten damit rechnen, dass der Einsatz weitergeht, fände ich es wichtig, dass die Soldaten auf lange Sicht Handlungssicherheit bekommen. Die Beteiligung der Bundeswehr an der UN-Mission ist klar mandatiert, wichtig und nötig. Der deutsche Einsatz als Teil der UN ist ethisch in jedem Fall vertretbar - auch wegen mangelnder Alternativen.

Doch reicht das? Die Kräfte der internationalen Gemeinschaft sind begrenzt. Ob der UN-Einsatz die einzige Lösung zur Befriedung von Mali ist, bezweifele ich. Er sollte durch zivile Maßnahmen wie Dialogvorhaben des Auswärtigen Amtes flankiert werden.

Elisa Makowski
(epd)

Mit Willibert auf Sizilien

Eindrücke von der DOMRADIO.DE-Reise

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Lieblingsorte im Kölner Dom

Dompropst, Dommusiker, Domlektorin, Domdechant und andere mehr: Sie alle haben uns ihre Lieblingsorte im Kölner Dom verraten.

Tageskalender

Radioprogramm

 20.10.2021
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO - Der Morgen

  • Neuer Generalsekretär der Seemannsmission
  • Flüchtlinge über Belarus und Polen
  • DOMRADIO.DE-Hörerreise auf Sizilien
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • „Bibel in leichter Sprache“
  • Caritas International zur "Belarus Route"
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • „Bibel in leichter Sprache“
  • Caritas International zur "Belarus Route"
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Regensburger Domspatzen singen im Altenberger Dom
  • Vatikan stellt Gebets-App „Click to Pray 2.0“ vor
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Nachmittag

  • Regensburger Domspatzen singen im Altenberger Dom
  • Vatikan stellt Gebets-App „Click to Pray 2.0“ vor
19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Schabbat Shalom: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland – der Podcast

Jeden Freitag nehmen uns junge Jüd:innen in diesem Podcast mit in die Welt des Judentums. 

Himmelklar Podcast

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…