Proteste gegen US-Einwanderungspolitik
Proteste gegen US-Einwanderungspolitik
Vollversammlung der US-Bischöfe
US-Bischöfe kritisieren...
US-Präsident Donald Trump
...die Flüchtlingspolitik von US-Präsident Donald Trump

11.10.2017

US-Kirche gegen Trumps Einwanderungspolitik Kritik an abgesenkter Flüchtlingsobergrenze

US-Präsident Donald Trump macht ernst mit der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik, die er im Wahlkampf angekündigt hatte. Er stößt dabei allerdings auf entschiedenen Widerstand der katholischen Kirche in den USA.

Schwester Norma Pimentel wähnt sich auf der richtigen Seite. Als Barack Obama 2014 an der US-Grenze zu Mexiko Härte gegen Kinderflüchtlinge aus Zentralamerika zeigte, kümmerte sie sich im Rio Grande Valley um die vor Gewalt in ihrer Heimat fliehenden Jugendlichen. Und auch heute steht sie wieder an vorderster Front im Einsatz für die Einwanderer aus dem Süden.

Papst Franziskus machte sie zum Vorbild des katholischen Widerstands gegen eine als herzlos empfundene Einwanderungspolitik, als er die zupackende Ordensfrau bei seinem Besuch an der Grenze würdigte. Jetzt mischt sie mit bei der Ende September von Franziskus gestarteten weltweiten Caritas-Kampagne "Share the Journey" (Begleite die Reise), die darauf abzielt, Migranten zu helfen.

Kritik an Umgang mit "Dreamern"

Schwester Norma sieht in der Kampagne eine Ausweitung ihres Engagements im Rio Grande Valley. "Wir müssen versuchen, die Realität der Flüchtlinge zu verstehen", betont sie. Im Jesuiten-Magazin "America" forderte sie zudem die Pfarreien und Diözesen in den USA auf, die Herausforderung an der Grenze als Lebensschutz-Thema zu begreifen. "Es ist herzzerreißend, Kinder zu sehen, wenn sie wie Kriminelle festgehalten werden", sagt die in den USA geborene und in Mexiko aufgewachsene Ordensfrau. Seit zehn Jahren leitet sie die Catholic Charities im ärmlichen Rio-Grande-Tal.

Dass US-Präsident Donald Trump nun das Schicksal der 800.000 als Kinder ins Land gekommenen "Dreamer" mit weiteren Verschärfungen an der Grenze und bei der Einwanderung verknüpfen will, lehnt sie ab.

Wie dies auch die US-Bischofskonferenz tut: Deren Migrationsbeauftragter Bischof Joe Vasquez aus Austin im Grenzstaat Texas wies das kürzlich vorgelegte Forderungspaket des Weißen Hauses am Dienstag rundherum zurück. Dies sei "kein Weg in Richtung einer Einwanderungsreform, die im Respekt für die Würde des menschlichen Lebens gründet", erklärte Vasquez.

Bischöfe fordern Kongress zur Lösung auf

Die Bischöfe forderten den Kongress auf, so schnell wie möglich eine Lösung für die "Dreamer" zu finden, nachdem Trump den von Obama 2012 erlassenen Abschiebestopp im September aufgehoben hatte. Aufgrund von Übergangsbestimmungen gibt es für die Betroffenen noch einen Aufschub bis März 2018. Dann droht die Abschiebung.

Die "Share-the-Journey"-Kampagne der US-Katholiken macht dieses Thema neben den Kinderflüchtlingen zu einem ihrer Schwerpunkte - und bringt die Kirche damit in einen direkten Konflikt mit dem Weißen Haus.

Absenkung der Flüchtlingsobergrenze

Empört sind die US-Bischöfe auch über die Absenkung der Flüchtlingsobergrenze. Mit 45.000 pro Jahr hat das Weiße Haus den niedrigsten Wert seit 1980 festgelegt. "Wir sind verstört und zutiefst enttäuscht", so Bischof Vasquez.

Der Geschäftsführer des Flüchtlingsdienstes der Jesuiten, David Robinson, hält den Wert angesichts der vielen Millionen Flüchtlinge weltweit für eine "schändlich niedrige Zahl" - gerade in einem so reichen Land wie den USA. Das untergrabe sowohl die Interessen als auch die Werte der Vereinigten Staaten.

Rückendeckung vom Papst

Obwohl die Bischöfe etwa in der Abtreibungsfrage durchaus Schnittmengen mit der Trump-Regierung sehen, ergeben sich in anderen Politikfeldern immer ernstere Meinungsverschiedenheiten. So auch bei Trumps umstrittenem Einreiseverbot gegen Personen aus mehreren überwiegend muslimisch geprägten Staaten.

Rückendeckung bekommt die US-Kirche bei ihrem Einsatz für Migranten und Flüchtlinge vom Papst persönlich. So kritisierte Franziskus die "Dreamer"-Entscheidung Trumps ungewohnt direkt: "Wenn er ein tüchtiger Lebensschützer ist, wird er begreifen, dass die Familie die Wiege des Lebens ist und man ihre Einheit schützen muss."

Thomas Spang
(KNA)

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