Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier
Gut gelaunter Papst Franziskus
Gut gelaunter Papst Franziskus

07.10.2017

Bundespräsident macht Antrittsbesuch beim Papst Glaube hat hohen Stellenwert

Der Glaube ist ihm "Kompass und Gerüst", so formulierte der Protestant es einmal. Einer seiner ersten Antrittsbesuche im Ausland führt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nach Rom. Am Montag trifft er Papst Franziskus.

Auch sein Vorgänger Joachim Gauck war bereits nach wenigen Monaten Gast im Vatikan, 2012 besuchte er Papst Benedikt XVI. Gauck hatte damals gesagt, er wolle zeigen, dass "der Bundespräsident zwar evangelisch ist, aber den Katholiken zugewandt."

Auch Steinmeier ist Protestant und war ursprünglich sogar für ein evangelisches Spitzenamt vorgesehen: Eigentlich sollte er Präsident des Evangelischen Kirchentags 2019 in Dortmund werden, mit seiner Wahl zum Bundespräsidenten wurde das obsolet.

Glaube hilft bei Entscheidungen

Nun trifft er das Oberhaupt der Katholiken. Für Steinmeier ist es die erste Begegnung mit Papst Franziskus, aber nicht das erste Zusammentreffen mit einem Papst: Als SPD-Fraktionsvorsitzender traf er mit Benedikt XVI. zusammen, als dieser während seines Deutschlandbesuchs 2011 eine Rede im Bundestag hielt.

Der Besuch bei Papst Franziskus sei ihm sehr wichtig, heißt es aus dem Bundespräsidialamt. Es freue ihn, dass ein Treffen so früh zustande gekommen sei. Auch mit Blick auf die Ökumene sei die Begegnung bedeutend für ihn. 

Für Steinmeier hat sein Glaube nach eigenem Bekunden einen hohen Stellenwert. Er sei ihm "Kompass und Gerüst, gerade bei hohem Entscheidungsdruck", so bekannte er einmal. Und diesen Glauben gebe er auch nicht an der Garderobe ab, wenn er morgens ins Büro komme.

Aus einfachem Elternhaus

Steinmeiers Vater stammt aus dem evangelisch-reformiert geprägten Lippe in Ostwestfalen, seine Mutter aus dem evangelischen Teil Schlesiens. Wie sein Freund und Parteikollege, Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, kommt Steinmeier aus einfachen Verhältnissen, aus einem Elternhaus "ohne Klavier und Bibliothek". Wie Schröder arbeitete er sich hoch, machte Abitur, studierte Jura in Gießen und wurde promoviert.

Mit Blick auf die von ihm mitentworfene Agenda 2010 und die Hartz-IV-Gesetze mag das Thema seiner Doktorarbeit Kritiker dieser Sozialreformen verwundern: Steinmeier schrieb über Obdachlosigkeit und das Recht auf Wohnraum - ein Thema, das dem Papst sicher gefallen wird.

Ökumenischer Preis für Steinmeier

Seine Frau Elke Büdenbender, die bis zum Amtsantritt ihres Mannes als Verwaltungsrichterin in Berlin arbeitete, begleitet ihn. Ihr ist es wohl auch zu verdanken, dass er keine Berührungsängste mit der katholischen Kirche hat: Sie ist katholisch. Ihre inzwischen 20-jährige Tochter ließen sie evangelisch taufen. Und das Paar betont, dass es die Ehe als konfessionsverbindend und nicht als konfessionsverschieden betrachtet.

Dazu passt ein Preis, mit dem Steinmeier Ende 2016 geehrt wurde: Als erster Politiker erhielt er den Ökumenischen Preis der Katholischen Akademie Bayern. In seiner Dankesrede würdigte er die Rolle der Kirchen als Vorreiter der Einheit Europas. Ihre friedliche Vielfalt könne beispielhaft sein.

Dies, aber auch das Thema Flüchtlinge könnten eine Rolle bei der Unterredung zwischen Steinmeier und dem Papst sein, die für eine Stunde angesetzt ist und damit länger dauern würde als die halbstündige Begegnung zwischen Gauck und Papst Benedikt XVI. vor fünf Jahren. Anlässlich des Tags der deutschen Einheit hatte Steinmeier zu einer ehrlichen Debatte über Flüchtlinge und Migration aufgerufen.

Weitere Programmpunkte

Auf dem Programm des Bundespräsidenten stehen noch weitere Termine: Nach der Papstaudienz besucht er die 1968 in Rom gegründete katholische Bewegung Sant'Egidio, die sich der karitativen Arbeit, der Diplomatie in Bürgerkriegsgebieten und dem Dialog der Religionen widmet. Ihr Gründer, der italienische Historiker Andrea Riccardi, wurde 2009 für sein Friedensengagement mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet.

Und auch ein "protestantischer" Termin steht auf dem Programm: Bereits am Sonntagabend hält der Bundespräsident direkt nach seiner Ankunft in der evangelischen Christuskirche in Rom einen Vortrag. Anlass ist das Reformationsgedenkjahr. Vielleicht wird er dort auf Papst Franziskus verweisen, der das Gotteshaus vor rund zwei Jahren besuchte und dort mit Blick auf die Ökumene "Mut machende Worte" - so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Bischof Heinrich Bedford-Strohm, - sprach.

Birgit Wilke

(KNA)

Sonderseite zur KirchenMusikWoche im Erzbistum Köln

Konzerte, Gottesdienste, Orgelstunden und Talk: Hier geht es zu unserer Berichterstattung!

Das DOMRADIO.DE WM-Tippspiel

Tippen Sie kostenlos gegen Schwester Katharina die Fußball-WM. Für jeden Mitspieler spenden wir für einen guten Zweck! Den Gewinner erwartet eine Überraschung.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 20.06.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Weltflüchtlingstag: Kirche unterstützt verfolgte Menschen
  • Interview mit Pfr. Franz Meurer: Gibt es Sozialneid zwischen bedürftigen Menschen?
  • Sommerzeit ist Pilgerzeit: warum fasziniert Santiago de Compostela so sehr?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Matthäusevangelium
    20.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 6,1–6.16–18

  • Abbé Georges Edouard Lemaître
    20.06.2018 09:20
    Anno Domini

    Abbé Georges Edouard Lemaître

  • Matthäusevangelium
    21.06.2018 07:50
    Evangelium

    Mt 6,7-15

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen