Flüchtlinge in Europa
Flüchtlinge in Europa
Manfred Rekowski
Manfred Rekowski

11.08.2017

Evangelische Kirche kritisiert EU-Asylrecht "Abschottung ist keine Lösung"

Die Evangelische Kirche in Deutschland wirft der Europäischen Union vor, ihre Grenzen für Flüchtlinge dicht zu machen und das Asylrecht einzuschränken. Diese Abschottung bringe Europa in Konflikt mit ihren eigenen Prinzipien.

"Legale Wege, Asyl zu beantragen, gibt es praktisch nicht mehr", sagte der Leiter der EKD-Kammer "Migration und Integration", der rheinische Präses Manfred Rekowski, im Interview des Bonner "General-Anzeiger".

Noch gefährlichere Fluchten

"Nächstenliebe kennt keine Grenzen", betonte der Präses. "Abschottung und Ausgrenzung sind weder aus humanitärer noch aus menschenrechtlicher Sicht eine Lösung." Dies führe allenfalls dazu, dass sich Fluchtrouten verlagern, die Flucht für Betroffene noch teurer und gefährlicher wird und mehr Menschen zu Tode kommen. Alle Erfahrung zeige, dass Flüchtlinge ohne Perspektive sich nicht aufhalten ließen.

Kritik an CSU-Position

Rekowski wies die CSU-Position zurück, jährlich nicht mehr als 200.000 Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen. "Vermeintlich einfache Lösungen wie eine Obergrenze sind populistisch und lösen das Problem nicht." Gefragt seien differenzierte Ansätze. Notwendig seien ein gerechtes Verteilsystem für Flüchtlinge innerhalb Europas und Hilfen für Menschen, die in Nachbarstaaten geflohen sind.

Rekowski wies darauf hin, dass die meisten der 40 Millionen Flüchtlinge gar nicht nach Europa kämen. Neun von zehn Flüchtlingen wohnten in Entwicklungsländern. Der EKD-Migrationsexperte plädierte dafür, Fluchtalternativen etwa durch Umsiedlungen oder humanitäre Aufnahmeprogramme, flexiblere Visa-Richtlinien und Möglichkeiten der Familienzusammenführung zu schaffen. Und es bleibe der politische Dauerauftrag, Fluchtursachen zu bekämpfen, so Rekowski.

Marshallplan mit Afrika

Der Präses bekundete Sympathie für einen Marshallplan mit Afrika, wie ihn Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) vorgelegt hat. Der Begriff deute an, dass sich die Entwicklungsprozesse nicht so nebenbei erledigen ließen. "Es geht um eine richtige Kraftanstrengung des Engagements der Europäer in Afrika", so Rekowski. Das schließe ein, mehr Gerechtigkeit in den Wirtschaftsbeziehungen mit dem Kontinent umzusetzen. "Gegenwärtig profitieren wir von der Armut Afrikas."

(KNA)

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.07.
06:00 - 06:30 Uhr

DOMRADIO Morgenimpuls

06:30 - 11:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

  • Weihwasser auf Blech - der Autosegen
  • Kölner Lichter - das Spektakel mit einer gigantischen Vorbereitung
  • Mehr als ein Glockenspiel - das neue Geläut des Paderborner Doms
10:15 - 10:20 Uhr

Alle Wetter!

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

11:11 - 11:15 Uhr

Wort zum Samstag

11:00 - 16:00 Uhr

DOMRADIO Der Samstag

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Programmtipps

  • Walnüsse am Baum
    22.07.2018 00:00
    Alle Wetter!

    4. Juli-Woche: Sankt-Jakobs-We...

  • Zeit zum Innehalten
    22.07.2018 07:20
    WunderBar

    Lust auf Urlaub 1

  • Markusevangelium
    22.07.2018 07:50
    Evangelium

    Mk 6,30-34

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Empfangsanleitung zum Ausdrucken

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag ab 8 Uhr!

Gemeinsam für das Mehr im Menschen

Berufungspastoral im Erzbistum Köln: Dein Platz in Kirche und Welt.

Das ganze Leben

Hilfsangebote der Kirche im Erzbistum Köln.

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen