Erzürnt: US-Präsident Donald Trump
Erzürnt: US-Präsident Donald Trump
Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Spricht Drohungen aus: Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
Militärübung auf US-Pazifikinsel Guam
Militärübung auf US-Pazifikinsel Guam

09.08.2017

Trump mit "biblischen" Drohungen gegen Nordkorea "Feuer und Zorn"

US-Präsident Donald Trump droht Nordkorea mit "Feuer und Zorn, wie sie die Welt noch nie gesehen hat". Die Worte haben einen biblischen Klang. In der Heiligen Schrift finden sich zahlreiche Passagen, die die Schärfe des Konflikts betonen.

Die Worte des US-Präsidenten sind vor allem im Alten Testament zu finden. Dort sind "Feuer" und "Zorn" Umschreibungen des Gottesgerichts. Trump selbst verortet sich in der Presbyterianischen Kirche, einer der großen protestantischen Kirchen der USA. Bei seiner Vereidigung schwor er auf seine persönliche Bibel, die er 1955 von seiner Mutter bekam, einer Presbyterianerin.

Feuer als göttliche Strafe

"Feuer" erscheint in der Bibel mit seiner elementaren Gewalt als Bild göttlicher Strafe: In Levitikus 10,2 verzehrt Feuer die Söhne Aarons, weil sie unerlaubt Priesterdienste ausüben; in 2 Könige 1,10ff fällt todbringendes Feuer vom Himmel, um die Macht des Propheten Elia zu erweisen. Jesaja verbindet die Motive "Feuer" und "Zorn" in einer eindringlichen Gerichtsankündigung (66,15).

Wenngleich Feuer im Alten Orient als übliches Mittel der Kriegsführung eingesetzt wird (vgl. Numeri 31,10; Josua 6,24; 8,28 u.ö.), sind ein "Zorngericht" und die Vernichtung der Frevler nach biblischem Verständnis allein Gott vorbehalten. Kein Held des Alten Testaments maßt sich an, mit "Feuer und Zorn" gegen echte oder vermeintliche Gottesfeinde vorzugehen.

Repertoire der Strafen

Auch das Neue Testament kennt "Feuer" als Bild des Gerichts - in der Bußpredigt des Täufers Johannes (Matthäus 3,7-10) ebenso wie bei Jesus (Matthäus 18,8f). Der Hebräerbrief (10,27) verweist auf "die Erwartung eines furchtbaren Gerichts und ein wütendes Feuer, das die Gegner verzehren wird".

Besonders häufig erscheint todbringendes Feuer in der Offenbarung des Johannes; es gehört zu dem Repertoire der Strafen, mit dem sich "die sieben Schalen mit dem Zorn Gottes" über die Menschheit ergießen. Volkstümlich ist dieses Schreckensszenario - eigentlich eine Hoffnungsbotschaft für Christen - mit dem apokalyptischen Endzeitkampf von Harmagedon verbunden. 

Verbale Drohungen beider Seiten

Auslöser der verbalen Konfrontation ist die Drohung des nordkoreanischen Militärs gegenüber den Vereinigten Staaten, einen Raketenangriff auf die US-Pazifikinsel Guam durchzuführen. Damit wird einer der gefährlichsten Konflikte der Welt weiter angeheizt. Die Streitkräfte zögen eine solche Attacke "ernsthaft in Erwägung", meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Zuvor hatten Berichte über große Fortschritte des kommunistischen Staats bei seinem Atom- und Raketenprogramm das Ausland beunruhigt. Südkorea will sein Militär nun umfassend reformieren - und schlagkräftiger machen.

Laut einem Sprecher der nordkoreanischen Armee könne der Plan zum Angriff auf Guam "jederzeit" ausgeführt werden, sobald Staatschef Kim Jong Un die Entscheidung dazu treffe. Die USA sollten ihre "rücksichtslosen militärischen Provokationen" unterlassen, sodass man nicht "gezwungen" sei, eine "unvermeidliche militärische Entscheidung" zu treffen, sagte ein Armeesprecher laut KCNA.

Mahnung zur Zurückhaltung

Die Stellungnahme aus Pjöngjang kam nur wenige Stunden, nachdem US-Präsident Donald Trump Nordkorea indirekt militärische Gewalt angedroht hatte. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen hart begegnet, so Trump am Dienstag.

Der außenpolitisch profilierte US-Senator John McCain mahnte Trump zur Zurückhaltung. "Die großen Führer, die ich kenne, sprechen keine Drohungen aus, solange sie nicht bereit zum Handeln sind", sagte der Republikaner dem US-Radiosender KTAR. "Und ich bin nicht sicher, dass Präsident Trump bereit zum Handeln ist."

Drohung gegen US-Luftwaffenbasis auf Guam

Die von KCNA zitierten nordkoreanischen Drohungen nehmen direkt Bezug auf die US-Luftwaffenbasis Anderson auf Guam, von der die Vereinigten Staaten immer wieder strategische Bomber des Typs B-1 zu Militärmanövern in Richtung koreanische Halbinsel entsendet haben. Erwogen wird demnach ein Angriff mit ballistischen Raketen des Typs Hwasong-12, um die US-Streitkräfte auf Guam und ihre dort stationierten Bomber in Schach zu halten - schließlich sei die Insel der potenzielle "Ausgangspunkt für eine Invasion in Nordkorea".

Pjöngjang rechtfertigte dies mit einer Mobilisierung des US-Atomwaffenarsenals sowie jüngsten US-Raketentests und Übungen mit Langstreckenbombern über Südkorea. "Solche Militärmanöver der USA könnten in der momentan extrem heiklen Situation auf der koreanischen Halbinsel einen gefährlichen Konflikt provozieren", hieß es.

Nordkorea habe für die Entwicklung seiner strategischen Waffen "alles riskiert" und nutze sie "weder als Faustpfand, um Anerkennung von Dritten zu bekommen, noch für irgendeinen Tauschhandel". Vielmehr seien sie "ein wichtiges militärisches Mittel, um entschlossen den politischen und wirtschaftlichen Druck der USA sowie ihre militärischen Drohungen zu kontern". Die Frage sei, "ob nur die USA die Option eines von ihnen so genannten "Präventivkriegs" haben".

Nordkorea spricht von "grenzenlosem Krieg"

In einer weiteren Stellungnahme kündigte ein nordkoreanischer Militärsprecher laut KCNA an, auf einen möglichen "Präventivkrieg" der US-Streitkräfte mit einem "grenzenlosen Krieg" zu reagieren, der "sämtliche Stützpunkte des Gegners ausrotten wird, auch auf dem US-Festland".

Inzwischen ist Nordkorea nach Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken - auch Interkontinentalraketen. Wie die "Washington Post" am Dienstag unter Berufung auf Geheimdienstquellen berichtete, habe Nordkorea nach Einschätzung des Geheimdienstes DIA (Defence Intelligence Agency) bei seinem Atom- und Raketenprogramm viel schnellere Fortschritte gemacht als bisher angenommen. Nordkorea habe einen entscheidenden Schritt auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht getan, berichtete die Zeitung. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu dem gleichen Schluss.

Der Konflikt mit dem kommunistisch regierten Land gilt als der derzeit gefährlichste der Welt. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind der Führung in Pjöngjang. Beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas zunehmend bedroht.

Folgen für Südkorea

In Seoul hat das konkrete Folgen: Unter dem Eindruck der Gefahr aus dem Norden rief Südkoreas Präsident Moon Jae zu einer tiefgreifenden Reform der eigenen Streitkräfte auf. "Ich glaube, wir brauchen eine vollständige Verteidigungsreform im Sinne einer Wiedergeburt, anstatt nur einige Modifizierungen oder Verbesserungen durchzuführen", sagte Moon am Mittwoch laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap bei einer Besprechung mit sechs Spitzenbefehlshabern seines Militärs. Demnach will Südkorea unter anderem Raketen mit höherer Sprengkraft anschaffen, um unterirdische Bunker zerstören zu können.

Australiens Premierminister Malcolm Turnbull warnte eindringlich vor einer kriegerischen Eskalation der Lage. "Ein Konflikt wäre vernichtend", sagte Turnbull vor Journalisten in Canberra. "Er hätte katastrophale Konsequenzen. Das ist uns allen klar."

Trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10 000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Papst an Christen aus Guam: "Zeichen der Hoffnung sein"

Papst Franziskus hat am Mittwoch in seiner Generalaudienz Pilgern aus Guam Mut zugesprochen. "Für euch und eure Familien erbitte ich die Gnade des Herrn Jesus, damit ihr in euren Häusern und Gemeinschaften ein Zeichen der Barmherzigkeit und der christlichen Hoffnung sein könnt", sagte der Papst in seine Grüßen an Pilger aus aller Welt. Neben Katholiken aus Guam erwähnte er auch Besucher aus Malta, Nigeria, Kanada und den USA.

Von den rund 171.000 Einwohnern Guams sind nach Vatikanangaben mehr als 145.000 katholisch. Seit 1911 besteht auf Guam ein eigener katholischer Verwaltungsbezirk, der 1965 in das einzige Bistum der Insel - Agana - überführt und 1984 zum Erzbistum aufgewertet wurde.

(dpa, KNA, dr)

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