Handschellen
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19.07.2017

Bischof Dröge setzt sich für Freilassung Steudtners ein "Unvorstellbare Vorwürfe"

Die evangelische Kirche hat sich bestürzt über die Verhaftung des Berliner Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner in der Türkei gezeigt. Bischof Markus Dröge forderte in einem Brief an den türkischen Botschafter die sofortige Freilassung.

Der Berliner IT-Experte Steudtner war am 5. Juli in der Nähe von Istanbul gemeinsam mit neun weiteren Aktivisten bei einem Workshop von Amnesty International zu Informationsmanagement und Umgang mit Trauma und Stress von der Polizei festgenommen worden. Steudtner ist ein engagiertes Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord an der Gethsemanekirche.

Unverständnis wegen der Verhaftung

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, drückte in seinem Schreiben an den Botschafter seine Sorge und Unverständnis über die Verhaftung wegen des Vorwurfs der Terrorunterstützung aus, wie die Landeskirche am Mittwoch mitteilte.

Steudtner habe "nicht nur einen einwandfreien Leumund". Er habe sich "vielmehr über viele Jahre für Gewaltfreiheit in jeder Art der Konfliktbearbeitung eingesetzt". Er sei in kirchlichen wie säkularen Kreisen für dieses Engagement bekannt und geschätzt.

Sofortige Freilassung gefordert

Es sei daher "gänzlich unvorstellbar, dass Herr Steudtner nun - und sei es auch noch so vage - irgendeiner Form von Terrorismus Vorschub leisten oder gar aktive Unterstützung zuteil werden lassen könnte", so der Bischof. Dröge bat den türkischen Botschafter in dem Schreiben, sich für die sofortige Freilassung einzusetzen: "Wir sind überzeugt, dass sich die Vorwürfe bei genauer Prüfung als völlig haltlos erweisen."

Unterstützung aus Heimatgemeinde

Steudtner ist zudem ein engagiertes Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord an der Gethsemanekirche. Dessen Geschäftsführer Frank Esch äußerte gegenüber domradio.de ebenfalls sein völliges Unverständnis angesichts der Verhaftiung und der damit verbundenen Vorwürfe. Man habe Steudtner in Konkliktsituationen gerne als Mediator eingesetzt, der es verstand, auch bei kontroversen Meinungen zu vermitteln, so Esch.

Die Anschuldigungen gegen Steudtner bezeichnete Esch "fern von allem Denkbarem". Man stehe deshalb der Verhaftung des IT-Experten auch fassungslos und machtlos gegenüber. Esch hegt die Hoffnung, dass das Schreiben von Bischof Dröge seine Wirkung nicht verfehlt. Die Gedanken seien in diesen Stunden und Tagen auch bei der Familie Steudtners, so Esch. "Hier ist von jetzt auf gleich ein Familienvater einfach weg und man weiß nicht, wie es weitergehen soll", ergänzte der Geschäftsführer der Kirchengemeinde Prenzlauer Berg-Nord.

Untersuchungshaft für Menschenrechtler

Die türkischen Behörden hatten am Dienstag Untersuchungshaft für sechs Menschenrechtler angeordnet. Vier weitere kamen gegen Kaution frei. Neben Steudtner ist auch die türkische Direktorin von Amnesty International, Idil Eser, unter den Inhaftierten. Die türkischen Behörden werfen den Aktivisten die "Mitgliedschaft in einer bewaffneten terroristischen Organisation" vor.

In der Türkei können Beschuldigte bis zu fünf Jahre lang in Untersuchungshaft festgehalten werden. Steudtner gehörte gemeinsam mit dem Schweden Ali Gharawi zu einem Team der niederländischen Entwicklungsorganisation HIVOS.

(epd)

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