10.03.2017

AfD kritisiert Bischöfe - KAB distanziert sich von AfD Die "Alternative für Deutschland" und die Kirche

Die AfD-Spitze geht nach der Kritik der katholischen Bischöfe an ihrer Partei zum Gegenangriff über. Währenddessen hat sich die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung entschlossen, AfD-Vertreter nicht zu Veranstaltungen einzuladen.

"Herr Marx, sie sollten das achte Gebot einhalten und kein falsches Zeugnis über andere abgeben", sagte Georg Pazderski aus dem Bundesvorstand der AfD. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, hatte am Donnerstag zum Abschluss der Frühjahrs-Vollversammlung erklärt, die Bischöfe distanzierten sich "vom populistischen Vorgehen und vielen inhaltlichen Haltungen" der AfD. Mit einer christlichen Perspektive sei politisches Agieren nicht vereinbar, "das vom Schüren von Fremdenfeindlichkeit, von Ängsten gegen Überfremdung" und von der einseitigen Betonung nationaler Interessen lebe.

In der Pressemitteilung der Bischöfe heißt es weiter: "Wir lehnen eine politische Einseitigkeit ab, die Antworten  auf drängende Fragen in einer globalisierten Welt stets so gibt, dass es auf Abschottung und  Rückkehr in längst vergangene Zeiten hinausläuft, die vermeintlich Sicherheit gewährleisten."

Pazderski lud Kardinal Marx zu einem Gespräch über die AfD-Programmatik ein. Er sagte: "Das hätten sie schon lange tun sollen, denn dann müssten sie sich nicht den Vorwurf gefallen lassen, sie grenzten AfD-Mitglieder und Sympathisanten aus und verstießen damit gegen das Gebot der Nächstenliebe."

Das Verhältnis zwischen der Alternative für Deutschland und den beiden Amtskirchen ist schon länger angespannt. Im vergangenen Jahr durfte die AfD nicht an Diskussionsveranstaltungen auf dem Deutschen Katholikentag in Leipzig teilnehmen. Aktuell läuft eine Unterschriftensammlung, um die geplante Teilnahme von Anette Schultner am Evangelischen Kirchentag im Mai in Berlin zu verhindern. Schultner ist Vorsitzende der Bundesvereinigung Christen in der AfD.

KAB: Keine Bühne für Hetzer

Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Deutschlands distanziert sich von dem rechten und rechtsextremen Populismus und wird zu ihren Veranstaltungen keine Vertreter der Alternative für Deutschland (AfD) einladen. Das beschloss der KAB-Bundesausschuss auf seiner jüngsten Sitzung, wie die Organisation am Freitag in Köln mitteilte. Die AfD-Vertreter sollten "keine Einladung und keine Möglichkeit zur Mitwirkung und Beteiligung" erhalten. Dennoch wolle sich die KAB einer intensiven Auseinandersetzung mit den rechtspopulistischen Strömungen nicht verschließen, hieß es weiter.

Mit dem Beschluss geht die KAB über die Forderungen der Bischöfe noch hinaus. Der KAB-Bundespräses Johannes Stein erklärte, man wolle "keine Bühne für Hetzer" bieten und werde die AfD nicht zu Veranstaltungen einladen. Zugleich verurteilte die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung die Auftritte von AfD-Politikern, die gegen Flüchtlinge und ausländische Mitbürger hetzten oder Denkmäler für Holocaust-Opfer verunglimpften. "Die Situation erinnert an die Zeit vor der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten, als Menschen ausgegrenzt, Politiker beleidigt und ermordet wurden", erklärte der Bundespräses. Die damaligen Mahner der KAB - wie Nikolaus Groß und Bernhard Letterhaus -, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten, seien in Konzentrationslager gekommen und ermordet worden.

Die KAB setze sich in ihrem christlichen Selbstverständnis für Arbeit und Leben in Würde und Solidarität ein. "Die Achtung der Menschenrechte und ein menschenwürdiger Umgang mit allen, unabhängig von Geschlecht, Abstammung, Sprache, Heimat und Herkunft, Glaubensorientierung, religiöser oder politischer Anschauungen, sexueller Orientierung, körperlicher oder geistiger Verfassung oder wirtschaftlicher Situation, ist für uns selbstverständlich", erklärten die Delegierten des KAB-Bundesausschusses.

(dpa, epd)

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