Weißes Haus in Washington
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Donald Trump wird neuer US-Präsident
Donald Trump wird neuer US-Präsident

10.11.2016

Kirchen suchen ihr Verhältnis zum künftigen US-Präsidenten Donald und die Christen

Evangelikale, Mormonen und weiße Katholiken haben Donald Trump zum Sieg verholfen. Nicht nur die katholische Bischofskonferenz der USA appelliert jetzt an den künftigen Präsidenten, das Gemeinwohl im Auge zu behalten.

Die US-Bischöfe reagieren auf die Wahl von Donald Trump mit einer doppelten Botschaft: "Wir freuen uns darauf, mit dem künftigen Präsidenten Trump daran zu arbeiten, menschliches Leben in seiner verwundbarsten Form bis zu seinematürlichen Ende zu schützen", heißt es in der offiziellen Stellungnahme des Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Edward Kurtz von Louisville (Kentucky).

Bischöfe setzen sich für Einwanderer ein

Eine klare Anspielung auf das Versprechen des künftigen US-Präsidenten, durch Richterberufungen am Supreme Court, dem höchsten Gericht, das umstrittene Urteil "Roe v. Wade" aufzuheben, laut dem Abtreibungen bis zur Lebensfähigkeit des Embryos zulässig sind. Die Bischöfe fügen mit Blick auf Trumps Äußerungen etwa gegen Immigranten und Muslime jedoch genauso deutlich hinzu, sie würden sich "für eine Politik stark machen, die allen Menschen, aller Glaubensrichtungen in allen Teilen der Gesellschaft Möglichkeiten eröffnet".

Ausdrücklich setzen sie sich "für ein menschliches Willkommen unserer Brüder und Schwestern ein, die als Einwanderer oder Flüchtlinge kommen". Kardinal Sean Patrick O'Malley aus Boston twitterte, Gott möge Trump "gute Gesundheit, Weisheit und Mut für seine Präsidentschaft geben". Sein Kollege aus Chicago, der künftige Kardinal Blase Joseph Cupich, erinnerte Trump daran, "dass wir für das amerikanische Ideal Verantwortung tragen, allen gegenüber gerecht zu sein".

Gräben überbrücken

Besorgt äußerte sich Schwester Simone Campbell, die als Sprachrohr progressiver US-Katholiken gilt. "Die Bigotterie und der Hass dieses Wahlkampfs sind gefährlich für die Menschen und die Nation", erklärte sie: "Mein Glaube sagt mir jetzt mehr denn je, dass wir Gräben zwischen uns überbrücken müssen". Dafür, so der Journalist und Jesuit Thomas Reese, könne die katholische Kirche ihre Erfahrung im Dialog, "besonders mit unseren protestantischen Brüdern und Schwestern" einbringen: "Wenn wir Republikaner und Demokraten dazu bringen können, so gut miteinander auszukommen wie Katholiken und Protestanten, wären die Vereinigten Staaten ein großartiges Land!"

Evangelikale wählten Trump

So ambivalent die Stellungnahmen, so geteilt entschieden sich die US-Katholiken bei den Präsidentschaftswahlen. Trump setzte sich bei ihnen mit 52 Prozent nur knapp gegen Clinton durch, die 45 Prozent an Unterstützung aus diesem Lager erhielt. Unter weißen Katholiken erzielte Trump einen Anteil von 60, bei den Latinos dagegen nur 26 Prozent.

Besonders punkten konnte der Republikaner auch bei weißen Evangelikalen. Nach Ansicht des Vorsitzenden der "Faith & Freedom Coalition", Ralph Reed, war Trump der erste Kandidat seit Ronald Reagan, der sich "lautstark" an die evangelikalen Wähler richtete.

Trumps Lohn: Rund 81 Prozent Stimmenanteil in dieser Gruppe. Robert P. Jones, Leiter des Public Religion Research Institute in Washington warnt jedoch vor übereilten Rückschlüssen. "Das sind keine Werte-Wähler, sondern Nostalgie-Wähler".

Donald Trump wenig bibelfest

Trumps Slogan "Make America Great Again" und sein dringender Appell an weiße Wähler, "die letzte Chance" dazu nicht aufzugeben, habe bei weißen Evangelikalen, die kontinuierlich an Einfluss verlören, großes Echo gefunden. "Die Leute haben das wörtlich genommen", so Jones. Aus Sicht des progressiven Evangelikalen Tony Campolo ist der Triumph Trumps "das letzte Hurra weißer evangelikaler Männer" in den USA.

Der Präsident der konservativen "Southern Baptist Convention's Ethics and Religious Liberty Commission", Russell Moore, äußerte sich ebenfalls kritisch. "Die wichtigste Lehre, die wir daraus ziehen sollten, ist, dass die Kirche sich dagegen wehren muss, Politik zur Religion und Religion zu Politik werden zu lassen."

Der künftige Präsident gehört formal der Presbyterianischen Kirche an, entpuppte sich im Wahlkampf aber als wenig bibelfest und nicht praktizierend. Manchem konservativem Christen dürfte ein Dorn im Auge sein, dass er zweimal geschieden ist und in dritter Ehe mit einem ehemaligen Fotomodell zusammenlebt.

Thomas Spang
(KNA)

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