70 Jahre NRW
70 Jahre NRW
Pfr. Dr. Antonius Hamers
Pfr. Dr. Antonius Hamers

23.08.2016

Katholisches Büro NRW zu 70 Jahren Nordrhein-Westfalen Vernunftehe mit gegenseitiger Sympathie

Ein Bundesland feiert Geburtstag: Vor 70 Jahren, am 23. August 1946, schufen die britischen Besatzer Nordrhein-Westfalen. Ein Grund zum Feiern - auch für die Kirchen, denn diese präg(t)en NRW mit, wie der Leiter des katholischen Büros hervorhebt.

domradio.de: "Operation Hochzeit" hieß das Projekt, das die britische Militärregierung heute vor 70 Jahren umgesetzt hat. In einem Amtsblatt ließ sie verkünden, dass Rheinland und Westfalen in Zukunft eins sein sollen. Und über das Radio wurde dann mitgeteilt, dass Düsseldorf die Hauptstadt dieses neuen Bundeslandes wird. Die Bezeichnung "Operation Hochzeit" provoziert Wortspiele. Empfinden Sie diese Verbindung als reine "Zwangsheirat" oder ist da nach 70 Jahren auch "Liebe" ins Spiel gekommen?

Pfarrer Dr. Antonius Hamers (Leiter des Katholischen Büros NRW): Ich glaube, dass es zunächst eine Vernunftehe gewesen ist, die aber heute von beiden Teilen, bzw. von drei Teilen, denn Lippe ist später noch dazu gekommen, von großer Sympathie geprägt ist. Ich denke, dass Westfalen und Rheinland froh darüber sind, in einem Bundesland vereint zu sein. Es überwiegt aber vielleicht die Sympathie und nicht die Liebe.

domradio.de: Für Sie ist NRW ja nicht nur ein Wort, sondern durch Ihre tägliche Arbeit tatsächliche Realität. An welchen Stellen spüren Sie denn heute überhaupt noch, ob jemand Rheinländer oder Westfale ist?

Hamers: Das merkt man durchaus noch - nicht nur allein an dem Zungenschlag, da die Westfalen teilweise ein wenig anders sprechen als die Rheinländer. Ich selber bin Westfale und das hört man an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch mal raus. Aber nichtsdestotrotz bin ich sehr gerne im Rheinland und begegne den Rheinländern auch mit großer Sympathie. Es ist aber schon so, dass in den Parteien schon darauf geachtet wird, wo die Menschen herkommen und dass bestimmte Positionen nicht nur mit Rheinländern oder Westfalen besetzt werden. Das spielt durchaus noch eine Rolle.

domradio.de: 1946 ist also das Geburtsjahr von Nordrhein-Westfalen. Mit dem Katholischen Büro sind Sie erst zwölf Jahre später dazugekommen. Aber die entsprechenden Bistümer Köln, Aachen, Münster und Paderborn gab es ja vorher schon. Essen ist 1957 dazu gekommen. Hat es die Arbeit der Bistümer in irgendeiner Form beeinflusst, dass es auf politischer Ebene zu diesem Zusammenschluss kam?

Hamers: Das beeinflusst die Arbeit schon sehr. Es gibt Bistümer, wie das Bistum Münster, die einen rheinischen Teil haben, den Niederrhein, die Kreise Wesel und Kleve gehören dazu, und einen westfälischen Teil. Insofern hat es für die Bistümer sicherlich große Vorteile, dass es einen einheitlichen Raum gibt. Nicht zuletzt ist das für das gesamte Ruhrgebiet von Vorteil. Das Bistum Essen erstreckt sich ja auch über beide Landesteile. Das wird von der Kirche nach wie vor sehr begrüßt, dass es ein einheitliches Bundesland gibt.

domradio.de: Heute findet der Festakt statt, ab Freitagabend dann das große Bürgerfest mit 16 Bühnen und einer Million erwarteten Besucherin in Düsseldorf. Dabei sind Sie ja nicht einfach nur Besucher, oder?

Hamers: Ich bin dabei - mit vielen anderen Leuten auch. Wir haben eine eigene Kirchenbühne und unterschiedliche Stände, wo wir die ganze Vielfalt kirchlichen Lebens in NRW präsentieren. Wir tun das natürlich in ökumenischer Verbundenheit gemeinsam mit der evangelischen Kirche. Zugleich präsentieren wir auch die Vielfalt der fünf Bistümer. Wir haben ganz unterschiedliche Gruppen auf der Bühne, aus verschiedenen Schulen Bigbands und Chöre und Talkgäste wie den Essener Bischof Franz-Josef Overbeck oder den ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg. Es ist also eine breite Palette, die wir präsentieren. Am Samstagmorgen beginnt das große Fest mit einem ökumenischen Gottesdienst, dem von katholischer Seite Kardinal Woelki vorstehen wird. Da wird auch noch einmal deutlich, dass wir als Kirchen und als Christen insgesamt einen großen Beitrag zu diesem Bundesland leisten und NRW nach wie vor von uns mitgeprägt wird.

Das Interview führte Verena Tröster.

Hinweis: domradio.de überträgt am Samstag den ökumenischen Gottesdienst live im Web-TV ab 10 Uhr.

(dr)

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