Angela Merkel reist am Sonntag nach Afrika
Seit dem 10. April 2000 ist Angela Merkel Bundesvorsitzende der CDU
Prälat Karl Jüsten
Prälat Karl Jüsten

14.12.2015

Kirchenvertreter: CDU erinnert sich der christlichen Wurzeln Parteitagsbeobachtungen

Bei diesem CDU-Bundesparteitag scheinen zentralen Anliegen der Kirche Gehör zu finden. Es wird keine Obergrenze für Flüchtende geben und auch der Sonntagsschutz bekommt Zuspruch. Prälat Karl Jüsten beobachtet den Parteitag.

domradio.de: Die Reaktionen auf Angela Merkels Rede waren sehr euphorisch - wie haben Sie die Rede und die Stimmung im Saal miterlebt?

Prälat Karl Jüsten (Leiter des Katholischen Büros in Berlin): Frau Merkel hat sehr geschickt ihre Flüchtlingspolitik begründet, hat da auch sehr starke Anleihen ans christliche Menschenbild gemacht und erklärt, dass im Grunde genommen jeder Flüchtling ja ein Mensch ist, der die gleiche Würde hat wie wir auch und dass ihm deshalb auch aus humanitären Gründen zu helfen ist, wenn er denn aus humanitären Gründen auf der Flucht ist.

domradio.de: Merkel hat auch gesagt, dass die Zahl der Flüchtlinge verringert werden soll. Was denken Sie als Beobachter der katholischen Kirche über diese Aussage?

Jüsten: Man muss sich natürlich angucken, welche Flüchtlingsgruppen zu uns kommen. Wir sagen als Kirche, wenn Menschen aus humanitären Gründen flüchten - sei es, weil sie verfolgt werden aus religiösen Gründen oder weil sie aus dem Krieg ziehen oder aus geschlechtsspezifische Gründe, dann müssen sie auch weiter hier bei uns Aufnahme finden. Das wird durch diesen jetzt vorgelegten Antrag - Gott sei Dank - nicht begrenzt.

Gleichwohl haben wir natürlich in Deutschland schon ein Problem, dass sehr viele Menschen zu uns kommen und dass es eben nicht nur ein deutsches Problem ist, sondern ein europäisches Problem und das muss europaweit gelöst werden. Sie hat dann den Bogen weit geschlagen und die Länder in den Blick genommen, in denen jetzt viele Flüchtende untergekommen sind. Dort hat sie auch die internationale Staatengemeinschaft in die Pflicht genommen, insbesondere auch den UNHCR, auch die Ausstattung mit finanziellen Mitteln. Das ist alles auch sehr wichtig. Wir als Kirche jedenfalls sagen, Flüchtlingen muss geholfen werden. Egal aus welchem Land der Welt sie unterwegs sind.

domradio.de: Aber ist sie dann nicht ein bisschen eingeknickt, wenn sie gesagt hat, die Zahl der Flüchtlinge soll verringert werden?

Jüsten: Einknicken kann man nicht sagen. Das Wort Obergrenze kommt nicht vor. Da hat sie auch Recht, weil es gibt keine Obergrenzen bei Flüchtlingen aus humanitären Gründen.

domradio.de: Wie werden Sie auf dem Parteitag auf die klare Stellungnahme der Kirchen zur Flüchtlingskrise angesprochen?

Jüsten: Die Delegierten sprechen mich schon konkret an, auch Journalisten. Da werden die Kirchen auch von Journalisten kritisiert, weil wir an diesen humanitären Fluchtgründen so festhalten. Aber das muss man als Kirche auch aushalten. Insgesamt hatte ich aber den Eindruck, dass die CDU sich stärker wiederrum ihrer Identität, der christlichen Wurzeln erinnert und die Flüchtlingspolitik auch christlich begründet.

domradio.de: Sprechen wir noch über einen anderen Antrag und zwar den Antrag sonntags keine Parteisitzung stattfinden zu lassen. Wie realistisch ist das, dass der Antrag durchkommt?

Jüsten: Ich habe Signale bekommen, dass es eine Mehrheit dafür geben wird, das begrüßen wir sehr. Das hat mich schon immer geärgert, dass sonntags insbesondere Bundesparteitage im Advent losgehen, dass dann ausgerechnet an diesen Tagen die Familien zerrissen werden, das habe ich immer sehr bedauert. Wenn es möglich ist, dass die Parteitage auch in der Woche stattfinden, ist das sicher ein großer Gewinn für die Familien. Denn die Familien werden an diesen Tagen auseinander gerissen und zwar ja nicht nur bei den Bundesparteitagen, sondern auch bei den Kommunalparteitagen, bei den Kreisparteitagen und so weiter.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(DR)

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