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20.09.2015

Bischof von Nazareth kritisiert Schulpolitik Wichtig für christliche Identität

Der katholische Bischof von Nazareth, Giacinto-Boulos Marcuzzo, hat die Haltung der israelischen Behörden gegenüber den christlichen Schulen im Land kritisiert. Seit Wochen wird über Budgetkürzungen gestritten. 

Das Verhalten gegenüber den christlichen Bildungseinrichtungen werfe ein schlechtes Bild auf Israel, sagte der für die Schulen verantwortliche Italiener am Sonntag bei einer Sondersitzung des Knesset-Bildungskomitees. Er spreche im Namen der gesamten katholischen Kirche, die nicht verstehe, wie es in Israel als einem "Volk der Kultur, der Geschichte, der Bibel, der Schulen" eine derartige Behandlung geben könne, so Marcuzzo. "Wir wollen gute Bürger für das Land schaffen, für die Menschen, die Familien und die Gesellschaft hier."

Im Streit um Budgetkürzungen und Diskriminierungen befinden sich die christlichen Schulen in Israel seit 1. September im Streik. Betroffen sind 33.000 Schüler und 3.000 Angestellte an 47 Schulen.

Einmalzahlung abgelehnt 

Am Donnerstag hatte das für die Verhandlungen mit Israel zuständige Schulkomitee ein Angebot der Regierung abgelehnt. Diese hatte eine Einmalzahlung von umgerechnet rund 11 Millionen Euro angeboten, wenn die Schulen ihren Betrieb wieder aufnehmen. Ferner sah das israelische Angebot jährlich 1,7 Millionen Euro für den Ausbau der Schulen vor sowie die Schaffung eines paritätischen Verhandlungskomitees zwischen dem Finanzministerium und Schulvertretern. Die Schulen hatten ein Budget von jährlich 45 Millionen Euro zur Deckung ihrer Kosten gefordert.

Die Schulen in christlicher Trägerschaft haben in Israel den Status anerkannter, nichtöffentlicher Schulen. Das Bildungsministerium übernimmt daher nur einen Teil der Kosten; der Rest wird von den Eltern über das Schulgeld aufgebracht.

Auch der Präsident der Arabischen Vereinigung für die Menschenrechte, Hanna Muallem, erklärte sich mit den christlichen Schulen solidarisch. Israel definiere sich als demokratischer Staat, in dem alle Bürger gleiche Rechte haben, erinnerte Muallem: "Aber kann man von Gleichheit sprechen, wenn die Regierung die privaten jüdischen Schulen zu 100 Prozent subventioniert und die christlichen Schulen mit weniger als der Hälfte?" Eine solche Ungleichbehandlung stelle "die Menschenrechte in Frage".

Schulen wichtig für Identität 

Die Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenzen von England und Wales sowie Irland, Kardinal Vincent Nichols und Erzbischof Eamon Martin, zeigten sich ebenfalls besorgt. Beide hatten vor wenigen Tagen an der Vollversammlung des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) im Heiligen Land teilgenommen.

In einer gemeinsamen Erklärung nach ihrer Rückkehr erinnerten sie an die Begegnung mit Lehrkräften, Eltern, Priestern, Schülern und Studenten in Nazareth, die das Problem der Schulen eindringlich dargelegt hätten. Die Erhaltung der Funktionsfähigkeit der christlichen Schulen sei ausschlaggebend für das Wohlergehen, die Identität und das Vertrauen der christlichen Gemeinschaften in Israel, so Nichols und Martin. Das hätten sie auch dem israelischen Staatspräsident Reuven Rivlin bei der Begegnung in Jerusalem dargelegt.

 

(KNA)

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