Archivbild: Tausende Gäste beim Abschlussgottesdienst des 100. Katholikentages
Tausende Gäste beim Abschlussgottesdienst des 100. Katholikentages

29.05.2016

100. Katholikentag mit 40.000 Teilnehmern prägte das Stadtleben Auf Wiedersehen, Leipzig

So schön kann der Glauben sein. Zehntausende Katholiken zeigen zum Abschluss ihres Festes im kirchenfernen Leipzig noch einmal, wofür sie stehen wollen: Für Gemeinschaft, Werte und Nächstenliebe.

Großes Finale beim 100. Katholikentag: Zum Abschluss des fünftägigen Glaubensfestes in Leipzig haben rund  20. 000 Teilnehmer unter strahlend blauem Himmel einen stimmungsvollen Abschlussgottesdienst gefeiert. Mehrere Bischöfe, aber auch zahlreiche Musiker und Sänger gestalteten die Eucharistiefeier auf dem Augustusplatz, darunter der weltberühmte Leipziger Thomanerchor. Hauptzelebrant war der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx.

Kritik an Flüchtlingspolitik 

In seiner Predigt sagte Kardinal Reinhard Marx, Katholikentage zeigten, dass die Kirche die Wirklichkeit des Menschen nicht aus dem Blick verliere. An der europäischen Grenze dürften nicht jedes Jahr tausende Menschen ums Leben kommen, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz: "Das dürfen wir nicht zulassen." Der Münchner Kardinal fügte hinzu: "Wenn jemand an unsere Grenzen kommt und in Not ist, dann wird er oder sie menschenwürdig behandelt." Aus christlicher Sicht gebe es in der Flüchtlingspolitik unverhandelbare Prinzipien. Weiter sagte Marx vor etwa 20.000 Gottesdienstteilnehmern: "Wir machen das Evangelium nicht abhängig von Meinungsumfragen oder Stimmungen."

An dem Gottesdienst bei frühsommerlichen Temperaturen in der Leipziger Innenstadt nahmen zahlreiche Bischöfe teil, darunter der neu ernannte Dresdner Oberhirte Heinrich Timmerevers. Am Ende der Messfeier luden Vertreter der evangelischen Kirche zum Kirchentag 2017 nach Berlin und Wittenberg ein. Der nächste Katholikentag soll 2018 in Münster stattfinden.

Rund 34.000 Dauergäste 

Zu dem fünftägigen Christentreffen in Leipzig kamen nach Angaben der Veranstalter rund 34.000 Dauer- und 6.000 Tagesgäste. In der sächsischen Messestadt sind lediglich vier Prozent der Einwohner katholisch. Zu den prominenten Gästen gehörten Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert, Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) und EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU).

Der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg, zeigte sich erfreut über den Verlauf des Jubiläumstreffens. "Wir haben in diesen Tagen in Leipzig eine lebendige Kirche erlebt, wir haben gesehen: Kirche geht auch anders: Nicht das Jammern über das Schrumpfen, sondern die Freude über das Wachsen."

Im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) verteidigte Sternberg den umstrittenen Entschluss, keine Vertreter der AfD zum Katholikentag einzuladen. "Ich sehe bis heute niemanden in der AfD-Spitze, der in der Flüchtlingsfrage, in der sich Hunderttausende Christen engagieren, eine Position vertreten könnte, die uns weiterbringt."

Parteienkritik

Am Samstag bildete die Frage nach der Zukunft Europas einen Schwerpunkt. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kritisierte rechtspopulistische Parteien in Europa. Deren Bezugspunkt seien nicht die allgemeingültigen Menschenrechte, sondern "nationale Gruppenzugehörigkeiten" und "völkisches Gedankengut".

Am Samstagabend kamen zu einem Straßenfest laut Veranstalterangaben 30.000 Menschen in die Leipziger Innenstadt.

" Tolle Stimmung"

Der Katholikentag stand unter dem Motto "Seht, da ist der Mensch". Rund 40 000 Teilnehmer waren zu dem fünftägigen Laientreffen in die Messestadt gekommen, in der nur 4,3 Prozent der Einwohner katholisch sowie um die 10 Prozent evangelisch sind. Sie diskutierten über politische und kirchliche Themen, beteten und feierten gemeinsam.

Viele Besucher zogen ein positives Fazit. "Es war eine tolle Stimmung, es gab viele interessante Begegnungen", sagte Daniela Schramm aus der Diözese Würzburg. Begeistert war auch Steven Thoma. Der Sportlehrer kommt aus dem Irak und lebt seit vier Jahren in Leipzig. "Ich dachte, es gibt nicht viele Christen hier. Und dann so ein großes Fest. Es war super."

Der nächste Katholikentag wird in zwei Jahren im westfälischen Münster veranstaltet. Im kommenden Jahr gibt es einen evangelischen Kirchentag in Berlin und Wittenberg, bei dem das 500. Reformationsjubiläum im Mittelpunkt steht.

(KNA, dpa)

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