Rosenmontag 2014 in Köln
Rosenmontag 2014 in Köln
Fährt nicht: Der Kölner "Charlie-Hebdo"-Wagen
Fährt nicht: Der Kölner "Charlie-Hebdo"-Wagen

04.02.2015

Katholischer Karnevalist zum Umgang mit den Pariser Anschlägen "Den Finger in die Wunde legen"

Der offizielle Kölner Karneval soll frei von unangenehmen Themen sein. Der islamistische Terror wird nicht thematisiert. Ist das der richtige Weg? Wir haben nachgefragt bei Heinz-Theo Müller, Vorsitzender der katholischen Kölner Domsitzung.

domradio.de: Der Charlie-Wagen fährt Rosenmontag nicht mit. Die Sitzungen sparen das Thema "Islamistischer Terror" bis auf wenige Ausnahmen aus. Ist das der richtige Weg?

Müller: Grundsätzlich hat der Narr das Recht und vielleicht sogar die Pflicht, den Finger in die Wunde zu legen. Aber das muss mit Augenmaß geschehen. Wir haben uns bei der Domsitzung im Vorfeld mit den Menschen aus Paris solidarisch erklärt und als Symbol unseren Herold mit einem großen Bleistift ausgestattet. Jeder von uns trug am Revers auch einen kleinen Bleistift. So wie es die großen Traditionskorps des Kölner Karnevals alle machen.

domradio.de: Das Thema beschäftigt viele Jecken, aber eine richtige Auseinandersetzung gibt es irgendwie nicht. Wie erklären Sie sich das?

Müller: Es geht ja hier um Leben und Tod. Da frage ich mich, ob man sich damit im Karneval auseinandersetzen sollte. Denn der Respekt vor dem Leben sollte immer das höchste Gut sein. Auch der Respekt vor allen Religionen muss im Vordergrund stehen.

Ich kann daher die Entscheidung gegen den Charlie-Wagen nachvollziehen aufgrund der Sorgen, die die Menschen haben. Man hätte den Wagen vielleicht nicht im Vorfeld bekannt machen sondern einfach mitfahren lassen sollen.

domradio.de: Viele Karnevalssitzungen werden ja schon lange im Voraus geplant, so dass ganz aktuelle politische Themen oft keinen Platz mehr finden. Hatten Sie für die Domsitzung auch mit den Gedanken gespielt, einen eigenen Programmpunkt spontan einzuplanen?

Müller: Die Programme werden ja über zwei Jahre im Voraus gebucht. Es hängt dann von den einzelnen Rednern und Gruppen ab, ob aktuelle Themen aufgegriffen werden. Die einzelne Sitzung hat keinen Einfluss auf die Beiträge. Ich habe aber auf Sitzungen schon auch spontane Solidaritätsbekundungen gehört.

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(dr)

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