Polizisten rund um Dom und Hauptbahnhof in Köln
Polizisten rund um Dom und Hauptbahnhof in Köln
Dompropst Bachner und Polizeipräsident Mathies
Dompropst Bachner und Polizeipräsident Mathies

10.02.2017

Schärfere Sicherheitsmaßnahmen für Kölner Dom Unangekündigte Sicht- und Taschenkontrollen

Der Kölner Dom soll sicherer werden. Wie das Domkapitel an diesem Freitag mitteilte, müssen die Besucher mit unangekündigten Kontrollen rechnen. Im Einzelfall werden an den Eingängen Sicht- und Taschenkontrollen durchgeführt.

Zudem darf ab 1. März (Aschermittwoch) nur noch Handgepäck wie Handtaschen, kleine Rucksäcke und kleine Rollkoffer mitgeführt werden, während große Koffer, Reisetaschen oder Wanderrucksäcke draußen bleiben müssen, wie Dompropst Gerd Bachner vor Journalisten erklärte. Außerdem werden neben den Domschweizern zusätzliche Sicherheitsfachkräfte die Aufsicht im Dom haben, kündigte der Hausherr des Unesco-Weltkulturerbes an. Zu Kosten oder Zahl der einzustellenden Mitarbeiter stehe noch nichts fest.

Möglichst sicher fühlen

"Wir wollen, dass die Menschen nach wie vor einfach in den Dom kommen können, sich dabei aber auch möglichst sicher fühlen", so der Dompropst. Die Maßnahmen seien in enger Abstimmung mit der Polizei erstellt worden und hätten keinen konkreten Anlass. Zu Karneval sei der Dom ohnehin zu bestimmten Zeiten geschlossen. Er habe im Herbst 2015, also lange etwa vor dem Anschlag in Berlin, im Domkapitel eine Sicherheitskommission eingesetzt, so der Geistliche. Diese wird von der stellvertretenden Domrendantin Simone Reiter geleitet. "Das Meiste haben wir nicht in der Öffentlichkeit bekanntgegeben, damit wir nicht zu viel Aufmerksamkeit weltweit auf den Dom lenken", sagte Bachner.

Der Dom sei "ein Symbolobjekt und damit per se gefährdeter als andere Gebäude", sagte Kölns Polizeipräsident Jürgen Mathies. Daher sei er dem Domkapitel sehr dankbar für die gute Zusammenarbeit und Akzeptanz. "Wenn wir in einer Oase des Glücks und des Friedens leben würden, müssten wir uns nicht so viele Gedanken machen", so Mathies.

Doch machten Terrorismus und das Handeln bestimmter Einzelpersonen das Sicherheitskonzept erforderlich. Es sei Standard in vielen großen Kirchen, dem Vatikan oder Museen, dass Großgepäck abgegeben werden oder zu Hause gelassen werden müsse.

Ausbau der Videoüberwachung im Domumfeld

Mathies kündigte an, der Ausbau der Videoüberwachung im Domumfeld auf rund 20 Kameras solle bis April abgeschlossen sein. Die bereits installierten Kameras sowie die erhöhte Polizeipräsenz hätten sich bereits positiv auf die Kriminalstatistik ausgewirkt. So sei die Zahl der Straftaten von 2015 bis 2016 um 34,99 Prozent zurückgegangen, allein bei den Taschendiebstählen um 36,6 Prozent. "Die starke polizeiliche Präsenz in dem Umfeld greift nachhaltig", so der Polizeipräsident. 

Bachner erklärte, grundsätzlich sollten so wenig Maßnahmen wie möglich, aber auch so viele wie nötig angewandt werden, um den täglich rund 20.000 Dombesuchern Sicherheit zu gewährleisten. Dabei gehe es um einen ständigen Abstimmungsprozess, der sich nach der jeweiligen Sicherheitslage richte.

Die Sicherheitsvorkehrungen rund um die Kathedrale waren bereits zu Weihnachten und Silvester deutlich erhöht worden. So gab es in der Christmette Taschenkontrollen an den Portalen. An Silvester bestand um den Dom eine "böllerfreie" Zone. Die Polizeipräsenz war jeweils deutlich erhöht.

(KNA)

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