Gruppendiskussion während eines internationalen Seminars zur Vorbereitung auf die Bischofssynode 2018
Gruppendiskussion während eines internationalen Seminars zur Vorbereitung auf die Bischofssynode 2018

19.09.2017

Jugendliche tagen im Vatikan und bereiten Synode vor "Wunderbare Botschaft zu den Jugendlichen rüberbringen"

Die katholische Kirche in Europa hat Nachwuchssorgen. Der Vatikan hat die Problematik erkannt und bereitet gerade eine Jugendsynode vor, die im Herbst in Rom stattfinden soll. Beim Vorbereitungstreffen mit dabei war Sylvia Buhl.

domradio.de: Du stammst aus dem Erzbistum Köln, genauer gesagt aus Wuppertal. Wie kam es eigentlich dazu, dass du in den Vatikan eingeladen wurdest?

Sylvia Buhl (Teilnehmerin des Jugendsynode-Vorbereitungstreffens): Im Zuge der Jugendsynode, die im Oktober 2018 stattfindet, wurde letzte Woche ein Vorbereitungsseminar abgehalten. Das hat Kardinal Baldisseri mit einem Team und dem Dikasterium für Laien, Familie und Leben vorbereitet. Im Zuge der Vorbereitungen sollten eigentlich nur Wissenschaftler eingeladen werden, die dann über die Jugendlichen sprechen. Dann haben einige vom Dikasterium gesagt, ihr könnt ja nicht nur über die Jugend sprechen. Daraufhin wurden 20 jugendliche Vertreter aus verschiedenen Ländern der Welt eingeladen.

domradio.de: Was sagt man denen?

Buhl: Erstmal hört man ganz viel zu. Das war etwas, was wir alle gelernt haben, unabhängig vom Alter: Was haben die anderen zu sagen? Dann sagt man so ein bisschen, wie man lebt, wie die Gleichaltrigen leben und was einen so bewegt.

domradio.de: Die Idee hinter der Synode und den Vorbereitungsumfragen, die im Moment stattfinden ist, dass die Kirche wissen will, was junge Leute von ihr denken. Was habt ihr denen gesagt?

Buhl: Ich denke, das Interesse ist eigentlich viel größer. Das Interessante ist zu schauen, wie können wir die wunderbare Botschaft, das Evangelium von Jesus, den Jugendlichen rüberbringen. Da muss man natürlich schauen, wie die leben. Deswegen gibt es auch die ganzen Umfragen. Erst war es so, dass ganz viele Vorträge von Wissenschaftlern gehalten worden sind, die das alles wunderbar untersucht haben mit Statistiken und dann haben wir so ein bisschen unseren Senf dazugegeben. Wir haben vieles bestätigt, was gesagt worden ist.

Es gab unterschiedliche Themen: Identität, Arbeit, Migration. Wir hatten auch eine Jugendliche aus Syrien da, die von sich aus erzählt hat. Ein anderer wichtiger Punkt war einfach die Begegnung miteinander. Die haben gemerkt, dass wir jung sind, Ideen haben und auch die Art und Weise, wie das Seminar dort abgehalten wurde, lebendiger machen. Es ging uns darum, dass es nicht nur Vortrag und Fragen im Wechsel sind, sondern auch ein Austausch stattfindet. Das war auch unser großer Beitrag, einfach dort zu sein und Zeugnis abzugeben. Wir sind jung und machen die Dinge ein bisschen anders, was aber nichts am Inhalt ändert, den die Kirche vermittelt.

domradio.de: Welche Rolle spielt das denn, dass die Kirche junge Leute mit ihren eigenen Meinungen, Standpunkten und Erfahrungen mit einbindet?

Buhl: Ich denke, das ist ein großartiger Schritt. Das zeigt die Bemühungen der Kirche, insbesondere, weil man sagen kann, dass wir Geschichte geschrieben haben. Bis dato gab es so etwas noch nicht, dass Jugendliche und dann auch so viele eingeladen worden sind vom Vatikan, um bei so einem wichtigen Vorbereitungstreffen dabei zu sein und denen auch wirklich zuzuhören. Wir haben Raum bekommen, es waren fünf Tage, an denen ich da war und insbesondere am Donnerstag und Freitag haben wir über eine Stunde Zeit bekommen, einfach nur zu sprechen und unsere Anliegen vorzutragen.

domradio.de: Das ganze dient zur Vorbereitung der Jugendsynode, die im Herbst im Vatikan stattfindet. Was erhoffst du dir von der Synode?

Buhl: Ich denke, man muss Jugendsynode als Prozess verstehen. Ich glaube, das ist auch was Papst Franziskus möchte: einen Prozess, der etwas ins Rollen bringt, neues Leben rein bringt. Dieses Treffen war jetzt ein Meilenstein. Auch die Jugendsynode selber wird ein Baustein sein, wo man jetzt noch nicht sagen kann: Das ist ein Ergebnis, was ich mir erhoffe. Ich denke aber, was deutlich sichtbar ist und sichtbarer werden wird, ist die Bemühung die Jugendlichen zu integrieren und aufeinander zuzugehen, um zu schauen, wie wir besser zusammenarbeiten können.

domradio.de: Ihr habt als junge Leute den Bischöfen in der Vorbereitung konkrete Vorschläge gemacht, wie es weitergehen soll. Was schlägt man denen vor?

Buhl: Grundsätzlich war es so, dass wir immer Input bekommen haben und dann unsere Austauschgruppen hatten mit verschiedenen Professoren, Wissenschaftlern, jungen Leuten und Priestern. Im Zuge der Arbeit und den Input den wir vorher bekommen haben, kamen auch Vorschläge raus. Einer war eine Art Beratungsgremium von Jugendlichen für die Bischöfe und für den Papst. Es geht darum, dass sie einfach, von der ganzen Welt aufgebaut, zu ein paar Jugendliche Kontakt haben können, was Fragen der Jugendarbeit betrifft.

Das Interview führte Renardo Schlegelmilch.

(DR)

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