Josef Schuster
Josef Schuster

03.06.2021

Schuster fordert Eindämmung radikaler Kräfte "Rote Linie darf nicht überschritten werden"

Der Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland, Josef Schuster, mahnt vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit Blick auf die AfD ein Zurückdrängen radikaler Kräfte an. Die Partei drifte immer weiter in die rechtsradikale Richtung.

Er hoffe, dass den Bürgern "gerade durch die Corona-Pandemie der Wert unserer gefestigten Demokratie neu bewusst geworden ist", sagte Zentralratspräsident Schuster im Interview der "Jüdischen Allgemeinen" am Donnerstag.

AfD habe "erfolgreichste Zeit hinter sich"

Würde die AfD an diesem Sonntag erstmals stärkste politische Kraft in einem Bundesland, wäre das "wirklich fatal", so Schuster. Für den Bund wäre das aber nicht überzubewerten. Die Partei habe "ihre erfolgreichste Zeit hinter sich".

Viele Menschen, so Schuster, hätten "bemerkt, dass sie in Wahrheit überhaupt keine Alternativen anbietet", sondern nur "spaltet und hetzt". Die AfD drifte immer weiter in die rechtsradikale Richtung. Bei der Bundestagswahl werde sie "hoffentlich deutlich in ihre Schranken verwiesen".

Neue Netzwerke durch Querdenker-Bewegung?

Dass allerdings "viele Bürger offenbar so unzufrieden sind, dass sie sich von der AfD einfangen lassen", müsse Sorgen bereiten, sagte er. In der Corona-Pandemie hätten sich über die Querdenker-Bewegung "vermutlich neue Netzwerke gebildet, über die Rechtsextreme bis in die Mitte der Gesellschaft hineinwirken" könnten.

Die CDU/CSU auf Bundesebene ermahnte Schuster, "nicht zu wackeln". Sowohl eine Koalition mit der AfD als auch eine Tolerierung durch diese Partei müssten klar ausgeschlossen werden. "Diese Rote Linie darf nicht überschritten werden", sagte der Zentralratspräsident; auch nicht von anderen Parteien.

(KNA)

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