Judentum in Australien
Die Kerzen einer siebenarmigen Menora werden entzündet.
Alexandria Ocasio-Cortez
Alexandria Ocasio-Cortez

13.12.2018

Kongressabgeordnete Ocasio-Cortez enthüllt jüdische Wurzeln Israel-Kritik des Shootingstars der US-Demokraten in neuem Licht

Der Shootingstar der US-Demokraten, Alexandria Ocasio-Cortez, enthüllt beim Lichterfest Chanukka ihre jüdische Herkunft. Die jüngste Kongressabgeordnete überrascht diejenigen, die sich an ihrer Israel-Kritik reiben.

Die Gelegenheit konnte kaum medienwirksamer sein und die Inszenierung war an Dramatik schwer zu überbieten. Die frischgewählte New Yorker Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez zündete im "Jackson Heights Jewish Center" im New Yorker Stadtteil Queens erst die Kerzen einer siebenarmigen Menora an.

Dann wandte sie sich an die versammelte jüdische Gemeinde: "Meine Vorfahren waren vor vielen Generationen sephardische Juden", offenbarte die Demokratin, deren Familie aus Puerto Rico stammt, bei ihrer bewegenden Ausführung. Ein Raunen ging durch die Synagoge.

Sephardischer Abstammung

Jemand aus dem Publikum raunte seinem Nachbarn zu: "Habe ich dir gesagt! Ich wusste es! Ich habe es gespürt!"

Eine praktizierende Jüdin sei sie nicht, bekannte Ocasio-Cortez. Aber die Rückverfolgung ihres Familienstammbaumes habe sie auf die Spur der sephardischen Abstammung geführt. Und die führt bis Ende des 15. Jahrhunderts nach Spanien.

Ausgewandert, um jüdischen Glauben zu leben

Rund 300.000 Juden mussten sich 1492 zu Zeiten der Inquisition unter den Monarchen Isabella I. und Ferdinand II. entscheiden: entweder zum Katholizismus konvertieren oder Spanien verlassen. Einige derer, die per Schiff das Weite suchten, um ihren jüdischen Glauben weiter zu leben, landeten in Puerto Rico.

So auch die Vorfahren von Ocasio-Cortez. Ihre Mutter sei dort geboren und auch ihr Vater habe seine Wurzeln dort, berichtete die 29-Jährige.

Jüdische Ahnen, selbst Katholikin

Sie sei ein wenig so, erklärte die "demokratische Sozialistin", die vor einem halben Jahr noch kaum jemand kannte, wie die Zukunft Amerikas: eine Mischung.

Sie hat jüdische Ahnen, gehört selber der katholischen Kirche an und fühlt sich in Puerto Rico so zu Hause wie in New York. Zudem gehört sie zu den vielen neuen Jüngeren und Frauen, die das Gesicht des frischgewählten Repräsentantenhauses verändern.

"Komplett anderes Spiel"

Ocasio-Cortez bewegt sich als Bernie-Sanders-Anhängerin am linken Rand der Demokraten und hält genauso wenig von Etiketten wie von vorgestanzten Politformeln. Zu ihren Unterstützern im Wahlkampf zählten die schwarze Bürgerrechtsbewegung "Black Lives Matter" und das Aktionskomitee "Democracy for America".

"Ich kann nicht das große Geld mit mehr Geld herausfordern, sondern muss es mit einem komplett anderen Spiel schlagen", so ein Leitspruch der New Yorkerin.

Forderungen und Fortschritt

Sozialpolitisch fordert Ocasio-Cortez eine allgemeine staatliche Krankenversicherung und einen Mindestlohn von 15 Dollar pro Stunde.

Die US-Einwanderungsbehörde ICE will sie gleich ganz abschaffen – alles Dinge, die bei den eher progressiv orientierten Juden in den USA Unterstützung finden.

Israel-Kritik: "Besetzung Palästinas"

Problematischer sind ihre provokanten Äußerungen zu Israel. Wenn es um die von ihr als Diskriminierung empfundene Behandlung der Palästinenser geht, nimmt sie kein Blatt vor den Mund.

Im Mai, noch vor ihrem Wahlsieg gegen den Republikaner Joseph Crowley, verurteilte sie das Vorgehen israelischer Soldaten im Gazastreifen und nannte es ein "Massaker".

"Moralischer Mut" zur Benennung

Sie sei zwar keine geopolitische Expertin für die Nahostregion, räumte sie damals ein. Die Einsicht hinderte sie jedoch nicht daran, nur zwei Monate später von einer "Besetzung Palästinas" zu sprechen.

Verbunden mit dem Zusatz: "Ich hoffe, meine Kollegen haben den moralischen Mut, es so zu nennen." Dafür erntete sie heftige Kritik. Nicht nur aus den Reihen der Konservativen.

Bekenntnis zu jüdischen Wurzeln entschärft

Ihre Position zur Palästinenserpolitik der israelischen Regierung relativierte sie nach ihrem Einzug in den Kongress deutlich. Dass sie sich nun beim jüdischen Lichterfest zu ihrem Erbe bekannte, dürfte die Kritik an ihren Positionen weiter entschärfen.

Zumal das Bekenntnis zu ihren jüdischen Wurzeln bei den Versammelten im "Jackson Heights Jewish Center" von New York gut ankam.

Zweig aschkenasischer Juden

Kürzlich machte übrigens auch der scheidende Speaker Paul Ryan jüdische Vorfahren aus. Der praktizierende Katholik entdeckte einen Zweig aschkenasischer Juden in seinem Stammbaum. Auch er überraschte damit.

Doch während seine Karriere mit dem Ausscheiden aus dem Kongress nun zu Ende geht, steht die von Ocasio-Cortez ganz am Anfang.

Bernd Tenhage
(KNA)

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