EKD veröffentlicht Grundsatzpapier "Nutztier und Mitgeschöpf! Tierwohl, Ernährungsethik und Nachhaltigkeit aus evangelischer Sicht"
Das Schächten von Schafen während des islamischen Opferfestes gilt als religiöses Gebot
Pilger in Mekka
Der Haddsch: Jeder freie, volljährige und gesunde Muslim – ob Mann oder Frau –, der es sich leisten kann, ist verpflichtet, einmal im Leben nach Mekka zu pilgern

11.08.2019

Millionen Muslime feiern Opferfest Schächten wie Abraham?

Für mehr als eine Milliarde Muslime hat am Sonntag das Opferfest begonnen. Im Mittelpunkt des höchsten aller islamischen Feste steht unter anderem das Schächten von Tieren: Für die einen ein brutales Schlachten, für die anderen eine heilige Pflicht.

In diesen Tagen fließt viel Blut. Es ist das Blut von Lämmern, Schafen oder Rindern, die dem Messer traditionsbewusster Muslime zum Opfer fallen. Denn das islamische Opferfest hat begonnen – und damit auch das Schächten von mehreren Millionen Tieren weltweit. 

Vier Tage lang feiert mehr als eine Milliarde Muslime das Opferfest, das auf Türkisch "Kurban Bayrami" und auf Arabisch "Eid al Adha" heißt. Es ist unumstritten das wichtigste Fest im Islam, orientiert sich am Mondkalender und findet jedes Jahr zum Höhepunkt der Wallfahrt nach Mekka (Haddsch) statt.

In Erinnerung an Abraham

Sunniten und Schiiten gedenken dem Stammvater Abraham, der im Islam "Ibrahim" heißt. Wie das Alte Testament überliefert auch der Koran jene biblische Erzählung, wonach Abraham von Gott auf die Probe gestellt wurde: Er sollte seinen einzigen Sohn, Isaak – im Koran ist die Rede von dhabih – zum Brandopfer auf einem Berg hingeben.

Auch wenn Abraham diesen Wunsch nicht verstehen konnte – hatte er doch jahrelang bei Gott um ein Kind gebeten und dann Isaak bekommen – brach er mit seinem Sohn in die Berge auf. Erst als Isaak auf dem Opferaltar festgebunden war und Abraham das Messer zückte, um sein Kind zu schlachten, rief Gott ihm zu, dass er den Jungen leben lassen solle. Aus Dankbarkeit opferte Abraham daraufhin einen Widder.

Opfern ist quasi Pflicht

In dieser Tradition aus bedingungsloser Loyalität zu Allah steht das islamische Opferfest. Jeder Muslim, der es sich finanziell leisten kann, muss ein Tier opfern und ihm mit einem Messer den Hals durchschneiden. Für viele Muslime ist das Schächten eine heilige Pflicht, auch wenn der Koran keine verbindlichen Aussagen dazu trifft. 

Wenn Opferfest ist, steht das öffentliche Leben in muslimisch geprägten Ländern jedenfalls fast still. Viele Geschäfte, öffentliche Einrichtungen und sogar die Börse haben in diesen Tagen geschlossen. Letzteres erlaubt zumindest der Türkei, deren Währung seit Jahresbeginn rund 40 Prozent zum Dollar verloren hat, eine kleine finanzielle Verschnaufpause.

Schlachtungen auch in Deutschland?

Auch in Deutschland begehen Muslime das Opferfest. Kinder islamischen Glaubens dürfen sich dafür in den meisten Bundesländern vom Schulunterricht befreien lassen. Die Tiere für das Fest können muslimsiche Familien zum Beispiel per eBay bestellen: Dort werden schon Wochen vorher Schafe, Lämmer oder Hühner angeboten.

Zwar ist das private Schlachten von Tieren in Deutschland grundsätzlich verboten, es gibt zum Opferfest aber streng geregelte Ausnahmen.

Mehr als nur Schlachten von Tieren

Auch wenn große Werbetafeln mit Rindern, Ziegen und Schafen in den Tagen vor dem Opferfest die Straßen mancher muslimischer Länder säumen: Das Opferfest ist mehr als nur das Schlachten unschuldiger Lämmer und anderer Tiere. Tägliche Festgebete, Verwandtenbesuche und Spenden gehören genauso dazu. So wird mindestens ein Drittel des nach islamischem Ritus geschlachteten Fleischs an Arme und Bedürftige verteilt, ein weiteres Drittel geht an die Verwandtschaft.

Hilfsorganisationen sammeln zum Beispiel die Häute der Tiere als Spende ein. Verbände weltweit organisieren zum Opferfest zudem Spendenaktionen, zum Beispiel für Opfer von Naturkatastrophen oder sie sammeln Geld, um davon wiederum Tiere für Familien zu kaufen, die es sich nicht leisten können.

Außerdem ist das Opferfest ein Grund für Frieden: Gerade haben sich Medienangaben zufolge zum Beispiel die Konfliktparteien in Libyen verständigt, dass sie während der Feiertage die Waffen ruhen lassen wollen. 

Marion Sendker
(DR)

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Morgenimpuls mit Schwester Katharina

Jeden Morgen von Montag bis Freitag on Air und Online: Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen in den Tag.

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 17.10.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • Michaelsempfang der Bischofskonferenz: Was wurde besprochen?
  • Aufarbeitung von Gewalt gegen Frauen in der Kirche
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wie geht es weiter? Auf dem pastoralen Zukunftsweg
  • Hörst du mich? Die blinde Sängerin der Band "Tonbande"
  • Begünstigt die Liturgie Klerikalismus und Missbrauch?
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wie geht es weiter? Auf dem pastoralen Zukunftsweg
  • Hörst du mich? Die blinde Sängerin der Band "Tonbande"
  • Begünstigt die Liturgie Klerikalismus und Missbrauch?
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff