Freitagsgebet in der Mevlana-Moschee in Kreuzberg
Freitagsgebet in der Mevlana-Moschee in Kreuzberg
Aiman Mazyek
Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime
Boris Pistorius (r) und Doris Schröder-Köpf beim Freitagsgebet in der Ayasofya-Moschee Hannover
Boris Pistorius (r) und Doris Schröder-Köpf beim Freitagsgebet in der Ayasofya-Moschee Hannover

22.03.2019

Politiker gedenken mit Muslimen der Opfer von Christchurch "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen"

Mit Mahnwachen und Freitagsgebeten haben Moscheegemeinden in ganz Deutschland den Opfern der Moscheeattentate in Neuseeland gedacht. Unter den Teilnehmenden waren auch deutsche Politiker.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, verurteilte in einer Rede am Freitag in Berlin Rassismus und Extremismus. "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen", sagte er. "Wir sind hier, weil wir unsere Heimat lieben, unsere Verfassung achten und unsere Freiheit und Demokratie verteidigen; und gerade deshalb bekämpfen wir Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit und alle weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit an einem Tag wie diesem."

"Entschlossen für Frieden und Toleranz eintreten"

Politiker und andere Religionsvertreter brachten am Freitag ihre Freundschaft und Solidarität mit muslimischen Gemeinden zum Ausdruck. Vor dem traditionellen Freitagsgebet mahnte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) in einer Moschee in Hannover, Neuseeland scheine weit entfernt. Doch Fremdenfeindlichkeit, Gewalt, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus gebe es auch "direkt vor unserer Haustür": "Gerade jetzt müssen wir noch entschlossener für Frieden, Freundschaft und Toleranz einstehen."

Mazyek hatte zuvor bereits bessere Sicherheitsvorkehrungen für Moscheen in Deutschland gefordert. Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte daraufhin erklärt, alles für den Schutz muslimischer Mitbürger tun zu wollen. Mazyek rief auch die anderen Bundesländer am Freitag dazu auf, für einen besseren Schutz von Gläubigen und Moscheen zu sorgen. Gleichzeitig mahnte er die Gläubigen, nicht in Panik zu verfallen und jetzt erst recht mit der Nachbarschaft von Moscheegemeinden das Gespräch aufzunehmen.

 

 

Auch am Wochenende soll es weitere Veranstaltungen geben: In Düsseldorf organisiert der Zentralrat einen Trauermarsch, in Frankfurt soll eine Mahnwache stattfinden. Bei dem Anschlag auf zwei Moscheen in der Stadt Christchurch waren am Freitag vergangener Woche 50 Muslime während des Gebets getötet und mindestens 20 weitere verletzt worden. Vier Verdächtige wurden zunächst festgenommen, unter ihnen ein Australier, der in seiner Heimat als rechtsextrem bekannt ist.

(epd)

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