Gläubige nehmen nach den Angriffen auf Moscheen in Neuseeland an den Freitagsgebeten teil
Gläubige nehmen nach den Angriffen auf Moscheen in Neuseeland an den Freitagsgebeten teil

16.03.2019

Asiatische Kirchen in Sorge nach Christchurch-Anschlägen Einheit, Frieden und Harmonie wertschätzen

"Verbrechen gegen die Menschlichkeit": Kirchenvertreter in Indien, Indonesien und Malaysia reagieren mit Sorge auf die mutmaßlich rechtsterroristischen Moschee-Anschläge mit 49 Todesopfern im neuseeländischen Christchurch.

"Die bösartige Tragödie hat sich kaum einen Monat nach dem Terroranschlag in Kaschmir ereignet", sagte Bischof Theodore Mascarenhas, Generalsekretär der katholischen Indischen Bischofskonferenz, am Samstag. Solche Attacken seien "Verbrechen gegen die Menschlichkeit", betonte der Geistliche. Bei einem Anschlag islamistischer Terroristen aus Pakistan waren im Februar in Pulwama im indischen Bundesstaat Jammu und Kaschmir mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen.

Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen und Ethnien

Die katholische Bischofskonferenz im mehrheitlich islamischen Indonesien äußerte sich besorgt über mögliche Auswirkungen auf die Gläubigen im eigenen Land. "Die Katholiken in Indonesien hoffen, dass der Vorfall in Neuseeland nicht die Beziehungen zwischen den verschiedenen Religionen und Ethnien trübt", so die Bischöfe.

Sowohl im hinduistisch geprägten Indien als auch in Indonesien kommt es immer wieder zu Gewaltakten extremistischer Gruppen gegen religiöse Minderheiten. In beiden Ländern wird im April und Mai gewählt. Die Wahlkämpfe werden mit teils heftigen, religiös motivierten Debatten geführt. Beobachter in Jakarta schließen nicht aus, dass islamistische Gruppen Anschläge als Vergeltung für Christchurch planen könnten.

Propaganda einer angebliche Bedrohung

Der Dachverband der Kirchen Malaysias appellierte derweil an die Bürger des südostasiatischen Landes, angesichts des Terrors von Christchurch "zutiefst die Einheit, den Frieden und die Harmonie unserer Nation wertzuschätzen". "Provozierende Hassreden haben weder hier noch irgendwo sonst in unserer Welt einen Platz", hieß es in einer Stellungnahme der Föderation der Kirchen in Malaysia, der auch die katholische Kirche angehört.

Im muslimisch geprägten Malaysia nimmt unter der seit knapp einem Jahr amtierenden Regierung von Premierminister Mahathir Mohamad der Druck auf Christen zu. Islamisten betonen in ihrer Propaganda eine angebliche Bedrohung des Islam durch Christen und chinesischstämmige Malaysier.

(KNA)

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