Pilger kommen zur Hadsch
Pilger kommen zur Hadsch

05.02.2018

Islamprofessor ruft zum Boykott der Kaaba in Mekka auf "Islam als zivile Religion schützen"

Die Kaaba in Mekka bildet als "Haus Gottes" das zentrale Heiligtum des Islams und gilt als elementares Pilgerziel. Umso bemerkenswerter ist der Vorschlag des Islamwissenschaftlers Ahmad Milad Karimi, den Besuch der Kaaba zu boykottieren.

"Die Kaaba zu boykottieren ist heute die religiöse Pflicht aller Muslime, die gegenüber all den Perversionen nicht gleichgültig bleiben wollen, die die sektiererischen Wahhabiten treiben", sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Glauben mit Mitteln des Friedens zurückerobern

Es schmerze, die Kaaba zu boykottieren, weil sie zugleich ein religiöser Sehnsuchtsort der Muslime sei, sagte der Professor am Zentrum für Islamische Theologie Münster. "Sie muss jedoch leer bleiben, damit wir mit unserer religiösen Revolte unseren Glauben mit Mitteln des Friedens zurückerobern." Es sei Zeit, Bequemlichkeit und Faulheit hinter sich zu lassen und den Islam als eine zivile Religion im Dienste der Menschheit gegen Extremisten und Fundamentalisten zu schützen.

Die heiligen Stätten der Muslime in Mekka und Medina im heutigen Saudi-Arabien seien eigentlich autonome Gebiete, die keine Nation für ihre eigenen Machtinteressen oder gar Ideologie instrumentalisieren darf, schreibt Karimi in seinem Buch "Warum es Gott nicht gibt und er doch ist", das an diesem Montag im Freiburger Herder-Verlag erschienen ist, dazu erklärend.

Der gebürtige Afghane ermutigt dazu, Gott zu hinterfragen. "Wer glaubt, der hadert mit Gott". Die Frage nach Gott werfe einen zurück zu der Frage, was man selbst sei - oder besser: sein soll. Wer glaube, der ruhe nicht, sondern wolle das Gute, das Gerechte, das Schöne, sagte er im epd-Gespräch.

Islam als "Religion der Liebenden"

Außerdem sprach er sich für mehr Religion in der Gesellschaft und im öffentlichen Raum aus. "Die Religion muss präsent sein, Gesicht zeigen, sich politisch einmischen, an der Gestaltung und an dem Zusammenhalt der pluralen Gesellschaft partizipieren". Und zwar nicht nur als bloße Stimme der Distanzierung von Gewalttaten, als leere Worte eines Gottesdienstes, sondern als Wagnis für den Frieden und ein fruchtbares Miteinander.

In seinem Buch schreibt Karimi von dem Islam als "einer Religion der Liebenden". Diese Formulierung sei kein Wunschdenken, sondern eine Interpretation, die in Dialog und Auseinandersetzung mit der islamischen Geistestradition vollzogen wird: "Ob meine These plausibel ist, bewahrheitet sich dann, wenn wir Muslime unser Leben nach dieser Maxime gestalten."

Judith Kubitscheck
(epd)

Nachrichten-Video

Zum Video:
Samstag, 17.02.2018

Video, Samstag, 17.02.2018:Wochenrückblick Christliche Nachrichten

Jetzt im Radioprogramm

18:00 - 20:00 Uhr 
Der Abend

Zeit zum Hören

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 18.02.
06:00 - 10:00 Uhr

Der Sonntag

07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

08:10 - 08:55 Uhr

Die SonntagsFrage

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

Der Sonntag

  • Fastenzeit - Gab es die schon immer?
  • Embassy of Trees am Kölner Dom
  • Asche, Kirchenstäuben, Werden und Vergehen
  • Kunst zur Fastenzeit: Fermate
  • 1. Sonntag der Fastenzeit
10:00 - 12:00 Uhr

Gottesdienst

11:00 - 16:00 Uhr

Der Sonntag

  • Fastenzeit - Gab es die schon immer?
  • Embassy of Trees am Kölner Dom
  • Asche, Kirchenstäuben, Werden und Vergehen
  • Kunst zur Fastenzeit: Fermate
  • 1. Sonntag der Fastenzeit
12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO.DE Bibel

17:00 - 18:00 Uhr

Menschen

17:00 - 18:00 Uhr

Menschen

18:00 - 20:00 Uhr

Der Abend

19:50 - 19:55 Uhr

Wort des Bischofs

20:00 - 22:00 Uhr

Musica

  • Musik zur Fastenzeit von Orlando di Lasso, Jan Sweelinck und Johann Sebastian Bach.
00:00 - 06:00 Uhr

Nachtportal

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Komplet – Das Nachtgebet mit Weihbischof Ansgar